Energieausweis: Das kann er, hier ist er Pflicht

Jeder Anbieter einer Wohnung oder eines Hauses muss dem Mieter oder Käufer einen Energieausweis (EA) aushändigen. Dieser EA darf nicht älter als 10 Jahre sein. Der Energieausweis informiert über die Energiemenge, die in einer Wohnung zum Heizen und für die Warmwasseraufbereitung benötigt wird. Damit wird der Energieverbrauch verschiedener Objekte miteinander vergleichbar. Negative Überraschungen bei der Betriebs- und Heizkostenabrechnung sollen dadurch vermieden werden.

Heizwärmebedarf und Gesamteffizienz-Faktor: 

Die beiden zentralen Werte des Energieausweises sind der Heizwärmebedarf (HWB) sowie der Gesamteffizienz-Faktor (fGEE): 

  • Der HWB gibt an, wie viele Kilowattstunden durchschnittlich pro Quadratmeter benötigt werden, um eine Raumtemperatur von 20 Grad zu erzielen. Der HWB ist entscheidend, in welche Energieklasse das Objekt einzustufen ist. Die Skala reicht von A++ (Passivhaus) bis G (alte, unsanierte Objekte).

  • Der fGEE ist ein einheitsloser Faktor, der das Verhältnis zwischen dem Gesamtenergiebedarf des Objekts (inklusive Haustechnik, Beleuchtung und Strom) und Sollwerten eines Objektes mit diesem Standort wiedergibt.

Es fehlt der Energieausweis?

Anbieter, die keinen gültigen Energieausweis vorlegen, müssen mit einer Strafe bis zu 1.450 Euro rechnen. Wird dem Käufer oder Mieter nicht spätestens zur Abgabe seiner Vertragserklärung ein Energieausweis vorgelegt, so gilt zumindest eine dem Alter und der Art des Gebäudes entsprechende Gesamtenergieeffizienz als vereinbart.   

ACHTUNG

Bei bestehenden Mietverträgen ist die Vorlage des Energieausweises nicht verpflichtend.

Pflicht gilt auch für Inserate und Makler 

Wird der Verkauf oder die Vermietung einer  Wohnung in einer Anzeige beworben, sind dort bereits gewisse Kennzahlen über die energietechnische Qualität des Objektes anzugeben.

ACHTUNG

Diese Pflicht gilt ausnahmslos auch für Immobilienmakler.

Energieausweis: Regelungen im Detail

  1. Während der Vertragsverhandlungen muss der Energieausweis dem Käufer oder Mieter wenigstens gezeigt werden.

  2. Kommt es zu einem Vertragsabschluss, steht dem Interessenten zumindest eine Kopie des Energieausweises zu, die innerhalb von 14 Tagen ausgefolgt werden muss.
     
  3. Wird der Energieausweis trotz Aufforderung nicht vorgelegt, kann der Käufer oder Mieter künftig sein Recht gerichtlich einfordern oder selbst einen Energieausweis einholen. Die aufgewendeten Kosten kann er vor Gericht beim Vertragspartner geltend machen.

  4. Bei einer Wohnungseigentums-Anlage hat der Verwalter für die Erstellung eines Energieausweises zu sorgen, außer die Eigentümergemeinschaft hat etwas anderes beschlossen.

  5. Bei einem Einfamilienhaus kann entweder für dieses Objekt ein Energieausweis erstellt werden oder ein Dokument von einem baugleichen Gebäude vorgelegt werden. Der Ersteller des Ausweises muss die Ähnlichkeit der Gebäude bestätigen.

  6. Wird nur ein Nutzungsobjekt in einem Gebäude verkauft oder vermietet, so kann der Verkäufer/Vermieter seine Pflicht durch Vorlage und Aushändigung eines Energieausweises entweder über die Gesamteffizienz dieses Nutzungsobjektes oder über die Gesamteffizienz eines vergleichbaren Objektes im selben Gebäude oder über die Gesamt-Energieeffizienz des gesamten Gebäudes erfüllen.

  7. Der Ausweisersteller haftet nicht nur gegenüber dem Auftraggeber, sondern auch gegenüber dessen Käufer oder Mieter.

Wer stellt Energieausweise aus?

Die Palette der Aussteller ist breit gefächert. Sie reicht vom diplomierten Architekten, Baumeister, Bauingenieur, Gebäudetechniker mit Hochschulabschluss bis zum Installateur für Heizungs-, Klima-, Lüftungstechnik.

Staatlich geprüfte Techniker aus dem Bauwesen, aber auch Handwerker ohne Meistertitel, dürfen ebenfalls Energieausweise ausstellen, wenn sie nachweislich über die erforderlichen Kenntnisse im energiesparenden Bauen verfügen.

Keinen Energieausweis gibt es bei

  • Abbruchbauten
  • Gebäude, die nur frostfrei gehalten werden
  • Freistehende Gebäude mit einer Gesamtnutzfläche kleiner als 50 Quadratmetern
  • Wohngebäude mit begrenzter Nutzungszeit und mit einem Energiebedarf unter einem Viertel der ganzjährigen Nutzung
  • Industrieanlagen, Kirchen, Werkstätten, landwirtschaftliche Nutzgebäude
  • Vermietung im Rahmen von Beherbergungsbetrieben und Heimen

ACHTUNG

Für denkmalgeschützte Gebäude sind nun ebenfalls Energieausweise vorgeschrieben.


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