14.04.2017
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Rechtsschutzversicherung: Preise und Leistungen vergleichen!

Die Liste möglicher Streitfälle, in denen Konsumenten/-innen ihre Rechte allenfalls auch vor Gericht durchsetzen müssen, ist lang: unter anderem Verkehrsunfälle mit strittiger Verschuldensfrage, Leistungsverweigerung durch die private Unfallversicherung nach einem Arbeits- oder Freizeitunfall, Mängel beim Gebrauchtwagenkauf, Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung oder Streit um ein Erbe. Um sich gegen das Kostenrisiko eines Gerichtsverfahrens abzusichern, können Konsumenten/-innen eine Rechtsschutzversicherung abschließen.

Die AK Oberösterreich hat sich 12 Produkte näher angesehen. Die Jahresprämien für eine Familie mit einem vorgegebenen umfangreichen Kfz- und Privat-Rechtsschutz lagen zwischen 216 und 438 Euro.

Preisvergleich: Rechtsschutzversicherung für Familien (0,3MB)

Das Gesamtpaket muss stimmen

Achten Sie auf die Versicherungssumme, die einzelnen Bausteine und die Zusatzdeckung: 

  • Die Versicherungssumme (betrifft die Maximalleistung im Versicherungsfall) lagen bei den verglichenen Produkten zwischen 125.000 und 275.000 Euro. Zwar reichen für die meisten Gerichtsstreitigkeiten die niedrigeren Versicherungssummen aus. Geht es jedoch um langwierige Auseinandersetzungen mit hohem Streitwert - etwa nach einem schweren Verkehrsunfall - können sie zu gering sein. Die Erhöhung der Versicherungssummen gegen einen geringen Prämienaufschlag ist für solche Fälle empfehlenswert.

  • Der Kfz-Rechtsschutz stellt jedenfalls einen sinnvollen Schutz dar, da in diesem Bereich die häufigsten Rechtsschutz-Schadensfälle auftreten und das Kostenrisiko zum Beispiel nach einem Verkehrsunfall mit schweren Verletzungen und unklarer Verschuldensfrage besonders hoch sein kann.

  • Beim Privat-Rechtsschutz gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Rechtsschutz-Bausteine wie etwa Schadenersatz- und Straf-Rechtsschutz, Allgemeiner Vertrags-Rechtsschutz, Erb- und Familienrechtssachen, Grundstückeigentum und Miete, Arbeitsgerichts- und Sozialversicherungs-Rechtsschutz. Hier ist es wichtig, ein Produkt zu wählen, das dem persönlichem Rechtsschutzbedarf entspricht!

  • Mit dem Baustein Versicherungsvertragsstreitigkeiten können Konsumenten/-innen beispielsweise gegen ihre private Unfall-, Haushalts- oder Kaskoversicherung vorgehen, wenn diese in einem Schadensfall nicht leisten will.
    Achtung

    Einige Anbieter schließen allerdings Versicherungsstreitigkeiten gegen sich selbst aus. In diesem Fall ist es ratsam, die Rechtsschutz-Versicherung bei einer anderen Versicherung oder bei einer der 3 auf Rechtsschutz spezialisierten Versicherungen (ARAG, D.A.S. oder Roland) abzuschließen.

     
  • Zusatzdeckungen, wie beispielsweise der Ermittlungsstraf-Rechtsschutz, haben große praktische Bedeutung, wenn im Ermittlungsverfahren bereits ein Rechtsanwalt beigezogen wird. Achten Sie vor Abschluss auf sinnvolle Zusätze, da die Deckung je nach Produkt sehr unterschiedlich ausfällt.

Keine Versicherung deckt alles ab!

Entgegen mancher Produktbezeichnung wie etwa “All-Inclusive“ oder „Komplett-Rechtsschutz“ gibt es keine Rechtsschutzversicherung, die alle Risiken abdeckt. 

So sind die in der Praxis häufig vorkommenden Streitigkeiten rund um den Hausbau samt Planung und Finanzierung nach den üblichen Versicherungsbedingungen generell vom Versicherungsschutz ausgenommen. Dasselbe gilt auch für Ehescheidungen.

In neueren Verträgen ausgeschlossen sind meist auch Streitigkeiten im Zusammenhang mit einer Falschberatung bei der Geldanlage. Hier bieten ältere Verträge oft noch besseren Schutz.

Vorsicht beim Versicherungswechsel

Durch die Einhaltung von Wartefristen – zwischen 3 und 12 Monate - bei der neuen Versicherung oder durch begrenzte Nachhaftungsfristen bei der alten Versicherung entstehen Deckungslücken.

 

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