11.10.2018

Handyversicherungen im Vergleich

Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat 10 Versicherungen fürs Handy verglichen und dabei große Unterschiede festgestellt. So lagen die Jahresprämien für ein Handy im Wert von 699 Euro zwischen 69,95 und 119,88 Euro. Schutz bei Diebstahl kostet jährlich 15 bis 36 Euro extra.

Sehr unterschiedlich sind auch die Selbstbehalte, die im Schadensfall meist noch von der Leistung abgezogen werden. Und liegt ein Totalschaden vor, kommt es bei manchen Versicherungen zu empfindlichen Zeitwertabzügen.

Tipp/Hinweis/Achtung

Handyversicherungen sind daher nach Ansicht der Konsumentenschützer nur für teure Geräte eine Überlegung wert. 

Vergleich: Handyversicherungen (0,4 MB)

Versicherung: dafür gilt sie

In allen verglichenen Produkten gedeckt sind etwa Schäden durch Bodenstürze, Flüssigkeitseintritt oder Displaybruch. Diebstahl kann zumeist nur optional gegen Aufpreis mitversichert werden.

Das reine Vergessen oder Liegenlassen des Geräts ist bei keiner Versicherung gedeckt, dafür gelten sie weltweit.
Zum Teil bieten die Produkte auch Deckung bei Schäden durch Einbruch, Raub oder Brand. Hier ist zu bedenken, dass einige dieser Schäden bereits über die Haushaltsversicherung abgedeckt sind. Wird das Handy zum Beispiel im Zuge eines Einbruchs aus der Wohnung gestohlen oder bei einem Wohnungsbrand beschädigt, deckt dies die Haushaltsversicherung. Dasselbe gilt, wenn Ihnen das Handy geraubt wird. 

Totalschäden werden unterschiedlich abgegolten

Ist die Reparatur des beschädigten Handys wirtschaftlich sinnvoll, werden die Reparaturkosten meist abzüglich eines Selbstbehaltes übernommen. Dieser beträgt im Vergleich zwischen 30 und 129 Euro. 

Im Falle eines Totalschadens gibt es entweder ein gleichwertiges Handy oder eine finanzielle Entschädigung, abhängig vom Gerätealter. Es gibt Versicherungen, die bereits im ersten Jahr die Hälfte des Wertes des Handys abschreiben.
Erleidet Ihr 699 Euro teures Handy etwa bereits wenige Wochen nach dem Kauf einen Totalschaden, erhalten Sie hier nur noch 349,50 Euro ersetzt.
Bei Austauschgeräten ist zu bedenken, dass dies kein neues Handy desselben Modells sein muss, sondern gemäß einigen Versicherungsbedingungen auch eine ältere, gleichwertige Variante sein kann.

Schadensfall streng geregelt

In den Versicherungsbedingungen findet sich eine Vielzahl von Leistungsausschlüssen und Pflichten des Versicherungsnehmers, bei deren Verletzung die Leistung verweigert werden kann. So sind die Konsumentenschützer immer wieder mit Anfragen konfrontiert, in denen die Versicherung die Leistung ablehnt, weil das Handy angeblich nicht sorgsam verwahrt war, der Schaden grob fahrlässig verursacht wurde oder bei Anzeige des Schadensfalls keine vollständigen Angaben gemacht wurden.

Mindestbindung

Die Verträge sind zum Teil monatlich kündbar, zum Teil gibt es aber auch Mindestbindungen von 1 oder 2 Jahren.

Versicherung wirklich notwendig?

  • Überlegen Sie sich bereits vor dem Kauf des Handys, ob sie dieses versichern lassen wollen und informieren Sie sich vorab über verschiedene Versicherungsmöglichkeiten.
  • Lassen Sie sich bei der Auswahl der Versicherung nicht nur von einer scheinbar günstigen Prämie beeinflussen. Ob sich eine Versicherung auszahlt, hängt auch maßgeblich von der Höhe der Leistung im Schadensfall und einem allfällig zu leistenden Selbstbehalt ab.
  • Melden Sie einen Schadensfall unverzüglich, wahrheitsgemäß und umfassend der Versicherung und zeigen Sie Eigentumsdelikte auch sofort bei der Polizei an.
  • Wenn Sie im Schadensfall eine Ablehnung von der Versicherung erhalten, können Sie sich gerne an den Konsumentenschutz wenden. Unsere Experten/-innen unterstützen Sie gerne!

Handyversicherungen sind daher nach Ansicht der Konsumentenschützer nur für teure Geräte eine Überlegung wert.

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