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Urlaub: So buchen Sie richtig

Wer richtig bucht, spart möglicherweise Geld und legt die Basis für einen erholsamen Urlaub. Prinzipiell sollten Sie Preise vergleichen und Sie folgende Tipps beachten.

Reisevertrag - Was steht drinnen?

Bei einer Reise die Sie telefonisch, mit E-mail oder per Fax buchen, muss der Reisevertrag nicht unterschrieben werden. Denken Sie aber daran, dass Übermittlungsfehler auftreten können und bewahren Sie alle schriftlichen Buchungsunterlagen auf.

Wenn Sie eine Reise über Internet buchen,  informieren Sie sich vorher genau über den Veranstalter und seine Vertragsbedingungen, drucken Sie sich sämtliche Seiten des Buchungsvorgangs aus.

Neu ist ab 1. Juli 2018

Reisebüro und Online-Plattformen als auch der Reiseveranstalter müssen Ihnen Informationsblätter über wichtige Punkte Ihrer Reise aushändigen. Das muss vor Vertragsabschluss passieren

Sonderwünsche schriftlich vereinbaren

  • Sonderwünsche sollten Sie auf jeden Fall in der Buchungsbestätigung vermerken lassen und den Katalog auf die Reise mitnehmen - so können Sie vor Ort das Angebot und die Realität vergleichen und das Versprochene verlangen.

  • Ein Vergleich der unterschiedlichsten Anbieter lohnt sich - denn Preisunterschiede zwischen den Veranstaltern sind sehr häufig.

  • Kontrollieren Sie, ob der Reiseveranstalter eine Insolvenzabsicherung hat.

Anzahlung

Bei der Buchung sind üblicherweise eine Bearbeitungsgebühr sowie eine Anzahlung zu leisten. Die Anzahlung darf aber höchstens 20 Prozent des Reisepreises betragen.
Verlangt der Reiseveranstalter eine höhere Anzahlung, darf er diese erst 20 Tage vor Abreise einfordern. Die Restzahlung steht dem Reisveranstalter frühestens 20 Tage vor Reisebeginn und nur gegen Aushändigung der Reiseunterlagen zu (siehe dazu auch Informationen unter Konkurs des Veranstalters). 

Stornierung und Stornokosten

Unter bestimmten Voraussetzungen kann der Veranstalter die Reise absagen. Sie finden diese in den Reisebedingungen. Meistens wird für die Durchführung einer Reise eine Mindestteilnehmerzahl gefordert. Wird diese zu einem gewissen Zeitpunkt nicht erreicht, kann der Veranstalter die Reise absagen. 

In Fällen höherer Gewalt (Krieg, Streik, Umweltgefahren) kann es sein, dass der Veranstalter seine Leistung unverschuldet nicht erbringen kann. Auch in diesem Fall kann die Reise vom Veranstalter abgesagt werden. 

Grundsätzlich können Sie Pauschalreisen jederzeit stornieren. Allerdings werden je nach Anbietere unterschiedliche Stornogebühren verrechnet.

Besteht keine Reisestornoversicherung, so kann die finanzielle Belastung einer Stornierung recht beachtlich sein. Die Gebühren werden meist höher, je näher der Zeitpunkt der Abreise heranrückt. Ein Blick in die Vertragsbedingungen vor der Buchung lohnt sich in diesem Fall. 

Terror im Urlaubsland - darf ich stornieren?

Die Angst vieler Konsumenten ist groß, wenn es plötzlich vor Urlaubsantritt zu politischen Unruhen und Terroranschlägen im Urlaubsland kommt. 

Achtung

In Österreich gibt es noch keine ausdrückliche gesetzliche Bestimmung, die für diesen Fall ein kostenloses Stornierungsrecht vorsieht.   


Von den österreichischen Gerichten wird Ihnen ein kostenloses Rücktrittsrecht nur dann zuerkannt, wenn die konkrete Gefahr im Urlaubsland so groß ist, dass Ihnen ein Reiseantritt unzumutbar ist (etwa bei bürgerkriegsähnlichen flächendeckenden Unruhen). Dies liegt jedenfalls bei einer ausdrücklichen Reisewarnung des Außenministeriums vor.

Ein "erhöhtes Sicherheitsrisiko" wurde noch nicht als ausreichend angesehen. 

Der Veranstalter ändert Leistungen, was tun?

Nicht selten ändern Reiseveranstalter Ihre Leistungen - spätere Abflugzeiten, ein anderes Zimmer im Hotel. Bei erheblichen Änderungen von wesentlichen Eigenschaften Ihrer Reise haben Sie die Wahl zwischen

  • Zustimmung
  • Kostenlosem Rücktritt vom Vertrag
  •  Annahme einer Ersatzreise, wenn der Veranstalter diese anbietet. Weist ein solches Ersatzangebot keine gleichwertige Qaualität auf,  müssen Sie diese Minderung nicht aktzeptieren und haben auch Anspruch auf angemessene Preisminderung.
Achtung

Der Reiseveranstalter muss Sie vor Beginn der Reise von den Änderugnsvorschlägen in Kenntnis setzen und muss Ihnen eine angemessene Frist einräumen, binnen derer Sie sich entscheiden können. Seit 1. Juli 2018 gilt Schweigen als Zustimmung!

Reise wird plötzlich teurer

Es gilt grundsätzlich der vereinbarte Reisepreis. Eine mögliche Preisänderung muss vertraglich vereinbart sein (Preisgleitklausel) und ist nur unter bestimmten Bedingungen möglich: bei Änderung der Beförderungskosten (etwa dem Treibstoffpreisen), der Flughafengebühren oder Wechselkurse.

Die Preisgleitklausel ist grundsätzlich nur dann wirksam, wenn sie genaue Angaben zur Berechnung des neuen Preises enthält und unter denselben Bedingungen auch eine Preissenkung weitergegeben wird. Seit dem 1. Juli 2018 sind Sie schon bei einer Erhöhung von nur 8 Prozent zum Rücktritt berechtigt. Für Buchungen davor gelten noch 10 Prozent. 

Erfolgt die Reise innerhalb von 2 Monaten nach Vertragsabschluss, ist eine Preiserhöhung nicht zulässig, außer es gibt darüber mit Ihnen eine Sondervereinbarung. Ab dem 20. Tag vor dem Reiseantritt ist jede Preiserhöhung unzulässig. 

Konkurs des Reiseveranstalters

Achten Sie bei der Buchung einer Pauschalreise immer darauf, dass der Reiseveranstalter eine Insolvenzabsicherung hat. Mit dieser Absicherung wird sichergestellt, dass Sie im Konkursfall die angezahlten Beträge zurückbekommen beziehungsweise Ihre Heimreise sichergestellt ist, wenn Sie bereits auf Urlaub sind. 

Um in Konkursfall des Reiseveranstalters Streitigkeiten mit der Insolvenzabsicherung zu vermeiden, sollten Sie nicht mehr als 20 Prozent anzahlen beziehungsweise die Restzahlung nicht früher als 20 Tage vor Reiseantritt tätigen. 

Ob eine Insolvenzabsicherung besteht, erfahren Sie für österreichische Veranstalter auch unter www.bmwfw.gv.at.   

Sollten Sie die Reise schon bezahlt haben und das Reisebüro (= der Reisevermittler) leitet aufgrund von Zahlungsschwierigkeiten das Geld nicht an den Reiseveranstalter weiter, können Sie trotzdem Ihre Reise ohne nochmalige Zahlung antreten, da das Risiko in diesem Fall nicht der Kunde, sondern der Veranstalter trägt.

Konkurs des Reisebüros

Bei verbundenen Reiseleistungen ist  das Reisebüro/Online-Plattform seit 1. Juli 2018 verpflichtet, sich gegen Insolvenz abzusichern, wenn es Ihr Geld entgegennimmt.  Geht der Vermittler pleite, bekommen Sie ihr Geld wieder.

Informationspflicht des Reisebüros und des Reiseverstalters

Das Reiseprospekt / die Homepage des Reiseveranstalters muss enthalten:

  • Wesentliche Eigenschaften der Reiseleistungen (etwa  Bestimmungsort, Aufenthaltsdauer, Ort, Tag und - ungefähre - Zeit der Ab- und Rückreise, Mahlzeiten, im Gesamtpreis enthaltene Besichtigungen, Ausflüge)
  • Kontaktdaten des Reiseveranstalters und des Reisevermittlers
  • Gesamtpreis der Reise
  • Zahlungsmodalitäten, Höhe der Anzahlung
  • Erforderliche Mindestteilnehmeranzahl
  • Pass- und Visumerfordernisse (allerdings muss das österreichi­sche Reisebüro nur über die Bestimmungen für Österreicher/ -innen aufklären, das deutsche Büro nur über jene für Deutsche usw.) sowie die gesundheitspolizeilichen Formalitäten.
  • die ungefähren Fristen für die Reisedokumente
  • die Möglichkeit zum Abschluss einer Reiseversicherung
  • die Rücktrittsmöglichkeit gegen Bezahlung einer Stornogebühr

Darüber hinaus wurden gesetzlich standardisierte Informationsblätter eingeführt, die Ihnen bereitgestellt werden müssen. Aus denen ist ersichtlich, ob es sich um eine Pauschalreise handelt und wer für die ordnungsgemäße Durchführung der Reise verantwortlich ist, sowie inwieweit für Ihre geleisteten Zahlungen eine Insolvenzabsicherung besteht.

Die im Prospekt angegebenen Beschreibungen wie etwa bezüglich Qualität des Hotels, des Strandes müssen stimmen.

Informationspflichten über eventuelle Pass- und Visumerfordernisse bestehen nur gegenüber Angehörigen des Mitgliedstaates, in dem die Reise angeboten wird.

Das Reisebüro/die Online-Plattform dient als Vermittler zwischen Ihnen und dem Veranstalter. Es hat die Aufgabe, notwendige Unterlagen rasch weiterzuleiten und Sie darüber zu informieren, was zusätzlich zum Katalog für Sie wichtig ist. Den Reisevertrag schließen Sie mit dem Veranstalter, so dass dieser für die ordentliche Durchführung der Reise haftet.

Bei Buchungen seit dem 1.Juli 2018 haftet - bei verbundenen Reiseleistungen - auch das Reisebüro, wenn es seinen Informationspflichten nicht nachkommt. 

Buchen übers Internet - das sollten Sie beachten!

Immer mehr Konsumenten nutzen das Internet, um Ihre Urlaubsreise zu buchen. Sie haben hier die Möglichkeit, aus vielen verschiedenen Angeboten auszuwählen.

TIPP
  • Wenn Sie eine Reise über Internet buchen möchten, informieren Sie sich vorher genau über den Veranstalter und seine Vertragsbedingungen. 
  • Achten Sie darauf, dass der Reiseveranstalter seine Adresse, Telefonnummer, Firmenbuchnummer und Kontaktmöglichkeiten angibt.
  • Sichern Sie sich alle wesentlichen Daten durch Abspeichern auf der Festplatte beziehungsweise durch Ausdrucken.
  • Jeder Veranstalter, der in Österreich eine Reise anbietet, ist verpflichtet, eine Absicherung für den Fall seiner Insolvenz zu treffen. Diese Bestimmung gilt auch für alle Veranstalter innerhalb der EU. Vergewissern Sie sich vor Ihrer Buchung, dass der Veranstalter eine Insolvenzabsicherung hat. Ob eine solche Insolvenzabsicherung besteht, erfahren Sie für österreichische Veranstalter auch unter www.bmwfw.gv.at.
  • Buchen Sie nicht bei einem unbekannten Internetanbieter!
  • Besondere Vorsicht ist geboten, wenn der Gesamtpreis lange vor dem Reiseantritt bezahlt werden muss.

Flugverspätung und Annullierung

Ihr Flug fällt aus, die Maschine ist überbucht und Sie müssen am Flughafen bleiben oder die Landung verspätet sich. Sie könnten Entschädigung fordern.

Reisekatalogsprache verstehen

Die Sprache ist oft sehr "blumig" und lässt viel Interpretationsspielraum

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