06.09.2017
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Reisebeschwerden 2017 – eine Zwischenbilanz

Die Urlaubszeit neigt sich schön langsam dem Ende zu. Nach und nach trudeln beim Konsumentenschutz der AK Oberösterreich Reisebeschwerden ein. Erfreulich ist, dass sich bisher nur wenige Konsumenten/-innen wegen klassischer Reisemängel wie Lärm, schmutzige Zimmer und überbuchte Hotels aufgeregt haben. Dafür sind viele mit häufig auftretenden Verspätungen und Ausfällen von Flügen unzufrieden, welche nicht zuletzt in direktem Zusammenhang mit der Insolvenz von Air Berlin stehen. Insgesamt 2.100 Beschwerden aus dem Jahr 2017 haben die Konsumentenschützer/-innen bis jetzt bearbeitet. 

Probleme mit Flügen werden mehr

Zwei Drittel der Beschwerden betrafen heuer Verspätungen, Überbuchungen und Annullierungen, dagegen nur mehr 10 Prozent klassische Reisemängel. 2012 beispielsweise sah das Verhältnis noch völlig anders aus: Während jede/-r Zweite über Reisemängel klagte, beschwerte sich nur jede/-r Fünfte über Flugprobleme. 

Anspruch auf Entschädigung bei Flügen

Für über 100 Betroffene von Flugproblemen erkämpften die Konsumentenschützer/-innen gemeinsam mit FairPlane seit 2016 insgesamt 47.000 Euro Enschädigung. Denn bei Flugverspätung, Flugausfall oder Überbuchung haben die Passagiere Anspruch auf eine von der Flugstrecke abhängige Entschädigung. 

Nur wenige Reisende kennen ihre Rechte und die Fluglinien halten ihre Kunden/-innen hin, wenn sie eine Entschädigung fordern. Die AK-Konsumentenschützer/-innen setzen sich dafür ein, dass Geschädigte zu ihrem Recht kommen und ziehen dafür notfalls auch vor Gericht. Bei Air Berlin können aufgrund der Insolvenz leider keine Entschädigungszahlungen mehr geltend gemacht werden. 

Probleme unbedingt vor Ort reklamieren

Wenn das gebuchte Hotel oder Zimmer nicht den versprochenen Leistungen entspricht, müssen die Probleme umgehend beim Reiseveranstalter reklamiert werden. Bestenfalls kann der Vertreter des Reiseveranstalters die Probleme sofort am Urlaubsort lösen. 

Wenn nicht, sollten die Mängel vom Vertreter in einer „Gästemeldung“ bestätigt werden. Ist das nicht möglich, können die Mängel zum Beispiel durch Fotos festgehalten und durch ein E-Mail an den Veranstalter oder das Reisebüro dokumentiert werden. Ist am Urlaubsort keine Verbesserung möglich, kann zuhause eine Entschädigung für die nicht oder schlecht erbrachten Leistungen verlangt werden.

Dauerbrenner Storno

10 Prozent der heurigen Beschwerden betreffen Stornokosten und Stornoversicherungen, die ihre Leistungen nicht erbringen. Dieser Anteil an den gesamten Beschwerden ist über die Jahre hinweg konstant. 

Tendenziell werden höhere Summen eingeklagt. Das liegt vor allem daran, dass teure Reisen, wie Kreuzfahrten, immer beliebter werden und die Stornokosten dementsprechend hoch sind. Gerade bei sehr teuren Reisen empfiehlt sich daher der Abschluss einer Stornoversicherung vor Reiseantritt. Sie übernimmt bei Stornierung der Reise aus berechtigtem Grund die anfallenden Kosten. 

Sichern Sie sich vor einer Insolvenz Ihrer Fluggesellschaft ab!

Die Insolvenz der Air Berlin war und ist für viele Betroffene nervenaufreibend. Und sie zeigt eine ungleiche Behandlung auf: Während sich Pauschalreisende bei Flugausfall problemlos an den Veranstalter wenden können, ist für jene, die nur den Flug gebucht haben, der Ticketpreis zur Gänze verloren. 

Die Arbeiterkammer Oberösterreich fordert eine gesetzliche Änderung, die auch Fluglinien zu einer Insolvenzabsicherung verpflichtet.

Tipps: Was Sie bei Schwierigkeiten auf Reisen tun können

Was ist bei der Buchung zu bedenken? Wie reklamiere ich richtig vor Ort? Was tun, wenn der Flug Verspätung hat? In der aktuellen Reisebroschüre der AK Oberösterreich finden Sie viele Tipps und Infos rund ums Reisen. 


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