16.07.2019

Vorsicht bei Flug­buchungen über Online-Such­maschinen!

Unzählige Plattformen ermöglichen Urlaubshungrigen in wenigen Schritten einen günstigen Flug zu suchen und zu buchen. Wie die Beschwerden bei den Konsumentenschützern/-innen zeigen, ist es aber oft schwer, Kontakt aufzunehmen um Fragen oder Änderungswünsche abzuklären. Viele Konsumenten/-innen schildern, dass die Vermittler ab dem Zeitpunkt der abgeschlossenen Buchung und Bezahlung häufig keine Unterstützung mehr anbieten. Ein Test von 5 beliebten Vermittlungsplattformen durch die Konsumentenschützer/-innen der AK Oberösterreich zeigt ein ähnliches Bild: Beim Kundenservice haben alle noch viel Luft nach oben!

Gebühren für Buchung und Rück­erstattung der Flughafen­steuern

Opodo.at, fluege.de, kiwi.com, ab-in-den-urlaub.de und expedia.at verrechneten bei unserer Testbuchung als Vermittler von Flügen eine Buchungsgebühr zwischen 2 Euro (expedia) und 14,99 Euro (fluege.de und ab-in-den urlaub).

Darüber hinaus sehen opodo.at, fluege.de und kiwi.com in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen auch Gebühren bis zu 89 Euro für die Rückerstattung von Flughafensteuern und -taxen bei Flugstornierung vor. Nach Rechtsansicht der AK-Konsumentenschützer/-innen sind derartige Zusatzentgelte nicht zulässig, weshalb die Arbeiterkammer mit Musterprozessen dagegen vorgeht.

Im Rahmen der Erhebung der AK Oberösterreich hat jedoch opodo.at erfreulicherweise die Flughafengebühren und Steuern ohne Abzüge zurückerstattet.

Bei ab-in-den-urlaub.de und expedia.at muss sich der Kunde/die Kundin im Falle eines Nichtantritts des Fluges immer selbst um die Rückerstattung kümmern. Und fluege.de verweist bei Billigflügen direkt an die Fluglinie.

Änderungen schwierig bis un­möglich

Die Beschwerden von Konsumenten/-innen über lange Wartezeiten am Telefon bestätigte die Erhebung. Bei einem der Testanrufe betrug diese 50 Minuten. Kiwi stellte bei der Testbuchung nur eine Telefonhotline in Großbritannien in englischer Sprache zur Verfügung.

Bei Änderungen von Billigflügen verweisen die Buchungsportale an die Fluglinie. Namensänderungen können in der Regel von den Vermittlern nicht vorgenommen werden. Bei Stornierungen werden Konsumenten/-innen oft zum Spielball zwischen Buchungsplattform und Fluggesellschaft.

Vermittler oft im Ausland

Sehr viele Betreiber von Suchmaschinen und Buchungsportalen haben ihren Sitz nicht in Österreich. So agiert Opodo.at je nach gebuchter Leistung von Großbritannien oder Spanien aus. Kiwi.com hat den Firmensitz in Tschechien und expedia.at in den USA. Fluege.de und ab-in-den-urlaub.de weisen eine Adresse in Deutschland aus. Eine Rechtsdurchsetzung außerhalb Österreichs ist für einzelne Konsumenten/-innen kaum oder nur mit erheblichem Aufwand möglich.

So buchen Sie clever!

  • Inklusive aller Gebühren sind die Flüge über Plattformen nicht immer günstiger als bei den Airlines direkt. Vergleichen Sie daher die Preise auf mehreren Suchmaschinen mit jenen auf der Website der Airline.

  • Notieren Sie sich die günstigsten Preise. Wechseln Sie zu einem anderen Anbieter, wenn sich während des Buchungsvorgangs auf einer Plattform die Preise erhöhen.

  • Wer ein Paket zum Beispiel mit Flug und Hotel sucht, sollte als Alternative zur Individualbuchung jedenfalls eine Pauschalreise in Erwägung ziehen. Hier hat der Reiseveranstalter alle gebuchten Leistungen zu erbringen und für den Fall einer Insolvenz gibt es eine Absicherung des Reisepreises.

  • Gerade bei teuren Urlauben oder komplizierten Reisen lohnt der Weg ins Reisebüro für eine ausführliche und individuelle Beratung.

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E-MAIL: konsumentenschutz@akooe.at

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