19.05.2016

Online-Reiseportale: Probleme bei Storno

Portale wie urlaubstours.de, flug24.de, fluege.de, Billigfluege.de, reisen-de oder ab-in-den-urlaub.de sind bekannt und beliebt bei Reisebuchungen. Sie haben einiges gemeinsam: Beschwerden über mangelnde Erreichbarkeit, fehlende Preistransparenz oder Nichtauszahlung von Gutscheinen und extrem hohe Bearbeitungsgebühren im Falle einer Stornierung. Sie beschäftigen die Konsumentenschützer/-innen schon seit Jahren.

Konsumenten werden alleine gelassen

Eine besonders ernüchternde Erfahrung musste Herr B. aus  Linz machen. Er hatte eine Reise über flug.24.at für 6 Personen gebucht. Nachdem eine Person nicht mitfahren konnte, wollte er stornieren und wandte sich sogleich an flug.24.at. Sämtliche seiner E-Mail-Anfragen blieben jedoch unbeantwortet und telefonische Anrufe bei dem Unternehmen waren vergeblich. Auf einen eingeschrieben Brief erhielt er letztlich doch eine Antwort. In diesem erklärte man ihm, dass er für die Bearbeitung der Anfrage 15 Euro zu zahlen hätte. Wenn er sich einverstanden erklärt, werde die Anfrage weiter bearbeitet.

Den Vertragsbedingungen entnahm der Konsument dann, dass nicht nur die Beantwortung seiner Anfrage kostenpflichtig ist, sondern zudem auch für die Stornierung selbst Bearbeitungsgebühren in der Höhe von 50 bis 100 Euro anfallen würden. Angesichts der hohen Kosten entschied sich der Konsument gegen die Stornierung und verzichtete auf sein Recht.

Firmen wollen Kunden offenbar zermürben

Derartige Praktiken sind üblich und die genannten Reiseanbieter verweisen immer wieder auf ihre Allgemeinen Geschäftsbedingengen, die ein solches Entgelt vorsehen. Die Wirksamkeit solcher Klauseln ist jedoch rechtlich mehr als zweifelhaft, egal in welcher Höhe.

In Deutschland wurde bereits in einem rechtskräftigen Urteil gegen die Firma Unister festgestellt, dass diese als Reisevermittler keine Bearbeitungsgebühren für die Stornierung, Umbuchung oder Nichtantritt einer Reise verlangen darf.

HINWEIS

Kunden/-innen haben ein gesetzliches Recht, einen Flug zu stornieren und zur Abwicklung einer Stornierung ist die Vertragspartnerin/der Vertragspartner, also die Fluggesellschaft oder die Reiseveranstalterin/der Reiseveranstalter, ohnehin bereits verpflichtet. Wenn eine Vermittlerin/ein Vermittler diese Tätigkeit dann anbietet, darf auch sie/er dafür kein gesondertes Entgelt verlangen. Dennoch verwenden Anbieter/-innen wie flug24.de, fluge.de, Ab-in-den-Urlaub.de, Billigfluege.de, Urlaubs-tours.de  rechtswidrige Vertragsbestimmungen munter weiter! 

Besser nicht buchen

In Österreich gibt es dazu noch keine höchstgerichtliche Judikatur. Die Konsumentenschützer/-innen der AK vertreten die Rechtsansicht, dass solche Bearbeitungsgebühren nicht verlangt werden dürfen. Man sollte sich daher genau überlegen, ob man bei einer dieser Firmen eine Reise bucht.

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