05.06.2018

Payback: Daten für Punkte

Programme zur Kundenbindung gibt es in Deutschland schon länger. Jetzt geht Payback auch in Österreich auf Kundenfang. Geködert wird mit „Belohnungen“ durch Punktesammeln bei Unternehmen wie dm, oeticket und Online-Shops.

Die AK-Konsumentenschützer haben Payback genauer unter die Lupe genommen und empfehlen: Konsumenten/-innen sollten sich gut überlegen, ob Sie für angepriesene Vorteile mit persönlichen Daten bezahlen wollen.

Alles, was man über Konsumenten wissen muss

Durch die Teilnahme am Payback-Programm wird es möglich, branchenübergreifend Daten über das Kaufverhalten der Kartenbesitzer/-innen zu sammeln und so ein detailliertes und persönlichen Kundenprofil zu erhalten.

Dieses Kundenprofil enthält nicht nur Informationen über Menge und Preis der gekauften Waren, sondern gibt auch Rückschlüsse auf die Vorlieben und Gewohnheiten der Konsumenten/-innen: Kauft der Konsument/die Konsumentin gerne in seinem/ihrem Wohnort ein? Zu welcher Tageszeit geht er/sie einkaufen? Welche Art der Bezahlung wird bevorzugt?

Was bringt Punktesammeln?

Kunden/-innen sollen von personalisierter Werbung profitieren und von der Möglichkeit, die gesammelten Punkte im Prämienshop oder an der Kassa einzulösen. Bei dm etwa sammeln wir pro Euro einen Payback-Punkt. Beim Einlösen entspricht ein Punkt einem Cent. Bei einem Punktestand von 9.999 bekommen wir aktuell im Prämienshop einen Compact Staubsauger.

Um diese Punkte anzusammeln, müssen wir bei dm demnach um 9.999 Euro einkaufen. Im Onlineversand kostet der Staubsauger nur 91,99 Euro. Die finanziellen Vorteile halten sich somit in Grenzen.

Beeinflusst Punktesammeln die Kaufentscheidung?

Dazu kommt, dass sich Konsumenten/-innen möglicherweise bewusst für den Einkauf bei einem Payback-Partner entscheiden, um Prämienpunkte anzusammeln, obwohl sie die gekauften Waren bei einem Geschäft außerhalb des Payback-Programmes günstiger erwerben könnten. So zahlen Konsumenten/-innen schon beim Punktesammeln mehr für ihren Einkauf.

Viele Vorteile für Anbieter

Der Payback-Partner profitiert doppelt: Zum einen führt die stärkere Kundenbindung zu einer Umsatzsteigerung und zum anderen gelangt man dadurch an wertvolle Daten über das Kaufverhalten der Kunden/-innen.

Dürfen Partnerunternehmen Daten verarbeiten?

Werfen Sie immer einen kritischen Blick auf vermeintliche Treueprogramme und lesen Sie genau nach, wofür Sie Ihre Zustimmung geben. Wird bei Payback etwa nur die Grundfunktion des Punktesammelns genutzt, gibt Payback Ihre Daten laut Datenschutzerklärung für diesen Zweck an jenes Partnerunternehmen weiter, bei dem Sie die jeweilige Payback-Kundenkarte angemeldet haben.

Wird hingegen auch die Zustimmung zur Datenverarbeitung für Werbung und Marktforschung und zum Abgleich der Daten mit Partnerunternehmen erteilt, können die in der Datenschutzerklärung genannten Partnerunternehmen, bei denen Kundenkarten angemeldet wurden, ein Kundenprofil erstellen und personalisierte Werbung zusenden.

HINWEIS

Diese Einwilligung können Kunden jedoch jederzeit widerrufen, um ausschließlich die Grundfunktion zu nutzen.

dm active beauty Karte ummelden

Die dm active beauty Karte hat mit 28. April 2018 ihre Gültigkeit verloren. Eine weitere Nutzung der angesammelten Punkte ist nur durch Anmeldung und Übertragung auf das Payback-Programm möglich. Ansonsten verfallen Ihre active beauty-Punkte.

Kontakt

Konsumentenschutz
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