Noblesse: Partnervermittler verrechnet unzulässige Gebühren

Sie sind auf der Suche nach Ihrem Liebesglück? Die kostenpflichtigen Partnervermittler der Höfner & Meyer OG – auch bekannt als „Noblesse“ oder „Liebesglück“ – versprechen ihren Kunden/-innen, sie dabei zu unterstützen. Dass dabei aber nicht alles korrekt abläuft, zeigt ein Vermittlungsfall aus dem Hausruckviertel. Einem 79-jährigen Witwer wurden 1.350 Euro vorenthalten. 

1.350 Euro einbehalten

Ein 79-jährige Witwer hatte sich aufgrund einer Zeitungsanzeige für das „Noblesse Partnerinstitut“ bei der Höfner & Meyer OG gemeldet. Beim anschließenden Hausbesuch der Vertreterin im Februar 2017 unterschrieb er sofort einen Vertrag und bezahlte 1.800 Euro Beitrittsgebühren. 

Nur kurze Zeit später entschied sich der Mann allerdings dazu, vom Vertrag zurückzutreten. Da der Vertragsabschluss außerhalb der Geschäftsräume stattfand, stand ihm das gesetzlich auch zu. Die bereits bezahlten 1.800 Euro hätte er damit zurücküberwiesen bekommen sollen. Die Höfner & Meyer OG zahlte aber nur 450 Euro. 

Unzulässige Beträge verrechnet

Der Vertrag sah nämlich vor, dass dem Unternehmen trotz Rücktritt ein erheblicher Betrag zustehen sollte. Die Hälfte des Geldes kommt der Partnervermittlung dabei bereits unmittelbar nach Vertragsunterzeichnung zu. Ab dem ersten Partnervorschlag würden laut Vertrag nach der Kündigung sogar 60 Prozent im Unternehmen bleiben. Jeder weitere Partnervorschlag sollte „prozentuell aufgerechnet“ werden. 

Nach Meinung der AK-Konsumentenschützer sind diese Beträge zu hoch. Deshalb kontaktierten sie den Verein für Konsumenteninformation (VKI) mit dem Anliegen, die Geschäftsbedingungen der Höfner & Meyer OG abzumahnen. Dabei ging es auch um weitere 26 Klauseln, die gesetzeswidrige Bestimmungen enthielten. 

Betroffene bekommen Geld zurück

Der Partnervermittler hat ein Gerichtsverfahren durch Abgabe einer Unterlassungserklärung zu allen 26 Klauseln vermieden. Das Unternehmen hat sich verpflichtet, diese Bestimmungen nicht mehr zu verwenden und sich auf diese auch nicht zu berufen. Der Konsumentenschutz erreichte auch, dass den betroffenen Konsumenten/-innen die zustehenden Beträge schlussendlich ausbezahlt wurden, wodurch auch der Witwer die gesamten 1.800 Euro zurückbekam.

Betroffene Kunden/-innen der Höfner & Meyer OG („Noblesse“, „Liebesglück“) können sich an die AK Oberösterreich wenden, wenn sie ihre Ansprüche geltend machen wollen.

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