23.04.2021

Verkürzte Ski­saison 2019/2020 – Geld zurück für Inhaber der Super Ski Card

Nach der Schließung aller Skigebiete im Frühjahr 2020 aufgrund der Covid-19-Pandemie konnten viele Skifahrer/-innen die gekauften Saisonkarten nicht mehr nutzen. Das Landesgericht Salzburg hat nun in einem richtungsweisenden Urteil den anteiligen Rückzahlungsanspruch zweier Super Ski Card Kunden/-innen aus Niederösterreich bestätigt. Sie erhalten den anteiligen Kartenpreis zurück.

Die Konsumenten/-innen aus Niederösterreich hatten im Herbst 2019 2 Saisonkarten „Super Ski Card“ gültig bis 3. Mai 2021 um je 747 Euro gekauft. Diese konnten sie nach der Schließung der Skigebiete ab 16. März 2020 nicht mehr nut­zen. Sie verlangten entsprechend der Verkürzung circa 25 Prozent des Preises zurück. Dies wurde vom Skigebiet, wie bei vielen anderen Konsumenten/-innen auch, jedoch abgelehnt.

Erfolg vor dem Landesgericht

Die Konsumenten/-innen gingen vor Gericht. Das Bezirksgericht Zell am See wies die Klage noch ab. Vor dem Landesgericht Salzburg waren die Konsumenten/-innen aber erfolgreich. Das Gericht sprach aus, dass es sich um eine zufällige Unmöglichkeit der Leistungserbringen handelt. In diesem Fall werden beide Vertragspartner leistungsfrei. Da die Kon­sumenten/-innen aber für die ganze Saison im Voraus bezahlt haben, steht ihnen die anteilige Rückzahlung zu.

Anteilige Rückzahlung einfordern!

Das vorliegende Urteil bindet nur die Parteien in diesem Gerichtsverfahren und verpflichtet das Unternehmen nicht zur Rückzahlung an andere Inhaber der Super Ski Card. Es ist jedoch zu erwarten, dass es das Unternehmen nach diesem richtungsweisenden Urteil nicht auf weitere Klagen ankommen lässt. Käufer/-innen der Super Ski Card sollen daher mit dem Hinweis auf dieses Urteil die anteilige Rückzahlung einfordern.

Gilt das Urteil auch für andere Skigebiete?

Das Urteil wurde vom Landesgericht Salzburg ausgesprochen und ist rechtskräftig. Die Argumente aus diesem Urteil können Konsumenten/-innen auch gegen andere Skigebiete vorbringen. Es besteht jedoch die theoretische Möglichkeit, dass die Rechtsfrage von anderen Landesgerichten anders entschieden wird. Eine Klärung der Rechtsfrage wird ein Urteil des Obersten Gerichtshofes bringen – dieser konnte aufgrund des geringen Streitwertes im konkreten Fall aber nicht befasst werden.  

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