29.01.2021

Kredit­stundungen müssen verlängert werden!

Das gesetzliche Stundungsrecht für Kredite und Kontoüberziehungen gilt nur noch bis Sonntag, 31. Jänner 2021. Und das obwohl die Corona-Pandemie und die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die von Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit betroffenen Menschen noch lange nicht ausgestanden sind. „Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dürfen nicht zu Bittstellern werden! Dieser Rechts­anspruch auf Stundung muss bis 30. Juni 2021 verlängert werden“, fordert der Präsident der Arbeiterkammer Oberösterreich Dr. Johann Kalliauer. Die Finanzexperten/-innen der AK fordern darüber hinaus, dass für die gestundeten Raten keine Zinsen anfallen dürfen.

Weniger Einkommen, zusätzliche Ausgaben

Die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Oberösterreich sind täglich mit den Schicksalen jener konfrontiert, die sich Ihre Ratenzahlungen nicht mehr leisten können. So wandte sich auch Herr B. aus Wels an die Finanzexperten der AK OÖ. Während Herr B. zumindest noch ein reduziertes Einkommen aus der Kurz­arbeit bezieht, wurde seine Frau mittlerweile arbeitslos. Da auch die üblichen Überstunden weggefallen sind, hat sich das Familieneinkommen drastisch reduziert. Die 3 Kinder im Schulalter brauchten dann auch noch neue Geräte für den Unterricht daheim. An eine regelmäßige Raten­zahlung ist bei Familie B. momentan gar nicht zu denken.

Koste es was es wolle?

„Wenn die Regierung hier nicht Verantwortung übernimmt und das Recht auf Stundung für Herrn B. und alle anderen Betroffenen verlängert, schlittern viele Familien völlig unverschuldet in den finanziellen Ruin!“, sorgt sich AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. „Es ist überhaupt nicht einzusehen, dass das Geld für große Konzerne mit dem Füllhorn ausgeschüttet wird und für Arbeit­nehmerinnen und Arbeitnehmer ist nicht einmal ein Stundungsverlängerung drinnen!“, empört sich AK-Präsident Dr. Kalliauer.

Recht auf Stundung, Wegfall der Zinsen und keine Negativ­einträge

Die Experten/-innen der Arbeiterkammer Oberösterreich schlagen vor, das Recht auf Ratenstundung bis 30. Juni 2021 für alle zu verlängern, die sich Corona-bedingt die Rückzahlung von Raten bei Kreditverträgen, Leasingverträgen und Kontoüberziehungen nicht leisten können. Die bisherige maximale Stundungs­phase von 9 Monaten entspricht nicht den aktuellen Umständen der Betroffenen und muss daher entfallen. Darüber hinaus ist vom Gesetzgeber klarzustellen, dass während sämtlicher Corona-bedingter Stundungen keine Zinsen anfallen dürfen. Auch darf es keine Negativ­einträge beim Kreditschutzverband oder bei Bonitätsdatenbanken dazu geben.

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