26.09.2019

AK Bankenmonitor Studentenkonto: Und ewig lockt das Gratis-Konto!

Die angebotenen „Gratis-Studenten/-innen-Konten“ können mitunter teuer werden, warnt die AK. Ein AK Mystery Shopping bei 10 Banken zeigt: Gratis ist nicht immer gratis. Saftige Zusatzspesen werden meist unter den Teppich gekehrt. Die Habenzinsen sind bei etlichen Banken auf dem Nullpunkt, die „Minuszinsen“ geschmalzen. 

Studentenkonten von 10 Banken im Vergleich (0,5 MB)

Spesen fallen häu­fig unter den Tisch

Bei den Studenten/-innen-Konten wird oft mit „Gratis-Konto“ und vielen Zusatzleistungen geworben, etwa Ermäßigungen für Konzerte. Der AK Mystery Shopping Test zeigt: In der Kontoführung und bei der Debitkarte (Bankomatkarte) sind Studenten/-innen-Konten meist kostenlos, aber nicht immer sind alle Dienstleistungen spesenfrei. Es können erhebliche Zusatzspesen anfallen - sie bleiben jedoch meist im Verborgenen.

So verlangen etwa 5 der 10 Banken für manuelle beziehungsweise beleghafte Überweisungen am Bankschalter Spesen zwischen 59 Cent und 2,68 Euro. 5 verlangen keine Spesen. Oder beispielsweise beim Bawag-Studenten/-innen-Konto ist die Kontoführung nur kostenlos, wenn man im Plus ist. Bei der ING Bank ist die Kontoführung kostenlos, wenn es monatliche Mindesteingänge von 300 Euro gibt - falls nicht, kostet die monatliche Kontoführung 4,20 Euro. Das Raiffeisenkonto inkludiert eine kostenlose Kontoführung bis zum 24. Lebensjahr, danach sind die Kontoentgelte rabattiert bis zum 26. Lebensjahr.

Auch auf den Bankenwebsites sind die Konditionen teilweise versteckt oder überhaupt nicht zu finden, etwa die Kontoführung bei Überziehung kostet 3,28 Euro pro Quartal beim Bawag-Studenten/-innen-Konto. „Studentinnen und Studenten, die die Konditionen genau unter die Lupe nehmen wollen, haben es nicht so einfach“, schlussfolgert AK Konsumentenschützer Christian Prantner. „Denn die wichtigsten Konditionen sind häufig nicht ersichtlich. Die Werbetrommel wird für Club-Vorteile oder Kreditkarten gerührt, die nur im 1. Jahr gratis sind.“

„Die Habenzinsen muss man mit der Lupe suchen“, betont Prantner. Jede zweite getestete Bank bietet für Guthaben am Konto einen Habenzinssatz von null Prozent an. 5 von 10 Banken haben eine Verzinsung zwischen 0,01 und 0,5 Prozent. 

„Minuszinsen“ ge­schmalzen

„Wer sein Konto überzieht, zahlt teuer drauf“, so Prantner. Die Sollzinsen für Überziehungen reichen von 6,9 bis 12 Prozent. Wer bei der ING Bank mit bis zu 50 Euro im Minus ist, zahlt keine Zinsen. „Die Höhe des Überziehungsrahmens ist oft Vereinbarungssache und vom Einkommen abhängig. Wie hoch der Rahmen sein kann, blieb zumeist unklar.“ 

Banken müssen Kunden/-innen die sogenannte Entgeltinformation aushändigen (Übersicht von wichtigen Spesen und Überziehungszinsen). Das machte aber nur eine Bank. 

Tipps, was bei Studentenkonten zu beachten ist!

  • Gratis ist nicht immer gratis:
    Achtung, das Argument „Gratis-Studentenkonto“ ist nur halbrichtig. Kostenführung, Buchungen wie Gutschriften, Daueraufträge oder Bankomatbehebungen sind tatsächlich oft kostenlos - aber nicht immer. Es können eine Menge Zusatzspesen für Bartransaktionen am Schalter oder für Erlagschein-Buchungen anfallen. Manche Leistungen (etwa Kreditkarte) sind nur im 1. Jahr kostenlos.
     
  • Guthabenzinsen am Nullpunkt:
    Die Guthabenzinsen machen zumeist null Prozent aus. Nur machen Banken bieten für Guthaben Zinsen zwischen 0,01 und 0,5 Prozent.
     
  • Saftige Minuszinsen:
    Die Sollzinsen bei einer Kontoüberziehung sind geschmalzen und betragen im Schnitt 9 Prozent. Ein permanentes Minus kommt daher teuer. Vereinbaren Sie daher die Höhe des Überziehungsrahmens, um sehr teure Überziehungen über den Rahmen hinaus oder ins Minus zu vermeiden. Überziehen Sie über den vereinbarten Rahmen, kommen zu den Sollzinsen noch Zinsen von null bis 4,86 Prozent dazu. Einige Banken betonen, dass die Überziehungszinsen verhandelbar sind. Vorsicht, zu den Zinsen können zusätzlich Zusatzspesen für die Kontoführung dazukommen, wenn das Konto im Minus ist.
     
  • Achtung, Alter:
    Achten Sie auf die Altersgrenzen. Bei Überschreiten der Altersgrenze kann das Studenten/-innen-Konto auf ein „normales“ Girokonto umgestellt werden. Der AK Mystery Shopping Test zeigt: Die Altersgrenzen für Studenten/-innen-Konten sind sehr unterschiedlich - zwischen 24 und 30 Jahre oder mit dem Studienabschluss.
     
  • Check mit AK Bankenrechner macht sicher:
    Vergleichen Sie die Studenten/-innen-Konten (österreichweit oder für einzelne Bundesländer). Das Ranking erfolgt auf Basis der jährlichen Kontokosten für verschiedene frei wählbare Nutzer/-innen-Modelle. Sie können auch nach der Höhe von Soll- und Habenzinsen sortieren. Den AK Bankenrechner finden Sie unter www.ak-bankenrechner.at.

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