12.07.2019

BAWAG P.S.K zahlt unrechtmäßig kassierte Spesen zurück

In den ver­gangenen Jahren gab es viele Beschwerden in der AK Kon­su­men­ten­be­ra­tung. Es ging um Spesen für händisch nach­be­ar­bei­te­te Zahl­scheine, nach­teilige Zins­senkungen und das Einstellen der Zusendung von Konto­auszügen per Post durch die BAWAG P.S.K. Die AK hat nach einer Verbands­klage Recht bekommen und hat nun eine konsumenten­freundliche Lösung erreicht: Konsument­en/-innen können sich an die Bank wenden – sie zahlt die zu Unrecht ein­ge­hobenen Spesen zurück.

Entgelte zu Unrecht ver­rechnet

2015 gab es in der AK Konsumenten­beratung viele Beschwerden von ver­är­ger­ten Konsumenten/-innen. Für die manuelle Nach­bearbeitung von Zahl­scheinen verrechnete die BAWAG P.S.K. je nach Konto­modell Entgelte in Höhe von 1,00 bis 3,90 Euro. Diese Gebühr wurde oft auch verlangt, wenn die Kunden/-innen den Zahl­schein ordnungs­gemäß und gut leserlich ausgefüllt hatten. Offen­bar waren technische Mängel der Auto­maten dafür ver­ant­wort­lich. Das Gericht hat festgestellt, dass die Ver­rechnung dieser Entgelte nicht zu Recht erfolgt sei. Alle Konsument­en/-innen, die diese Spesen bezahlt und noch nicht zurück­be­kommen haben, können sich nun an die BAWAG P.S.K. wenden und die Gutschrift der Spesen beantragen.

Änderung der Soll- und Habenzinsen: Überprüfung verlangen

Ab 2015 hat die BAWAG P.S.K. vielen Kunden/-innen eine Senkung von Soll- und Haben­zinsen angekündigt. Nach Ansicht der AK war die zugrundeliegende Vertrags­klausel nicht gesetzes­konform – das Gericht hat die AK bestätigt. Ob die Senkung der Zinssätze für Konto­kunden/-innen letztlich nachteilig war, hängt allerdings von der individuellen Nutzung des Girokontos ab. Das muss in jedem Einzelfall über­prüft werden. Betroffene wurden bereits von der BAWAG P.S.K. informiert, dass auf Kundenanfrage eine Nachr­echnung erfolgt. Die Überprüfung kann über die Homepage der BAWAG P.S.K. beantragt werden. In Fällen, in denen wegen einer regel­mäßigen Konto­überziehung die Korrektur für Konsumenten/-innen nach­teilig wäre, kann der Antrag zurück­gezogen werden.

Einseitige Vertrags­änderung

Bei bestimmten Konto­modellen war als Service die postalische Zusendung von Konto­auszügen gegen Verrechnung von Porto­spesen vorgesehen. Dieses Service wurde von der BAWAG P.S.K. Ende 2016 auf­ge­kündigt. Diese einseitige Vertrags­änderung durch die BAWAG P.S.K. war aber rechts­widrig. Die BAWAG P.S.K. wird den von der Änderung betroffenen Kunden/-innen daher auf Anfrage dieses Service in Zukunft wieder anbieten.

Tipp

Die AK rät betroffenen Konsument­en/-innen, die via Konto­auszug und E-Banking übermittelten Informationen zu beachten und sich an die BAWAG P.S.K. zu wenden. Sie prüft alle Fälle. Für einzelne Kunden/-innen wird der gut­geschriebene Betrag wahr­schein­lich meist nur gering sein. Ins­ge­samt handelt es sich allerdings wohl um ein be­trächt­liches Körberl­geld für die Bank.  

Mahn­kosten und Verzugs­zinsen

In einem rechtskräftigen Urteil des Oberlandesgerichtes Wien (26. Jänner 2017) wurden pauschale Mahnkosten (je nach Mahnstufe ansteigend von 22 Euro bis 55 Euro) wegen der Unverhältnismäßigkeit und der nicht nachvollziehbaren Steigerung mit jeder weiteren Mahnung als unzulässig beurteilt. Auch die Verrechnung von Verzugszinsen in Höhe von 5 Prozent p.a. wurde im Detail für nicht nachvollziehbar erklärt.

Tipp

Falls Ihnen in der Vergangenheit gestaffelte Mahnkosten verrechnet wurden, können Sie diese von der Bawag P.S.K. zurückfordern.

Kontakt

Kontakt

Konsumentenschutz
TEL: +43 50 6906 2
E-MAIL: konsumentenschutz@akooe.at
  • © 2019 AK Oberösterreich | Volksgartenstrasse 40 4020 Linz, +43 50 6906 0

  • Datenschutz
  • Impressum