11.03.2022

Sparen für Kinder

Ob Führerschein, eigene Wohnung oder Studium –  es gibt viele erste finanzielle Herausforderungen für junge Erwachsene. Eltern, Großeltern oder auch Paten möchten dafür frühzeitig Vorsorge treffen. Banken und Versicherungen bieten dafür verschiedene Produkte an: Spareinlagen, Bausparverträge, Fondssparen, Pensions- oder Lebensversicherungen – je nach Wunsch und Risikoneigung. 

Spareinlagen: klassisch und risikolos

Die derzeitige Niedrigzinsphase lässt diese Art des Sparens auf den ersten Blick wenig attraktiv erscheinen. Der Vorteil liegt in der Flexibilität bei Einzahlungshöhe, Laufzeit, Sicherheit und Verfügbarkeit. Einige Banken bieten „Kinder“-Sparangebote an, die für einen gewissen Zeitraum beziehungsweise bis zu einer gewissen Altersgrenze mit einem attraktiveren Zinssatz versehen sind.

Neben der Suche nach dem besten Zinssatz sollten auch mögliche anfallende Kosten bei Eröffnung und Schließung des Sparbuches berücksichtigt werden. Die Gebühren bewegen sich derzeit zwischen 4 und 6 Euro. Eine Aufteilung auf mehrere Sparkonten kann sich somit als echte „Kostenfalle“ entpuppen.

Festgeld: sicher, aber unflexibel

Soll ein bestimmter Betrag für eine längere Zeit angelegt werden, eignen sich höher verzinste Festgeldkonten. Jedoch kann hierbei der Sparbetrag nicht aufgestockt und die Laufzeit selten vorzeitig beendet werden. In manchen Fällen werden dann Zinsen sogar zurück verrechnet.

Jugendbausparen

Auch das Bausparen stellt eine weitverbreitete Geldanlage für die Kleinen dar. Monatlich oder einmalig wird ein Betrag eingezahlt. Für Jugendbausparverträge gibt es häufig eine bessere Verzinsung. Die Vertragslaufzeit beträgt 6 Jahre und wird durch eine steuerfreie staatliche Prämie gefördert. Diese beträgt im Jahr 2022 bei der höchstmöglich geförderten Einzahlung von 1.200 Euro 18 Euro. Die jährliche Kontoführungsgebühr kann sogar 9,38 Euro pro Kalenderjahr betragen (bis zu 7 mal!). Bei geringen Sparraten wird die staatliche Prämie durch die Kontoführungsgebühr verbraucht oder sogar das Sparkapital angeknabbert.

Ein Bausparvertrag sollte nur abgeschlossen werden, wenn dieser auch wie vereinbart bespart wird. Wenn die Sparsumme nicht erreicht wird oder der Vertrag vorzeitig aufgelöst wird, kann das sogar Geld kosten. Ein erfüllter Bausparvertrag bietet den jungen Erwachsenen die Möglichkeit ein Bauspar- bzw. Ausbildungsdarlehen aufnehmen zu können.

Sparbücher, Festgelder und Bausparverträge sind von der Einlagensicherung gedeckt und stellen eine risikolose Anlage dar. Sogar im Insolvenzfall der Bank sind 100.000 Euro pro Person gesichert.

Lebens- und Pensionsversicherungen

Gerne werden auch Pensions- oder Lebensversicherungen für Kinder angeboten. Versicherungsnehmer und zur Prämienzahlung verpflichtet ist ein Erwachsener, das Kind kann die versicherte und begünstigte Person im Erlebensfall sein. Hier gilt zu beachten, dass die Versicherungssumme die üblichen Begräbniskosten nicht übersteigen darf. Es gibt spezielle Produkte für Kinder, die im Fall des Ablebens des Versicherungsnehmers die Prämien bis zu einem bestimmten Zeitpunkt übernehmen, sodass das vereinbarte Sparziel erreicht und ausbezahlt wird.

Bedenken Sie jedoch, dass Versicherungen meist auf einen längeren Zeitraum abgeschlossen werden und eine vorzeitige Auflösung in der Regel zu Verlusten führt. Die anfallenden Kosten wie z.B. die Abschluss- und Verwaltungskosten, Risikoprämien inklusive der Prämie für die möglicherweise zu übernehmenden Prämien im Ablebensfall des Versicherungsnehmers, sowie die Versicherungssteuer werden von den Einzahlungen abgezogen und mindern den Sparanteil.

Für Vertragsabschlüsse bis zum 30. Juni 2022 bieten noch einige Versicherungen einen Garantiezinssatz von 0,5 % p.a., danach beträgt der erlaubte garantierte Höchstzinssatz 0 % p.a. Somit liegt die garantierte Erlebenssumme bei Ablauf einer klassischen Lebensversicherung unter den Einzahlungen.

Wertpapiere und Fondssparpläne

Ein möglicher höherer Ertrag einer Wertpapierveranlagung steht einem höheren Risiko und höheren Kosten gegenüber. Besonders bei geringen Veranlagungen und Fondssparplänen sind die Mindestgebühren zu beachten. Negative Kursschwankungen führen bei dringendem Kapitalbedarf zu Verlusten und können einen langen Atem erfordern und sind daher für kurzfristige Veranlagungen nicht geeignet. Soll die Veranlagung auf das minderjährige Kind lauten, muss in mündelsichere Wertpapiere investiert werden. Ansonsten wäre auch ein Totalverlust möglich.

Edelmetalle: Gold, Silber & Co

Goldbarren, Goldmünzen und Silbermünzen haben sich im langjährigen Vergleich als sehr werthaltige Veranlagungsformen bewährt und werden somit auch gerne bereits zur Geburt an die Kinder verschenkt. Bei einer Veranlagung in Edelmetalle muss aber auch für eine sichere Verwahrung gesorgt werden und im Falle eines Verlustes ist diese unwiderruflich verloren. Da bei Edelmetallinvestments keine Zinsen anfallen, kann ein Gewinn nur durch einen steigenden Goldpreis erzielt werden. Goldsparpläne, bei denen monatlich kleine Einheiten mit den Prämien erworben werden, zeigten sich meist als sehr kostenintensiv. In den wenigstens Fällen wird dabei das Gold auch ausgehändigt.

 

TIPPS

  • Definieren Sie vor dem Vertragsabschluss: Sparziel, Höhe der Einzahlungen und die Laufzeit. Vorzeitige Auflösungen bei Kapitalbedarf können hohe Verluste mit sich bringen!
  • Beachten Sie immer: Je höher die in Aussicht gestellte Rendite ist, desto höher ist das dahinterstehende Risiko!
  • Lesen Sie vor Vertragsabschluss sämtliche Unterlagen genau durch und fragen Sie nach, wenn Ihnen etwas Unklar ist.


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