29.10.2019

Fonds­sparen: Hohe Spesen müssen durch Kurs­gewinne ver­dient werden!

Die Niedrigzinsphase hält an und als Alternative zu Spareinlagen werden immer häufiger Fondsparpläne empfohlen. Die Finanzexperten/-innen der Arbeiterkammer Oberösterreich haben daher die Fondswerte bei einer Null-Prozent-Entwicklung mit den Guthaben von Spareinlagen verglichen. Das Ergebnis zeigt klar: Damit Fondssparen Gewinne bringt, braucht es hohe Wertsteigerungen. Die AK Oberösterreich rät Anleger/-innen, beim Fondssparen die anfallenden Kosten zu vergleichen und das Verlustrisiko zu bedenken!

Fondssparpläne im Vergleich (0,6 MB)

100 Euro monatlich in Fonds oder aufs Sparbuch

Es wurden monatliche Einzahlungen in Höhe von 100 Euro angenommen, die in einen „hauseigenen“ Fonds der jeweiligen Bank investiert wurden. Die dabei anfallenden Kosten wie Kaufspesen, Management-, Depotgebühren und die Kontoführungsgebühr für das Verrechnungskonto wurden beim Fondswert für eine Ansparzeit von 5 und 10 Jahren berücksichtigt. Für diese Berechnung wurde eine Wertsteigerung der Fondveranlagung von Null angenommen. Im Vergleich dazu wurde das Guthaben bei einem klassischen Sparprodukt bei selber monatlicher Einzahlung und Laufzeit ermittelt. Verwendet wurde dafür der Bankenrechner der Arbeiterkammer.

Kosten schmälern Fonds­wert er­heblich

Unter den angeführten Annahmen würde das Kapital bei risikolosen Spareinlagen auf jeden Fall erhalten bleiben und trotz der derzeit geringen Zinsen wachsen. Die Ertragsvorteile der Sparprodukte zu den Depotwerten unter der Annahme einer Null-Prozent-Performance der Fonds betragen im Durchschnitt bei 5-jähriger Laufzeit 737 Euro und bei 10-jähriger Laufzeit 2.227 Euro. 

Geringere Gebühren bei haus­eigenen Fonds

Mindestdepotgebühren und fixe Gebühren für das Verrechnungskonto reduzieren einen wesentlichen Anteil der Einzahlungen in Fonds. Die Managementgebühren der Investmentfonds werden dazu im Fonds verrechnet und verringern den Kurswert. Bei den „hauseigenen“ Fonds sind die Gebühren vergleichsweise gering. So kostet laut Musterrechnung ein Franklin Templeton Fonds 175 Euro jährlich. Der günstigste angebotene Fonds von der Sparkasse Oberösterreich kostet im Vergleich um 109 Euro weniger. Der Franklin Templeton Fonds müsste einen Kursanstieg von 14,5 Prozent pro Jahr erreichen, damit zumindest die Kosten verdient werden. Beim Fonds der Sparkasse wären hingegen „nur“ 5,5 Prozent jährliche Wertsteigerung notwendig.

Spekulation auf steigende Kurse

Veranlagungen in Investmentfonds beinhalten die Chance auf Erträge, wenn die Kurse steigen. Gleichzeitig besteht das Risiko das eingesetzte Kapital zu verlieren. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indiz für Trends und Anlegern/-innen sollte das Risiko bewusst sein. Die fortwährend verrechneten Kosten für den Kauf, die Verwahrung und das Management der Fonds schlagen sind hoch und vermindern auf jeden Fall die Einzahlung und damit die Erträge.

Hinweis

Bedenken Sie, dass der Zugriff auf Ihr Fondsvermögen bei niedrigen Kurswerten zu großen Verlusten führen kann. Daher sollte der „Notgroschen“ nicht in derartige Produkte investiert werden. Für kurzfristigen Geldbedarf, zum Beispiel eine ungeplante Autoreparatur, eignen sich eher Spareinlagen.

Kosten beim Fondssparen minimieren

  • Holen Sie mehrere Angebote zum Fondssparen ein und vergleichen Sie die Kosten.

  • Durch die Nutzung des Girokontos als Verrechnungskonto können die Kosten reduziert werden.

  • Erkundigen Sie sich nach Vergünstigungen. Die Sparkasse Oberösterreich bietet zum Beispiel derzeit in den ersten 3 Jahren bis zu einer Höchstgrenze von 10.000 Euro eine kostenlose Depotführung an.

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