13.6.2014
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Zahlen mit Karte und Handy

Neue Technologien, wie NFC (Near Field Communication) ermöglichen rasches und kontaktloses Zahlen mittels Karte. Als Trend für die Zukunft wird Mobile Payment, also Zahlen mit Handy, gesehen.

Debitkarten für den täglichen Einkauf

Am häufigsten wird zum bargeldlosen Zahlen die Bankomatkarte (Maestrokarte) genutzt. Die Bankomatkarte fehlt in fast keiner Brieftasche mehr und dient neben der Funktion als Kontokarte zum Beheben von Bargeld auch als Zahlkarte an zahlreichen Terminals.

Kreditkarten für Internetshopping und als Reisezahlungsmittel

Kreditkarten werden häufig für die Zahlungen größerer Beträge und beim Einkauf im Internet genutzt. Die weltweit kostenlose Zahlungsmöglichkeit und optionale Funktionen wie Reise- und Stornoversicherungen machen die Kreditkarte auch als Reisezahlungsmittel sehr attraktiv. Zu den Big Playern in Österreich gehören MasterCard und VISA.

Prepaid Produkte – Quick

Zu den Prepaid Produkten zählt beispielsweise die elektronische Geldbörse Quick. Sie können sich im Vorfeld (pre-paid) einen gewissen Betrag auf Ihre Bankomatkarte mit Quickfunktion laden, über das Sie dann an POS-Kassen mit Quick Funktion verfügen können.

Prepaid-Kreditkarten, die wiederaufladbar oder als einmalige Geschenkkarten erhältlich sind, eignen sich aufgrund des limitierten Betrages für Reisen und Internetshopping, vor allem auch für junge Konsumentinnen und Konsumenten, die im Umgang mit unbaren Zahlungsmitteln erste Erfahrungen sammeln können.

Kontaktloses Zahlen mittels NFC-Technologie

Eine Neuerung im unbaren Zahlungsverkehr stellt seit einiger Zeit die Möglichkeit des kontaktlosen Zahlens dar. Beim kontaktlosen Zahlen wird der Betrag durch einfaches Anhalten der Karte an ein Lesegerät (im Abstand von max. 10 cm) abgebucht. Near Field Communication (NFC) heißt die Technik, die Bezahlen mit Bankomat- und Kreditkarten ohne Stecken der Karte, Eingabe einer PIN oder Abgabe einer Unterschrift durch drahtlose Übertragung von Daten möglich macht. NFC-Zahlungen sind nur an mit Kontaklos- oder PayPass-Logo gekennzeichneten Terminals und bei Besitz einer Karte mit NFC-Funktion möglich. Zahlvorgänge an Supermarktkassen, Fahrkarten- oder Parkautomaten sollen so in Zukunft beschleunigt werden.

NFC-Karten in Oberösterreich

Eine Erhebung bei den oberösterreichischen Banken ergab, dass je nach Bank  bisher rund 30-50 Prozent der Kunden eine NFC-fähige Bankomatkarten erhalten haben. Sparda Bank und Volksbank haben bereits alle Bankomatkarten ihrer Kundinnen und Kunden mit der kontaktlosen Zahlfunktion ausgestattet. Grundsätzlich werden ablaufende Karten mit neuen NFC-fähigen Karten kostenlos getauscht. Auf Wunsch können Sie auch vor Ablauf Ihrer Karte eine NFC-fähige Bankomatkarte bei Ihrer Beraterin oder Ihrem Berater beantragen. Dafür können je nach Bank Kosten für die ersatzkarte in Höhe von 8 bis 14 Euro anfallen. Die Sparkasse Oberösterreich tauscht beim vorzeitigen Umstieg die Karte kostenlos aus. Bei der Raiffeisenbank und der Hypo Oberösterreich können die Kosten mit dem Berater ausverhandelt werden.

Mobile Payment  - Zahlen mit dem Handy

Die Nutzung mobiler Endgeräte steigt auch in Österreich enorm. So geht der Trend beim bargeldlosen Zahlungsverkehr ebenfalls eindeutig in Richtung mobile Payment. Ein Großteil der heute im Handel erhältlichen Smartphones sind bereits mit der NFC-Technologie ausgestattet (außer Apple iPhones). Auch MasterCard und VISA arbeiten an mobilen Zahlungsfunktionen, die Zahlungen mittels Handy und Abrechnung über die Kreditkarte in Zukunft ermöglichen sollen. VISA kündigt auf ihrer Website an auch in Österreich bald VISA Mobil Zahlungen zu ermöglichen.

paybox

Viele Konsumentinnen und Konsumenten nutzen bereits ihr Handy zum Bezahlen von Parktickets und Fahrscheinen für den öffentlichen Verkehr. Bekanntester Anbieter in Österreich in dieserm Bereich ist die Firma paybox. Bei über 3.000 Akzeptanzstellen in Österreich können Sie mit paybox Parkscheine, Fahrkarten, Eintrittskarten, Lottotipps, etc. erweben. Je nach Service, welches Sie mit paybox nutzen wollen, können Sie sich für ein kostenloses oder kostenpflichtiges Produkt anmelden. Bei Anmeldung erhalten Sie einen Aktivierungscode und eine 4-stellige paybox PIN. Jede Zahlung müssen Sie über das Handy mit Ihrer 4-Stelligen PIN bestätigen und so freigeben. Die Beträge werden dann von Ihrem Bankkonto abgebucht.

Im Herbst 2013 stand paybox medial sehr im Fokus. Paybox versuchte gestützt auf eine „Ver-schwiegenheitsklausel“ in deren AGB’s ihre Kunden durch Schweigen auf eine zugesandte SMS in neue und letztlich entgeltliche Vertragsverhältnisse zu zwingen.  Ein aktuelles Urteil in dieser Sache des OLG Wien vom 18.04.2014 hat nun zur Folge, dass sich paybox nicht mehr auf diese Klausel berufen darf und die Vertragsänderungen damit unwirksam sind.   

VeroPay - Zahlen mit App

Mittlerweile gibt es auch Apps, die zum Zahlen in diversen Akzeptanzstellen eingesetzt werdn können. So können Sie beispielsweise mit der App „VeroPay“ in zahlreichen Filialen von Billa, Merkur, Hartlauer und MPreis Ihren Einkauf bezahlen. Vor dem ersten Einkauf müssen Sie sich online anmelden. Voraussetzung ist lediglich ein Konto bei einer österreichischen Bank, sowie ein Mindestalter von 18 Jahren. An der Kasse öffnen Sie lediglich Ihre VeroPay-App mit einem von Ihnen festgelegten Sicherheits-Code. Bei jeder Transaktion wird automatisch ein Barcode, der sogenannte Blue Code, generiert. Dieser Code wird vom Handscanner an der Kasse gescannt und Ihr Einkauf über Ihr Bankkonto abgerechnet.  

Mobile Wallet Initiative Austria

Im Herbst 2013 wurde die Mobile Wallet Initiative Austria ins Leben gerufen, die aus Mitgliedern von führenden österreichischen Unternehmen aus dem Banken-, Kreditkarten-, Kartenpersonalisierungs-, Informations- und Kommunikationstechnologie-Bereich besteht. Gemeinsam soll ein österreichischer Standard für eine mobile Brieftasche, eine sogenannte „Mobile Wallet“ entwickelt werden. Mit dieser mobilen Geldbörse soll es möglich sein kontaktlos zu zahlen und Zusatzangebote, wie Kundenkarten, Gutscheine und Coupons durch einen reine kontaktlosen Vorgang an den Kassen zu nutzen.

Factbox: Missbrauch und Haftung bei NFC-Zahlungen

Da für kontaktlose Bezahlvorgänge die Sicherheitsbarriere der PIN-Eingabe entfällt, könnten vermehrt Kartendiebstähle auftreten. Ein etwaiger Schaden ist nach oben hin begrenzt, da pro Zahlung nur Beträge bis zu 25 Euro beglichen werden können. Als zusätzliche Sicherheitsvorkehrung sind maximal 5 Zahlungsvorgänge hintereinander ohne PIN-Eingabe möglich. So ist ein etwaiger Schaden im Missbrauchsfall auf einen Wert von 125 Euro beschränkt.

Wer haftet für den Schaden?

Derzeit haften Konsumenten bei Kartenverlust oder Diebstahl bei leichter Fahrlässigkeit mit höchstens 150 Euro und bei grober Fahrlässigkeit für den gesamten Schaden bis zur Anzeige des Verlustes oder Diebstahls beim Sperrnotruf. Alle Banken gaben im Zuge der Erhebung an für missbräuchliche kontaktlose Transaktionen für den Schaden (125 Euro) zu haften, wenn kein grob fahrlässiges Verhalten nachweisbar ist. Die Sparkasse Oberösterreich, die VKB und die Volksbank Linz-Wels-Mühlviertel führen an, für alle Schäden im Zusammenhang mit missbräuchlichen kontaktlosen Zahlungen aufzukommen. Voraussetzung sind meist die rechtzeitige Sperre der Karte und eine Anzeige bei der Polizei.   

TIPP

Wenn Sie die kontaktlose Zahlungsfunktion nicht möchten, können Sie diese bei Ihrer Bank deaktivieren lassen. Bank Austria Creditanstalt, Bawag P.S.K, easybank und die Sparkasse Oberösterreich (ab Mitte des Jahres) bieten auch eine Bankomatkarte ohne NFC-Funktion an.

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