10.03.2020

Zahlen und Geld­beheben im Urlaub - worauf ist zu achten?

Setzen Sie im Urlaub nie auf nur ein einziges Zahlungs­mittel und vergleichen Sie die Kosten vor der Reise in Nicht-Euro-Länder. In die Reise­kasse gehören auf jeden Fall etwas Bargeld und eine Bankomat- und/oder Kredit­karte.

Bargeld

In Urlaubs­ländern außerhalb der Euro­zone sollte man unbedingt etwas Bargeld in der Landes­währung dabei­haben. Wer schon zuhause Geld wechselt, muss mit Spesen rechnen. Bei geringen Wechsel­summen können hohe Mindest­spesen anfallen. 

Bankomat­karte (Maestro-Karte) zur Bargeld­behebung

Zahlungen an Bankomatkassen in der Eurozone werden wie im Inland behandelt. Bei Behebungen können in der Eurozone Spesen von bis zu 6,50 Euro verrechnet werden. Voraussetzung dafür ist, dass diese Gebühren im Rahmen des Behebungsvorganges am Bankomaten angezeigt werden und Sie als Konsument/-in die Möglichkeit haben, den Behebungsvorgang abzubrechen.

Link zur Studie der Wiener Arbeiterkammer

Wo zahlt man wie viel?

Land Bankomatspesen in Euro
Deutschland 1,95 – 6,50
Malta  5
Niederlande 5
Slowenien   4
Italien   2,50 – 5,00
Portugal  2,55 – 4,00
Griechenland 1,29 – 5,00
Österreich   2,00 – 4,00
Zypern  3
Slowakei  2
Spanien   1,25 – 4,00
Irland  1,5
Frankreich Spesenhöhe war nicht angegeben

Außerhalb ist oft die Behebung am Bankomat im Urlaubs­ort günstiger als das Wechseln von Bargeld. Die Provision für Behebungen beträgt dabei zwischen 0,75 Prozent bis 1 Prozent vom Betrag plus 1,82 Euro bis 2,36 Euro Fix­spesen. Für das Bezahlen an der Bankomat­kasse fallen 0,75 Prozent bis 1 Prozent plus 1,09 Euro bis 1,50 Euro an.

Achtung Falle „dynamische Währungs­umrechnung“
(DCC – Dynamic Currency Conversion)

Üblicher­weise werden in Nicht-Euro-Ländern behobene Beträge erst von der konto­führenden Bank in Österreich umge­rechnet und die Um­rechnung erfolgt zum günstigeren Devisen­kurs. Dabei handelt es sich um eine Auszahlung „ohne Umrechnung“. 

Immer häufiger erscheint jedoch in Nicht-Euro-Ländern am Display des Geld­behebungs­automaten die Frage „Aus­zahlung ohne Um­rechnung“ oder „Aus­zahlung mit Umrechnung“.

Bei der Variante „ohne Um­rechnung“ wird der gewünschte Betrag nur in der Landes­währung angezeigt und die Ab­rechnung erfolgt wie bisher bei der konto­führenden Bank zu Hause zum Devisen­kurs.

Bei Auswahl der Möglichkeit „mit Um­rechnung“ erscheint zusätzlich zur Landes­währung der umgerechnete garantierte Eurobetrag mit dem Ihr Konto belastet wird. Auf den ersten Blick erscheint dies transparent und daher vertrauens­würdig. Tatsächlich zeigte ein Test der „Stiftung Warentest“, dass durch eine schlechtere Kurs­verrechnung und Umrechnungs­zuschläge die Konsumenten Verluste bis zu 9,6 Prozent erlitten. In Polen, Tschechien und Groß­britannien wurden die teuersten Abbuchungen festgestellt.

Geo Control verhindert Skimming

Beim Skimming handelt es sich um den Missbrauch von Karten­daten durch Kopieren der Magnet­streifen und aus­spähen des PIN-Codes. Derart erlangte Daten könnten außer­halb Europas für Missbrauch verwendet werden.

Durch Geo Control ist Ihre Bankomat­karte für Be­hebungen außerhalb Europas generell gesperrt und Sie damit vor Skimming geschützt. Vor Antritt einer Reise außerhalb Europas können Sie diese Sperre durch Ihre Bank oder selbst im E-Banking deaktivieren. Sie wird nach einigen Wochen wieder automatisch aktiviert.

Zahlen mit Kredit­karte

In der Euro-Zone sind Karten­zahlungen kostenlos. Außerhalb der Euro-Zone wird eine Manipulations­gebühr von 1,5 bis 2 Prozent verrechnet. Bei Bargeld­behebungen mit der Kredit­karte fallen generell Spesen bis zu 3,3 Prozent an, die Mindest­spesen betragen zwischen 2,50 und 4 Euro.

Für Visa und MasterCard gibt es weltweit die meisten Akzeptanz­stellen. Stellen Sie aber vor dem Reise­antritt sicher, dass Ihre Kredit­karte am Urlaubs­ort akzeptiert wird und es dort geeignete Geld­ausgabe­automaten gibt.

Auch bei Kreditkarten- und Bankomat­karten­zahlungen wird zunehmend die sofortige DCC-dynamische Währungs­umrechnung in den Euro angeboten beziehungs­weise bereits vorgelegt. Geschäfte und Hotels verdienen daran durch niedrigere Gebühren oder Provisions­zahlungen. Sie können auch hier auf eine Abrechnung in der Landes­währung bestehen.

Prepaid-Karten (wieder­aufladbare Wert­karten)

PayLife und Card Complete Service bieten sogenannte Prepaid-Karten an. Diese müssen im Vorhinein mit einem Gut­haben aufgeladen werden. Ein eigenes Bank­konto ist für die Aus­stellung einer Prepaid-Karte nicht erforderlich. Mit dem persön­lichen PIN-Code können Sie mit dem aufge­ladenen Gut­haben wie mit der her­kömmlichen Bankomat­karte bezahlen oder Bar­geld beheben.

Reiseschecks

Sie zählen zu den sichersten - allerdings auch teuersten - Zahlungs­mitteln, da Sie bei Verlust oder Diebstahl sofort Ersatz im Urlaubs­land erhalten. Reiseschecks verlieren zunehmend an Bedeutung und werden nicht mehr von jeder Bank angeboten. 

Tipps

  • Informieren Sie sich bei Ihrer Bank, ob „GeoControl“ deaktiviert werden muss.

  • Vermeiden Sie Bar­behebungen mit Kredit­karte – diese sind teuer.

  • Der AK-Bankenrechner enthält auch einen Zahlungs­karten-Rechner. Er berechnet, welche Spesen mit der Bankomat- und Kredit­karte beim Einkaufen oder Geld­beheben in Euro-Ländern oder außer­halb der Euro-Länder anfallen.

  • Halten Sie bei Auslands­reisen für eine eventuelle Karten­sperre immer eine Notiz mit Karten- und inter­nationaler Notruf­nummer griff­bereit (kann auch im Handy einge­speichert werden). Melden Sie sofort das Abhanden­kommen der Karte beim Sperr­notruf und erstatten Sie bei einem Dieb­stahl Anzeige bei der Polizei.

  • Beachten Sie bei der Behebung und Zahlung mit Karten, dass eine Abrechnung zum angezeigten „garantierten Wechselkurs in Euro“ durch zusätzliche Provisionen teurer kommen kann.

  • Drittanbieter von Banko­maten verlangen eine zusätzliche Behebungs­gebühr. Achten Sie auf Angaben dazu während des Behebungs­vorganges. 

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E-MAIL: konsumentenschutz@akooe.at

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