Zahlen und Geld­beheben im Urlaub - worauf ist zu achten?

Setzen Sie im Urlaub nie auf nur ein einziges Zahlungs­mittel und vergleichen Sie die Kosten vor der Reise in Nicht-Euro-Länder. In die Reise­kasse gehören auf jeden Fall etwas Bargeld und eine Bankomat- und/oder Kredit­karte.

Bargeld

In Urlaubs­ländern außerhalb der Euro­zone sollte man unbedingt etwas Bargeld in der Landes­währung dabei­haben. Wer schon zuhause Geld wechselt, muss mit Spesen rechnen. Bei geringen Wechsel­summen können hohe Mindest­spesen anfallen. 

Bankomat­karte (Maestro-Karte) zur Bargeld­behebung

Bankomat­behebungen und Zahlungen an Bankomat­kassen in der Eurozone werden wie im Inland behandelt. Außerhalb ist oft die Behebung am Bankomat im Urlaubs­ort günstiger als das Wechseln von Bargeld. Die Provision für Behebungen beträgt dabei zwischen 0,75 Prozent bis 1 Prozent vom Betrag plus 1,82 Euro bis 2,36 Euro Fix­spesen. Für das Bezahlen an der Bankomat­kasse fallen 0,75 Prozent bis 1 Prozent plus 1,09 Euro bis 1,50 Euro an.

Vorsicht bei Dritt­anbietern von Bankomaten im In- und Ausland!

Dritt­anbieter verrechnen eine Gebühr. In Österreich tritt zum Beispiel die Firma Euronet als Dritt­­anbieter auf und stellt aktuell 1,95 Euro pro Abhebung in Rechnung. In der Regel wird erst während des Behebungs­vorgangs die Info dazu angezeigt, Sie können zu diesem Zeit­punkt die Behebung noch abbrechen.

Achtung Falle „dynamische Währungs­umrechnung“
(DCC – Dynamic Currency Conversion)

Üblicher­weise werden in Nicht-Euro-Ländern behobene Beträge erst von der konto­führenden Bank in Österreich umge­rechnet und die Um­rechnung erfolgt zum günstigeren Devisen­kurs. Dabei handelt es sich um eine Auszahlung „ohne Umrechnung“. 

Immer häufiger erscheint jedoch in Nicht-Euro-Ländern am Display des Geld­behebungs­automaten die Frage „Aus­zahlung ohne Um­rechnung“ oder „Aus­zahlung mit Umrechnung“.

Bei der Variante „ohne Um­rechnung“ wird der gewünschte Betrag nur in der Landes­währung angezeigt und die Ab­rechnung erfolgt wie bisher bei der konto­führenden Bank zu Hause zum Devisen­kurs.

Bei Auswahl der Möglichkeit „mit Um­rechnung“ erscheint zusätzlich zur Landes­währung der umgerechnete garantierte Eurobetrag mit dem Ihr Konto belastet wird. Auf den ersten Blick erscheint dies transparent und daher vertrauens­würdig. Tatsächlich zeigte ein Test der „Stiftung Warentest“, dass durch eine schlechtere Kurs­verrechnung und Umrechnungs­zuschläge die Konsumenten Verluste bis zu 9,6 Prozent erlitten. In Polen, Tschechien und Groß­britannien wurden die teuersten Abbuchungen festgestellt.

Geo Control verhindert Skimming

Beim Skimming handelt es sich um den Missbrauch von Karten­daten durch Kopieren der Magnet­streifen und aus­spähen des PIN-Codes. Derart erlangte Daten könnten außer­halb Europas für Missbrauch verwendet werden.

Durch Geo Control ist Ihre Bankomat­karte für Be­hebungen außerhalb Europas generell gesperrt und Sie damit vor Skimming geschützt. Vor Antritt einer Reise außerhalb Europas können Sie diese Sperre durch Ihre Bank oder selbst im E-Banking deaktivieren. Sie wird nach einigen Wochen wieder automatisch aktiviert.

Zahlen mit Kredit­karte

In der Euro-Zone sind Karten­zahlungen kostenlos. Außerhalb der Euro-Zone wird eine Manipulations­gebühr von 1,5 bis 2 Prozent verrechnet. Bei Bargeld­behebungen mit der Kredit­karte fallen generell Spesen bis zu 3,3 Prozent an, die Mindest­spesen betragen zwischen 2,50 und 4 Euro.

Für Visa und MasterCard gibt es weltweit die meisten Akzeptanz­stellen. Stellen Sie aber vor dem Reise­antritt sicher, dass Ihre Kredit­karte am Urlaubs­ort akzeptiert wird und es dort geeignete Geld­ausgabe­automaten gibt.

Auch bei Kreditkarten- und Bankomat­karten­zahlungen wird zunehmend die sofortige DCC-dynamische Währungs­umrechnung in den Euro angeboten beziehungs­weise bereits vorgelegt. Geschäfte und Hotels verdienen daran durch niedrigere Gebühren oder Provisions­zahlungen. Sie können auch hier auf eine Abrechnung in der Landes­währung bestehen.

Prepaid-Karten (wieder­aufladbare Wert­karten)

PayLife und Card Complete Service bieten sogenannte Prepaid-Karten an. Diese müssen im Vorhinein mit einem Gut­haben aufgeladen werden. Ein eigenes Bank­konto ist für die Aus­stellung einer Prepaid-Karte nicht erforderlich. Mit dem persön­lichen PIN-Code können Sie mit dem aufge­ladenen Gut­haben wie mit der her­kömmlichen Bankomat­karte bezahlen oder Bar­geld beheben.

Reiseschecks

Sie zählen zu den sichersten - allerdings auch teuersten - Zahlungs­mitteln, da Sie bei Verlust oder Diebstahl sofort Ersatz im Urlaubs­land erhalten. Reiseschecks verlieren zunehmend an Bedeutung und werden nicht mehr von jeder Bank angeboten. 

Tipps

  • Informieren Sie sich bei Ihrer Bank, ob „GeoControl“ deaktiviert werden muss.

  • Vermeiden Sie Bar­behebungen mit Kredit­karte – diese sind teuer.

  • Der AK-Bankenrechner enthält auch einen Zahlungs­karten-Rechner. Er berechnet, welche Spesen mit der Bankomat- und Kredit­karte beim Einkaufen oder Geld­beheben in Euro-Ländern oder außer­halb der Euro-Länder anfallen.

  • Halten Sie bei Auslands­reisen für eine eventuelle Karten­sperre immer eine Notiz mit Karten- und inter­nationaler Notruf­nummer griff­bereit (kann auch im Handy einge­speichert werden). Melden Sie sofort das Abhanden­kommen der Karte beim Sperr­notruf und erstatten Sie bei einem Dieb­stahl Anzeige bei der Polizei.

  • Beachten Sie bei der Behebung und Zahlung mit Karten, dass eine Abrechnung zum angezeigten „garantierten Wechselkurs in Euro“ durch zusätzliche Provisionen teurer kommen kann.

  • Drittanbieter von Banko­maten verlangen eine zusätzliche Behebungs­gebühr. Achten Sie auf Angaben dazu während des Behebungs­vorganges. 

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