25.03.2020

Zahlungs­schwierigkeiten durch Corona – Kopf nicht in den Sand stecken!

Die aktuelle Lage stellt eine Heraus­forderung für uns alle dar. Wenn auch noch finanzielle Probleme auftreten und damit Zahlungs­verpflichtungen nicht mehr ausreichend geleistet werden können, müssen Betroffene sofort handeln. Banken, Bausparkassen und Leasing­unternehmen sollen dabei ihren Kunden/-innen zur Seite stehen und unverschuldete Notsituationen nicht auszunützen. Einige Anbieter haben bereits ihre Bereitschaft zu kunden­freundlichen Lösungen signalisiert.

„Die Arbeitnehmer/-innen brauchen darüber hinaus Rechts­sicherheit. Der Gesetzgeber muss allen ein Recht auf Stundung einräumen, bei denen es durch Corona zu Einkommenseinbußen kommt“, fordert Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Zahlungswillen zeigen!

  • Fällige Zahlungen einfach nicht zu begleichen, führt zu zusätzlichen Kosten und unangenehmen Konsequenzen , etwa Mahnungen bis zur Fälligstellung Ihres Kredites.

    Daher empfehlen wir Ihnen, sich aktiv mit dem Zahlungsempfänger in Verbindung zu setzen. Kontaktieren Sie die Ombudsstelle der Bank, der Bausparkasse oder des Leasing­unternehmens, mit dem Sie eine Zahlungs­vereinbarung haben. Führen Sie Ihren Namen und Ihre Vertragsdaten an und schildern Sie Ihre aktuelle Situation oder den Grund für Ihren finanziellen Engpass. Teilen Sie dem Unternehmen mit, welche Änderungen der Rückzahlungsvereinbarung Sie vorschlagen und wie lange diese andauern soll.

  • Nachdem Betriebe so weit wie möglich ihre Mitarbeiter in Home-Office geschickt haben, ist die schriftliche Erreichbarkeit nicht gesichert. Telefonische Kontaktaufnahme bedeutet, dass Sie etwaig getroffene Vereinbarungen später nicht beweisen könnten.

  •  Am besten Sie wenden sich daher per E-Mail an den Zahlungsempfänger. Sie finden die Kontaktdaten auf dessen Homepage. Wenn Sie keine Antwort erhalten, fragen Sie erneut nach und speichern Sie die E-Mails ab. Um über die Kenntnisnahme des Vertragspartners informiert zu werden, können Sie Ihr E-Mail auch mit der Anforderung einer Lesebestätigung senden.

Was können Sie vorschlagen?

  • Ratenstundung:
    Für eine vereinbarte Zeit werden keine Raten geleistet. Vielfach wird der Kredit verlängert und die gestundeten Raten plus Zinsen sind nach dem ursprünglichen Kreditende zu begleichen. Wenn die ursprünglich vereinbarte Laufzeit eingehalten werden soll, wird ein neuer Tilgungsplan erstellt und es fallen für die Zeit nach der Stundung entsprechend höhere Raten an. 

  • Ratenreduktion:
    Es wird eine geringere monatliche Zahlung als bisher vereinbart. Eine Ratenreduktion ist – wenn leistbar – besser als das komplette Aussetzen mit den Zahlungen. Denn es werden zumindest die Zinsen und ein Teil der Rate abgedeckt.

  • Tilgungsfreier Kredit:
    Werden die Rate soweit reduziert, dass nur die Zinsen bezahlt werden, spricht man für den vereinbarten Zeitraum von einer tilgungsfreien Zeit.

Ratenstundung und -reduktion nur im Notfall: Auch während der Stundung oder Ratenreduktion fallen Zinsen an, wodurch sich die offene Forderung erhöht. Je länger das Aussetzen oder Senken der Rückzahlung andauert, umso höher werden die Raten danach sein beziehungsweise umso länger dauert die Kreditrückzahlung.

Hinweis

Alle anderen Vertragsbedingungen müssen gleichbleiben!

Während einige Banken sehr kundenfreundlich reagieren, ändern andere die Konditionen zum Nachteil der Kreditnehmer/-innen ab. Achten Sie daher darauf, dass beim neuen Vertrag keine höheren Zinsen und Gebühren verlangt werden. Bei Fragen stehen Ihnen die Konsumentenschützer der AK Oberösterreich gerne zur Verfügung!

Die Arbeit­nehmer/-innen brauchen darüber hinaus Rechts­sicherheit. Der Gesetz­geber muss allen ein Recht auf Stundung einräumen, bei denen es durch Corona zu Einkommens­einbußen kommt. 

Dr. Johann Kalliauer

AK-Präsident

Kontakt

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Konsumentenschutz
TEL: +43 50 6906 2
E-MAIL: konsumentenschutz@akooe.at

Die Arbeit­nehmer/-innen brauchen darüber hinaus Rechts­sicherheit. Der Gesetz­geber muss allen ein Recht auf Stundung einräumen, bei denen es durch Corona zu Einkommens­einbußen kommt. 

Dr. Johann Kalliauer

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