Österreichische Lederschuhe auf giftiges Chrome VI getestet

Die meisten am Markt erhältlichen Schuhe sind chromgegerbt. Da beim Gerben von Leder Chrom III-Salze eingesetzt werden, kann es durch die Produktionsmethoden zur Entstehung von krebserregendem Chrom VI kommen. Um Konsumenten/-innen zu schützen, gilt seit Mai 2015 europaweit ein Verkehrsverbot von Ledererzeugnissen mit mehr als 3 mg/kg Chrome VI.

Ob die sieben österreichischen Schuhhersteller diesen Grenzwert auch einhalten, haben die Arbeiterkammer OÖ, Arbeiterkammer Wien sowie GLOBAL 2000 nun getestet. Mit lediglich einer Ausnahme zeigen unsere Ergebnisse, dass der Großteil der getesteten Schuhe frei von Chrom VI-Rückständen ist. 

Gute und schlechte Nachrichten

  • Lediglich in einem der getesteten Schuhpaare wurde der Grenzwert von 3mg/kg überschritten. Dabei handelt es sich um einen Damenschuh der Marke „Think!“ bei dem 9,5 mg/kg Chrom VI gemessen wurden. Dieser Schuh ist nicht verkehrsfähig und darf deshalb auch nicht weiter verkauft werden. Der Konsumentenschutz empfiehlt außerdem bereits gekaufte Schuhe des Modells „Guad Ballerina“ in der Lederfarbe aus dem Test nicht mehr zu tragen und dem Handel zurückzubringen.

  • In vier weiteren Schuhen konnten zwar Spuren von Chrom VI nachgewiesen werden. Diese lagen jedoch unter dem Grenzwert. 
  • In 15 Schuhpaaren, also dem Großteil der getesteten Schuhe, wurde kein giftiges Chrom VI nachgewiesen. Darunter auch ein Herrenschuhpaar der Marke Think!.

Nicht nur sicher sondern auch fair

Schuhhersteller sollten sich allerdings nicht damit begnügen, ihren Kunden/-innen sichere Produkte zu garantieren. Denn bereits die Bewertung der Produktionsbedingungen der Schuhhersteller, die im Auftrag der AK Oberösterreich und AK Wien in Kooperation mit der Clean Clothes Kampagne und GLOBAL 2000 im Juni diesen Jahres durchgeführt hat, machte bereits deutlich, dass sich Schuhunternehmen oft zu wenig Gedanken über die Menschen machen, die ihre Schuhe fertigen. Mangelnde Transparenz und Information hinsichtlich der Einhaltung von Gesundheits- und Sicherheitsstandards sowie fairer Arbeitsbedingungen macht es für Konsumenten/-innen zudem schwierig, sich für einen nachhaltig produzierten Schuh zu entscheiden.

Bild teilenInfografik: Schuhe - Ausbeutung auf leisen Sohlen © -, AK Wien

So haben wir getestet

Anhand von 20 Kinder-, Damen- und Herrenschuhpaaren wurden die Eigen- und Tochterschuhmarken der Hersteller Leder und Schuh (Pat Calvin, Walter Bauer), Paul Green, Legero (Think!, SuperFit, Legero), Lorenz (Högl), Waldviertler, Richter und Hartjes auf die Einhaltung des Chrom VI-Grenzwerts geprüft. Die Schuhe wurden dazu in das akkreditierte Testlabor des österreichischen Umweltbundesamtes geschickt, wo Ober- und Innenmaterial sowie das Fußbett getestet wurden. 

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