Gansl: Genuss aus artgerechter Haltung

Rund um den Martinitag hat Gänsebraten in Österreich traditionell Hochsaison. Um die Nachfrage zu erfüllen, werden die meisten Tiere importiert. 9 von 10 Gänsen kommen dabei aus Ländern mit extrem niedrigen Tierschutzstandards, wie etwa Ungarn. Wer sein Martinigansl mit gutem Gewissen genießen möchte, sollte darauf achten, eine österreichische Gans aus artgerechter Tierhaltung zu kaufen. Mehr als 100 Bauern aus Oberösterreich bieten Weidegänse ab Hof, 29 davon sogar in Bio-Qualität, wie der AK-Konsumentenschutz herausgefunden hat.

Gute Tierschutzstandards in Österreich

In Bulgarien, Ungarn, Spanien, Frankreich und Belgien ist die Zwangsmast der Tiere für die Produktion von Stopfleber nach wie vor erlaubt. Auch das Rupfen lebendiger Tiere für Daunenprodukte ist in China oder Osteuropa noch immer weit verbreitet. In Österreich sind Lebendrupf und das Stopfen der Gänse zwar seit Jahren verboten, der Import solcher Tiere allerdings nicht. 

Richtlinien für artgerechte Tierhaltung

In Oberösterreich gibt es mehr als 100 regionale Anbieter, die Gänse aus artgerechter Haltung verkaufen.

  • Heimische Gänse, die ihr Leben auf der grünen Weide verbringen dürfen, werden unter der Marke „Oberösterreichische Weidegans“ angeboten. Dabei haben sich eine Reihe von bäuerlichen Betrieben zusammengeschlossen. Diese organisieren den Einkauf der Küken bis zur Vermarktung der ausgewachsenen Gänse gemeinsam.
  • Für Weidegänse müssen mindestens 10 m2 Weidefläche pro Gans zur Verfügung stehen. Bei Bio-Weidegänsen müssen es mindestens 15 msein und auch das Getreidefutter muss zertifiziert sein.  Wir haben eine Liste, bei welchen Bauern Sie Weidegänse kaufen können, zuammengestellt. 
  • Bio-Gänse erkennt man am Bio-Siegel (Austria Bio Garantie, AMA Bio, Bio Austria). Neben ausreichend Auslauf bekommen diese Gänse nur Futter aus biologischer Landwirtschaft ohne Zusatz von Antibiotika. Außerdem müssen sie Zugang zu Wasser haben, was ihrem natürlichen Lebensumfeld entspricht. 
  • Wenn Sie das Gansl im Supermarkt kaufen, raten wir Ihnen, auf das Etikett zu achten. Seit kurzem muss der Käufer bei unverarbeitetem Geflügelfleisch erkennen können, in welchem Land das Tier aufgezogen und geschlachtet wurde. 
  • In der Gastronomie gibt es keine verpflichtende Herkunftskennzeichnung. Es lohnt sich aber, beim Wirt Ihres Vertrauens nachzufragen, woher er seine Gänse bezieht.

TIPP

Abgesehen vom guten Gewissen gibt es für viele Konsumenten/-innen noch einen guten Grund für eine heimische Weidegans: das heimische Gansl schmeckt einfach besser! Gänse mit Auslauf haben dunkleres, fettärmeres Fleisch, zeichnen sich durch besonders niedrigen Bratverlust aus und gelten daher als geschmackvoller.

 

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