24.02.2016

Fairphone 2 im Praxistest: Ein vernünftiges Angebot

Ein Handy, das die Welt besser macht?

In jedem Smartphone stecken etwa 40 unterschiedliche Mineralien und Metalle. Viele davon haben den Ursprung in Abbaugebieten in Afrika und Asien, in denen katastrophale Arbeitsbedingungen und selbst Kinderarbeit an der Tagesordnung stehen. FAIRTRADE Gold in die Zulieferkette zu integrieren, ist mit dem Fairphone 2 nun erstmals gelungen – mit Unterstützung aus Österreich.

Dies ist aber nur einer der vielleicht revolutionären Schritte, mit dem das holländische Start-Up antritt, um die globale IT-Industrie zu verändern. Auch die Möglichkeit, es kinderleicht in Module zu zerlegen und zu reparieren sowie die Transparenz über die Produktionskosten sind global einzigartig. 

Wir haben das Fairphone 2 getestet. Fazit: Das faire Handy ist in ökologischer und sozialer Hinsicht eine Alternative zum übrigen Angebot. Technisch ist das Fairphone 2 durchaus auf der Höhe der Zeit, es ist allerdings mit mehr als 500 Euro relativ teuer.

Erster Eindruck des Fairphones

Bilder-Galerie

Gemäß dem Motto „schneller, schärfer, dünner“ versucht die Smartphone-Industrie im Halbjahrestakt technologische Neuheiten zu präsentieren und damit Konkurrenten zu übertrumpfen. Das holländische Unternehmen Fairphone geht andere Wege: Verschwendung soll durch Langlebigkeit abgelöst werden. Garantiert soll dies durch die besondere Bauweise werden.

Technische Ausstattung

Weltweit einzigartig: Modulbauweise

Das Fairphone 2 ist das weltweit erste Smartphone, das sich problemlos in insgesamt 5 Module zerlegen lässt. Der Akku und sogar das Display lassen sich kostengünstig ohne Werkzeug austauschen. Die restlichen Module sind mit normalen Kreuz-Schrauben gesichert. Reparaturen oder technische Hardware-Upgrades, zum Beispiel auf eine bessere Kamera, werden damit zum Kinderspiel. Das soll die Lebensdauer der Geräte verlängern und somit die Ökobilanz verbessern. 

Techniktest: Fairphone 2 zerlegen und wieder zusammenbauen 

Bilder-Galerie fehlt

Der Praxistest bestätigt, dass sich das Gerät ohne Vorkenntnisse mit wenigen Handgriffen komplett auseinanderbauen und wieder funktionsfähig zusammensetzen lässt. An Robustheit büßt das Telefon dabei nichts ein, im Gegenteil: Die Module sind über stabile Federkontakte miteinander verbunden. Die Kunststoff-Rückseite ist zugleich Schutzhülle für das Smartphone. Im Test gab es auch keine Abstürze, Verbindungsabbrüche oder sonstige Aussetzer.

Dennoch war die Entscheidung für das modulare Design riskant und teuer. Die Kontakte und deren elektromagnetische Abschirmung mussten komplett neu entwickelt werden, da man bewusst auf die Verwendung milliardenfach bewährter, billiger Kabel und Stecker verzichtete.

Aufgrund der besonderen Bauweise ist das Fairphone 2 aber auch deutlich dicker, als etwa die aktuelle iPhone-Generation mit schlankem Aluminium-Design. Das Display des Fairphone 2 (5 Zoll) ist hingegen größer als beim iPhone 6s (4,7 Zoll).

Praxistest technische Ausstattung

Im Praxistest erweist sich das Fairphone 2 als schnell, der Touchscreen reagiert ausgezeichnet, die Knöpfe am Gehäuse lassen sich gut bedienen und es besticht durch einen hervorragenden Bildschirmkontrast. Es bietet mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixel (5 Zoll Display) mehr als viele Einstiegs- und Mittelklasse-Smartphones, selbst mehr als das iPhone 6s. Die Schnelligkeit verdankt das Fairphone 2 einem Snapdragon 801 Prozessor mit vier Kernen, der mit 2,26 GHz betrieben wird. Dieser war im Vorjahr noch in einigen „Flaggschiffen-Smartphones“ anderer Hersteller zu finden und markiert derzeit das untere Ende des High-End- beziehungsweise das oberste Segment der Mittelklasse bei Smartphones. 

Im guten Mittelfeld
Bei diversen Leistungs-Benchmarktests (3DMark Icestorm Unlimited: 16924 Punkte, Antutu: 45313 Punkte, GFXBenchmark: 26 Punkte, Vellamo: 2819 Punkte) reihte sich das Fairphone 2 ebenfalls im guten Mittelfeld ein. Dabei werden eine Vielzahl verschiedener, softwarebasierter Tests am Smartphone durchgeführt, um herauszufinden, wie gut einzelne Komponenten funktionieren und arbeiten. Die Auswertung dieser Ergebnisse lässt eine Vergleichbarkeit mit anderen Smartphones zu und gibt damit ein Urteil über die Leistungsfähigkeit des kompletten Systems ab.

Mit einer Abmessung von 143 x 73 x 11 mm und 171 Gramm ist es aber nicht nur groß, sondern auch verhältnismäßig schwer. Der bereits üppige 32 GB interne Speicher kann mittels microSD-Karte noch erweitert werden, damit selbst größere MP3-, Foto- oder Video-Sammlungen darauf Platz finden. Das neue Fairphone verfügt über LTE und WALN-ac und ist damit über die aktuell schnellstmöglichen Standards.  Natürlich ist auch Bluetooth in aktueller Ausführung vorhanden, doch fehlt die drahtlose Übertragungstechnik NFC.

Weniger Strahlung als etwa beim IPhone 6s
Den SAR-Strahlungswert gibt das Fairphone mit 0,29/0,43 W/Kg (Kopf/Körper) an. Zum Vergleich: Beim iPhone 6s liegt dieser Wert zwischen 0,91 und 0,97. Je kleiner der SAR-Wert ist, desto geringer wird das Gewebe durch die Strahlung erwärmt. Der empfohlene oberste Grenzwert der Weltgesundheitsorganisation liegt bei 2,0 W/kg.

Schwacher Akku und mäßig gute Kameras

Die technische Basis des Fairphone 2 stimmt, doch im Detail zeigte sich aber auch die eine oder andere Schwäche. Hierzu zählt etwa die Kapazität des Akkus, der mit 2420 Milli-Ampere-Stunden bei normaler Handy-Nutzung einen Arbeitstag problemlos durchhielt, dann aber zwingend geladen werden musste. Da der Akku beim Fairphone 2 aber einfach getauscht werde kann, gibt es die Option, einen zweiten Akku mitzuführen. 

Frontkamera ist schwach
Die 8-Megapixel-Kamera hinten schießt bei guten Lichtbedingungen zufriedenstellende Bilder, kämpft im Dunkeln aber mit Bildrauschen. Die Ausstattung der Back-Kamera ist damit im Vergleich nicht üppig, aber völlig okay. Die 2-Megapixel-Frontkamera wird Selfie-Fans nur ausreichend zufrieden stellen. Bleibt abzuwarten, ob hier in absehbarer Zeit ein Hardware Upgrade, also eine leistungsstärkere Kamera, von Fairphone zur Verfügung gestellt wird. 

Testbilder mit Fairphone 2 Kamera

Bilder-Galerie fehlt

Besonderheiten bei Hard- und Software

Das Fairphone 2 verfügt über eine integrierte Dual-SIM-Technik. Das bedeutet, dass man zwei SIM-Karten einsetzen kann und dadurch über das Fairphone über zwei Telefonnummern erreichbar ist. Möchte man etwa über seine Arbeitsnummer am Abend oder Wochenende nicht mehr erreichbar sein, kann man diese einfach abschalten. Die private Nummer funktioniert dann aber noch. Auch kann man problemlos der einen SIM-Karte Datendienste, der anderen Karte Telefondienste zuweisen.

Softwarebesonderheiten
Auf dem Fairphone 2 läuft eine leicht modifizierte Version der  aktuellen Android-Version Lollipop 5.1. Das Smartphone lässt sich dadurch sehr angenehm benutzen, da man völlige Kontrolle über sein Gerät behält und keine nervigen Suchleisten für Apps auf dem Startbildschirm hat, die sich nicht entfernen lassen. Ein tolles Detail dabei: Die wichtigsten Apps hat man schnell parat, indem man schnell nach links oder rechts wischt. Dann erscheint eine Schnellstartleiste für Apps, die man durch Loslassen einfach aktiviert. 

Eine weitere Besonderheit der Fairphone-Android Version: Alle Apps werden vorab auf potentielle Datenschutzrisiken geprüft. Der Nutzer wird dann beim Start über das Risiko der Eingriffe in die Privatsphäre informiert. Derartige Features wären auch bei anderen etablierten Herstellern wünschenswert.  

Screenshots von Fairphone-Display und -Privacy Impact © AK OÖ, -
Screenshots von Fairphone-Display und -Privacy Impact © AK OÖ, -

Konsequent in Sachen Elektroschrottreduktion 

Konsequent in Sachen Elektroschrottreduktion ist Fairphone auch bei der Ausstattung mit Zubehör: Das Fairphone 2 wird nämlich ohne Zubehör, Kopfhörer, Kabel oder Netzteil geliefert. Der Hersteller geht davon aus, dass Ladekabel bereits in jedem Haushalt vorhanden sind. Auch die Verpackung in dem das Fairphone geliefert wird, ist umweltfreundlich. Darüber hinaus werden pro verkauftem Mobiltelefon 3 Euro ins Recycling von Elektroschrott investiert. 

Wie fair ist eigentlich das Fairphone?

Die Menschenrechtsorganisation „Amnesty International“ veröffentlichte erst vor kurzem einen Bericht, wonach rund 40.000 Kinder - manche davon nur sieben Jahre alt - im Kongo Rohstoffe abbauen, die für Smartphones der bekanntesten Hersteller verwendet werden. Auch Berichte über Selbstmordserien in Fabriken oder Zwangsarbeit unter Studenten zeugen davon, dass geringe Kosten die oberste Prämisse von IT- Konzernen beim Bau von Handys ist. Nachhaltigkeit und faire Arbeitsbedingungen spielen dabei bisher noch keine Rolle.

Es geht auch anders

Auf verschiedenen Ebenen versucht Fairphone der Industrie zu beweisen, dass es auch anders geht. Mit Fairtrade Gold und anderen „konfliktfreien“ Rohstoffen, Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Produktion sowie der Transparenz der Herstellungskosten gehen die Macher des Fairphones völlig neue Wege. Dennoch ist die  globale Marktmacht eines Herstellers von lediglich 60.000 Smartphones bescheiden. So betont etwa auch der Firmengründer Bas Van Abel in einem Interview:

"Unser Telefon ist nicht die Lösung. Es ist nur ein Mittel zum Zweck, ein Symbol, um klarzumachen, wie verkorkst unser ganzes Wirtschaftssystem ist."

Besser und fairer als Konkurrenz

Mit anderen Worten: Bis dato kann man kein einziges Smartphone als hunderprozentig fair hergestellt bezeichnen. Allerdings schneidet das Fairphone 2 deutlich besser ab, als andere Smartphones, wie auch in einer Studie des Forschungsinstitut SOMO zur sozialen Nachhaltigkeit belegt wird: Von den insgesamt 34 überprüften Nachhaltigkeitskriterien erfüllte das Fairphone 20, die über den industrieüblichen Standards liegen. Zum Vergleich: Samsung-Smartphones der Serie Galaxy S4 sowie das Galaxy Note konnten nur sieben Kriterien über dem industrieüblichen Standard erfüllen, bei elf entsprechen sie anderen konventionell hergestellten Produkten. 16 wurden als „nicht genügend erfüllt“ eingestuft.

Faire Rohstoffe im Fairphone 2 ?

Nach jahrelangen Bemühungen faire Liefer- und Fertigungskette aufzubauen, verkündete Fairphone kürzlich einen Meilenstein: Gemeinsam mit Partnern wie FAIRTRADE, der peruanischen Bergbaufirma Minera Sotrami, der Schweizer Raffinerie Valcambi, dem chinesischen Goldsalz-Hersteller Zhaojin Kanfort und dem österreichischen Leiterplattenhersteller AT&S hat die Firma die erste FAIRTRADE-Lieferkette für Gold aufgebaut. Der steirische Leiterplatten-Spezialist AT&S nutzt dieses in Form von Goldsalz zur Beschichtung der Platinen, die das Herzstück des Fairphone 2 bilden. Das faire Gold wird in Peru abgebaut und gelangt über die Schweiz nach China.

Zulieferkette © Fairphone, -
Zulieferkette © Fairphone, -

Neben FAIRTRADE-Gold wird auch Zinn, Tantal und die Hälfte des Wolframs aus konfliktfreien Quellen im Fairphone verbaut. „Konfliktfrei“ heißt, dass sich über die Einnahmen aus dem Verkauf der Metalle keine bewaffneten Konfliktgebiete finanzieren.

Und das ist alles andere als selbstverständlich: Aufgrund des amerikanischen Gesetzes „Dodd Frank Act“ müssen US-börsennotierte Unternehmen die Verwendung der oben genannten „Konfliktmaterialien“ aus dem Kongo und dessen Nachbarstaaten offenlegen.

So schreibt Google, dass man Grund zur Annahme habe, dass die Mineralien aus den betroffenen Gebieten stammen, man jedoch keine direkte Unterstützung von bewaffneten Milizen hätte feststellen können. Allerdings arbeitet lediglich ein Drittel der Schmelzhütten im Kongo, die die Mineralien für die Produktion vorbereiten, garantiert ohne Konfliktmineralien. Der Online-Händler Amazon erklärte in seinem Bericht vorsichtig, dass die Mehrheit der Händler in der Lieferkette garantiert ohne Konfliktmineralien arbeite. Bei Apple liegt die Quote der garantiert konfliktfreien Schmelzöfen – nach eigenen Angaben - immerhin bei 80 Prozent.

Produziert unter fairen Arbeitsbedingungen?

Gemeinsam mit dem Produzenten Hi-P, mit Hauptsitz in Singapur, arbeitet Fairphone an faireren Arbeitsbedingungen. Bei der Herstellung des Smartphones soll ein Mindestlohn inklusive angemessener Bezahlung der Überstunden garantiert werden. Darüber hinaus sollen exzessive Überstunden ebenso vermieden werden, wie die Anstellung von schlecht bezahlten Kurzzeitarbeitskräften zur Beschleunigung der Produktion. 

Aktionsplan für Fabriken
Um diese Vorsätze auch einhalten zu können, ließ Fairphone vor der ersten Produktionsphase jene Fabrik in China, in der das Fairphone 2 zusammengebaut wird, auf die Einhaltung sozialer Standards prüfen. Der Partner Hi-P betreibt insgesamt 15 Produktionsstätten und beschäftigt 15.000 Menschen. Dabei zeigte sich, dass bei der Einhaltung der sozialen Kernarbeitsnormen der internationalen Arbeitsorganisation ILO noch wesentliche Herausforderungen bestanden. Auf Basis des Berichtes wurde deshalb gemeinsam mit dem Partner ein Aktionsplan erstellt, der die Beseitigung von Sicherheitsmängeln sowie die systematische Verbesserung des Arbeitsumfeldes garantieren soll.  

Um dies auch wirklich sicherzustellen, zahlt Fairphone – ähnlich der FAIRTRADE-Prämie – pro verkauftem Handy fünf US Dollar in einen "Worker Welfare Fund" ein, über dessen Verwendung die Belegschaft mitbestimmen kann. Betriebliche Mitbestimmung ist in China bislang die Ausnahme.

Wie viel verdient der Hersteller an jedem Fairphone 2 ?

Genau 9 Euro. Soviel bleiben dem Unternehmen Fairphone nach Abzug der Produktionskosten, Steuern und Margen, der Investitionen und der Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes pro verkauftem Smartphone.Die Transparenz über die detaillierten Herstellungskosten ist nicht nur in der IT-Branche einzigartig. Damit will Fairphone Bewusstsein für die tatsächlichen Kosten eines Smartphones schaffen. 

Kostenaufschlüsselung eines Fairphones © Fairphone, -
Kostenaufschlüsselung eines Fairphones © Fairphone, -

Testergebnis

Im AK-Praxistest hat sich das Fairphone 2 bewährt und ist technisch auf der Höhe der Zeit. Zentrales Thema der Fairphone-Hersteller ist Nachhaltigkeit, weshalb die Hardware des Smartphone von Grund auf neu entwickelt wurde. Als Ergebnis lassen sich kaputte Teile leicht austauschen und selbst das bei Smartphones anfällige Display ohne Werkzeug tauschen, wie sich auch im Test zeigte. Damit bietet das kleine Unternehmen Fairphone schon heute eine zukunftsträchtige Innovation zum Kauf an, woran etwa Google mit dem „Project Ara“ erst  arbeiten.

Das Unternehmen Fairphone will aber vor allem mit sozialen Innovationen in einer Branche antreten, in der bisher Fairness keine Rolle spielt. Mit nachhaltigen Lieferketten, der Suche nach fairen Rohstoffquellen und Initiativen für bessere Arbeitsbedingungen will man bei Konsumenten punkten und steht damit im starken Kontrast zu den üblichen Verkaufsargumenten der Smartphone-Konkurrenz: Design und Preis.

Fairphone 2 ist teurer als Konkurrenz

Die für Konsumenten einsehbaren Entwicklungskosten und die verhältnismäßig kleinen Produktionsmenge machen das Fairphone 2 nicht günstig: 520,63 Euro kostet die fairere Alternative am Smartphone-Markt und kann damit preislich erwartungsgemäß mit Geräten ähnlicher Ausstattung nicht mithalten. Was die niederländische Initiative aber in jeden Fall bereits geleistet hat, ist Aufmerksamkeit auf das Thema Handyproduktion zu lenken.

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