13.12.2019

Echt-Pelz auf Weihnachts­märkten

Der Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Oberösterreich und die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN haben auf 5 Christkindlmärkten eine Recherche durchgeführt und auf allen Märkten Echt-Pelz-Produkte entdeckt. Es handelt sich um Hauben mit Pelz-Bommel, Schlüsselanhänger aus Pelz und Handschuhe mit Pelzbesatz. Bei allen wird die europäische Kennzeichnungspflicht missachtet. Im Labor wurde in einzelnen Produkten zudem eine gesundheitsgefährdende Konzentration von Formaldehyd nachgewiesen. 

Testergebnis: Echtpelz (in Kooperation mit Vier Pfoten) (0,4 MB)

Echt-Pelz von Kunst-Pelz kaum zu unter­scheiden

Recherchiert wurde auf den Märkten im Linzer Volksgarten, am Wiener Rathausplatz und beim alten AKH, am Salzburger Residenzplatz sowie am Grazer Hauptplatz. Die Kennzeichnungspflicht für Echt-Pelz wird in allen Städten missachtet. Täuschend ist zudem der Hinweis „100 Prozent Acryl“ auf einzelnen Etiketten, der sich nur auf das Material der Haube bezog, nicht aber auf den Bommel.

Die Arbeiterkammer Oberösterreich fordert daher eine transparente gesetzliche Kennzeichnungspflicht nach Herkunft, Tierart und Gewinnungsart nach Schweizer Vorbild, damit Konsumenten/-innen wirklich zwischen Echt- und Kunst-Pelz unterscheiden können.

TIPP

Konsumenten/-innen können sich bei den VIER PFOTEN informieren, wie Echt- von Kunstpelz zu unterscheiden ist: www.vier-pfoten.at.

Gesundheitsge­fährdender Echt-Pelz

Im Labortest wurde im Bommel der Haube, die in Salzburg gekauft wurde eine sehr hohe Konzentration Formaldehyd festgestellt. Der ab nächstes Jahr gültige Grenzwert wird um mehr als das 2,5-fache überschritten. Dieses gilt als krebserregend, hautreizend und verursacht Allergien. Zusätzlich wurden hohe Konzentrationen der Umweltgifte Nonylphenolethoxylate in 3 Produkten gefunden. 

Pelz ist kein Luxus mehr

Auch der Preis ist kein Erkennungsmerkmal, denn echter Pelz ist häufig billiger als Kunst-Pelz. Die günstigsten Hauben im Test kosteten 15 Euro. So genanntes „Fake Fur“ ist so gut gemacht, dass es immer schwerer von echtem Pelz zu unterscheiden ist. Außerdem liegen Hauben mit Echt-Pelz-Bommeln inmitten von Fake-Fur-Produkten. Konsumenten/-innen haben keine Chance sich ohne Kennzeichnung zu orientieren. Abseits von Weihnachtsmärkten wird auch im österreichischen Einzelhandel noch Pelz verkauft.

Wenn Sie sicher sein wollen keinen Echt-Pelz zu kaufen, achten Sie auf Modemarken, die sich im Rahmen der „Fur Free Alliance“ zum Verzicht auf Echt-Pelz verpflichtet haben. Weitere Infos finden Sie hier: furfreeretailer.com

Pelzprodukte = Tierleid

Mehr als 100 Millionen Tiere sterben jährlich für die Pelzmode. 95 Prozent aller weltweit gehandelten Pelze stammen aus Zuchtfarmen vor allem aus China und Europa, in denen Pelztiere wie Nerze, Marderhunde oder Füchse in winzigen Drahtgitterkäfigen gehalten werden. Die Käfighaltung führt zu Dauerstress, schweren Verhaltensstörungen und Selbstverstümmelungen. Nach wenigen Monaten werden die Jungtiere in den Pelzfarmen zur sogenannten „Pelzernte“ getötet. Der Tod durch Vergasen, Stromschlag oder Giftinjektion ist äußerst qualvoll.

TIPP

Konsumenten/-innen können sich bei den VIER PFOTEN informieren, wie Echt- von Kunstpelz zu unterscheiden ist: www.vier-pfoten.at.

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Konsumenten/-innen können sich bei den VIER PFOTEN informieren, wie Echt- von Kunstpelz zu unterscheiden ist: www.vier-pfoten.at.
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