27.06.2018

Vegetarische Würstel: Oft zu viel Salz

Immer mehr Österreicher verzichten teilweise oder gänzlich auf Fleisch. Zur Grillsaison werden deshalb fleischfreie Grill-Würstel immer beliebter. Der aktuelle Test der AK-Konsumentenschützer zeigt: Die meisten Produkte enthalten zu viel Salz. Positiv ist hingegen, dass fast alle Anbieter auf Bio setzen und alle auf Palmöl verzichten. 100 Gramm der vegetarischen Würsteln kosten zwischen 1,20 und 2,81 Euro.

Qualitätstest: Vegetarische Grillwürstel (0,4 MB)


Bio dominiert den Markt

Bei 9 der 11 Wurstimitate im Test stammen alle Zutaten aus biologischer Landwirtschaft. Die Grundlage der vegetarischen Fleischersatzprodukte ist bei 7 Würsteln Weizeneiweiß meist in Form von Seitan und bei 3 Produkten Tofu aus Sojabohnen. Einen neuen Weg geht der österreichische Hersteller Hermann Fleischlos, der auf Kräuterseitlinge als Ausgangsbasis setzt.

Keine bis 5 Zusätze im Veggie-Würstel

  • Die Inhaltsstoffe sowie die Anzahl der verwendeten Zusätze sind bei den meisten Produkten nicht zu kritisieren.
  • Die Hersteller Hermann Fleischlos und Denree kommen ganz ohne Zusätze aus. Bei einem Vega Vita sind 5 Zusätze in der verwendeten Gewürzmischung enthalten. 
  • Zum Einsatz kommen in erster Linie Verdickungsmittel wie Johannisbrotkernmehl, Guarkernmehl, Agar-Agar, Methylcellulose oder Xanthan, die den Wurstimitaten zu ihrer Konsistenz verhelfen.
  • Verarbeitungshilfstoffe wie Nigari (Magnesiumchlorid) oder Calciumsulfat finden sich in den Produkten auf Tofubasis, da diese als Gerinnungsmittel bei der Herstellung eingesetzt werden.
  • Dem Geschmack der Produkte helfen 5 Hersteller mit Hefeextrakt, Nährhefe oder Hefeflocken sowie Sojasauce auf die Sprünge, welche natürlich vorhandenes Glutamat zur Geschmacksverstärkung enthalten.

Fast alle Produkte enthalten zu viel Salz

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und der Weltgesundheitsorganisation sollten täglich nicht mehr als 6 Gramm Salz aufgenommen werden. 52 Prozent dieser empfohlenen Tageshöchstmenge erreicht man bereits mit nur einer durchschnittlichen Portion (150 g) der dmBio Vegetarischen Bratwürstchen, jenem Produkt mit dem höchsten Salzgehalt. 

Nur die Seitan Griller des österreichischen Produzenten Sojarei, entsprechen beim Salzgehalt den Vorgaben der Ampelkennzeichnung.

Palmfett wird nicht verwendet

Beim Fett setzen die Hersteller vorwiegend auf Sonnenblumenöl oder Rapsöl. Lediglich ein Produkt enthält Kokosöl. 

Der Fettgehalt der Produkte ist durchwegs im mittleren Bereich. Nur Wheaty liegt gemäß der Ampelkennzeichnung im grünen Bereich.

AK-Tipps

Grundsätzlich ist Fleischersatz auf Soja- oder Getreidebasis eine gute Eiweißquelle. Aus ernährungsphysiologischer Sicht sollte man biologische Fleischersatzprodukte oder generell weniger stark verarbeitete Produkte wie Tofu, Tempeh oder Saitan bevorzugen und diese mit selbstgemachten Marinaden oder Soßen aufpeppen. Gänzlich unverarbeitet und zugleich besonders nahrhaft ist Grillgemüse. 



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