08.08.2018

Sushi im AK-Test: 6 von 11 Produkten empfehlenswert!

Roher Fisch ist heikel. Trotzdem dürfen Konsumentinnen und Konsumenten beste Ware für ihr Geld erwarten. Der aktuelle Sushi-Test der AK Oberösterreich zeigt, dass 6 Anbieter diese Erwartung erfüllen. Bei 5 getesteten Sushi-Happen war die Qualität jedoch nicht einwandfrei.

Sushi im Qualitätstest (0,2 MB)

So wurde getestet

Die Konsumentenschützer kauften 11 Sushi-Sets, bestehend aus Maki- und Nigiri-Sushi, bei unterschiedlichen Anbietern im Zentrum von Linz. Die Proben wurden unter Einhaltung der Kühlkette in das Labor der Belan Ziviltechniker-GmbH gebracht und dort sensorisch, mikrobiologisch und chemisch-physikalisch analysiert. Auch auf das Vorhandensein möglicher Fadenwürmer (Nematoden) wurde getestet. Das abschließende Gesamturteil erfolgte auf Basis fachlicher Kriterien sowie der berechtigten Verbrauchererwartung.

  • 6 der 11 untersuchten Proben waren nach den Ergebnissen der durchgeführten Prüfverfahren insgesamt als einwandfrei einzustufen.
  • 3 Proben erhielten das Testurteil wertgemindert: Grund dieser Abwertung waren schwere sensorische Mängel wie etwa ein unerwünscht fischig, traniger Geschmack sowie leichte mikrobiologische Mängel.
  • Bei der Probe vom Tokyo Running Sushi Restaurant beanstandeten die Lebensmittelgutachter vor allem den ekelerregenden Geruch nach Verderb des Surimis sowie den fischig-tranigen Geschmack von Lachs, Butterfisch, Tilapia und Garnele als auch den säuerlich alten Geruch des Thunfischs. Zusätzlich zeigten sich noch leicht erhöhte Werte an Fäkalkeimen.
  • Die Probe von Kungfu zeigte bereits schwere mikrobiologische Mängel wie einen erhöhten Gehalt an Fäkalkeimen und Verderbserregern. Wenig begeistern konnten sich die Tester auch für den fischig, alten und säuerlichen Geschmack des verwendeten Lachs und Surimis.

Empfehlenswert ist es beim Sushi-Kauf nicht nur den Herstellern, sondern auch seinen eigenen Sinnen zu vertrauen! Als Frischekriterium bei Fisch gilt der Geruch. Frischer Fisch riecht nicht fischig, sondern nach einer Brise Meer. Das Filet sollte saftig und glänzend sein, ein Fingerdruck sollte nicht im Fleisch zurückbleiben. Im Zweifelsfall lieber Hände weg.

Der Preis der japanischen Leckerbissen lag je nach Anbieter zwischen 2,12 und 4,21 Euro pro 100 Gramm.

Sushi: Das sollten Sie unbedingt!

Sushi gibt es in verschiedenen Varianten: Die gängigsten hierzulande sind Nigiri-Sushi, meistens auf Speisekarten nur als „Sushi“ bezeichnet. Das sind mit Fisch oder anderen Zutaten belegte Röllchen aus mit Reisessig gesäuertem Reis. 

Maki-Sushi, üblicherweise nur „Maki“ genannt, enthalten meistens Fisch oder Gemüse. Die Zutaten werden in Reis und einem Blatt Seetang mit Hilfe einer Bambusmatte eingerollt, die Rolle anschließend in Scheiben geschnitten. 

Für die Zubereitung von Sushi und Maki werden vor allem Lachs, Butterfisch, Thunfisch, Garnelen oder Surimi (Krebsfleischimitat aus Fischresten) verwendet. Seltener kommen Heilbutt, Makrele oder Tilapia (Buntbarsch) zum Einsatz. 

Wer Sushi selber macht, sollte ausschließlich Fisch von bester Qualität verwenden, der vor der Verarbeitung mindestens einen Tag bei minus 20 Grad gut durchgefroren war. Denn Meeresfische aus Wildfang können sogenannte Nematoden (Fadenwürmer) enthalten, welche beim Menschen gesundheitliche Probleme verursachen können. Durch längeres Einfrieren unter 20 Grad werden diese jedoch abgetötet. 

Wasabi-Paste meist nicht echt

Zum Würzen dürfen Sojasauce und Wasabi nicht fehlen. Bei der allgemein als Wasabi bezeichneten grünen Paste handelt es sich aber in den meisten Fällen nicht um echten japanischen Wasabi (Eutrema japonicum), sondern um eine Mischung aus europäischem Meerrettich, Senf, Maisstärke, Zitronensäure, Ascorbinsäure und den Farbstoffen Brilliantblau FCF und Tartrazin. Bei letzterem handelt es sich um einen synthetischen Azofarbstoff, der bei empfindlichen Personen pseudoallergische Reaktionen hervorrufen kann und mit der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung ADHS bei Kindern in Verbindung gebracht wird.

Kinder, ältere Menschen und Personen mit empfindlichem Magen sollten auf den Genuss von Sushi und Maki generell verzichten. Für Schwangere gilt besonders zu beachten, dass roher Fisch, auch bei einwandfreier Verarbeitung, für das Ungeborene schädliche Keime enthalten kann.

Sushi, das mitgenommen wird, sollte kühl transportiert und noch am selben Tag verzehrt werden.

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