27.04.2017
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Noch immer hohe Nitratwerte in Hausbrunnen

Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Rund 18 Prozent der oö. Bevölkerung bezieht ihr Trinkwasser aus Hausbrunnen und nicht aus öffentlichen Wasserleitungen. Während die öffentlichen Wasserversorger die Abnehmer über die Wasserwerte informieren und laufend Proben nehmen müssen, wissen viele „Hausbrunnenversorgte“ wenig bis gar nichts über den Zustand des konsumierten „Nass“.

AK prüft Nitratwerte

Die AK Oberösterreich führt daher bereits seit vielen Jahren Brunnenwassertests in Regionen mit bekannter Grundwasserproblematik durch. Von 543 Wasserproben wiesen dabei 77 Nitratwerte über  dem gesetzlich zulässigen Höchstwert von 50 mg/l auf. Zehn davon lagen über 100 mg/l, zwei davon wiederum über 200 mg/l. Extremwerte wurden in Eferding (eine Probe mit 221 mg/l) und in Pupping (eine Probe mit 212 mg/l) gemessen.

Kleinkinder: Vorsicht  ist anzuraten

Es ist davon abzuraten, Wasser mit zu hohen Nitratwerten zu trinken. Sehr hohe Nitratkonzentrationen können im Körper zu Nitrit umgewandelt werden und den Sauerstoffgehalt im Blut beeinträchtigen, was wiederum zur sogenannten „Blausucht“ führen kann. Besonders Klein- und Kleinstkinder sind bei entsprechenden Belastungen durch Nitrat gefährdet. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt für die Zubereitung von Säuglingsnahrung den Wert von 10 mg/l möglichst nicht zu überschreiten. Ein Abkochen des Wassers hilft zwar bei bakteriellen Verunreinigungen, verschlimmert die Situation jedoch beim Nitratgehalt, weil durch die Verdunstung beim Abkochen die Konzentration steigt.

Warum ist noch immer so viel Nitrat in den Brunnen?

20 Prozent der Oberösterreicher/-innen beziehen ihr Trinkwasser aus Hausbrunnen. 2016 lagen 9,3 Prozent der damals überprüften 278 Proben über dem zulässigen Wert von 50 mg/l. Heuer hat sich der Wert auf  14,18 Prozent gesteigert.

Die flächenhafte Belastung des Grundwassers mit Nitrat stammt aus der Überdüngung in der Landwirtschaft. Das ist auch den Berichten des Landwirtschaftsministeriums zu entnehmen. Einer der Gründe für den Anstieg heuer könnten die eher geringen Regenfälle im Untersuchungszeiteraum sein. Aus dem „Grünen Bericht 2014“ ergibt sich außerdem ein Biobetriebe-Anteil in Oberösterreich von lediglich 10,7 Prozent. Dieser im österreichweiten Vergleich geringe Anteil wird in den Bezirken mit hohen Nitratbelastungen sogar noch weit unterschritten.

AK fordert wirksamen Schutz des Grundwassers

Auch der Rechnungshof hatte zuletzt kritisiert, dass Förderungen für die Landwirtschaft zu wenig zielgerichtet erfolgen. Durch eine verstärkte Förderung biologischer Landwirtschaften und grundwasserschonender Anbaumethoden könnten Grundwasserverunreinigungen reduziert werden. Momentan wird das Aktionsprogramm Nitrat (EU-Richtlinienvorgabe) im vorgesehenen Vierjahresintervall überarbeitet, um Gewässerverunreinigungen zu verringern und weiteren Gewässerverunreinigungen vorzubeugen. Das wäre eine gute Gelegenheit, um wirksame Maßnahmen zum Schutz des Grundwassers, der Hausbrunnen und letztlich der Bevölkerung vorzusehen. AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fordert daher: „Wir brauchen endlich eine zielgerichtetere Förderung der Landwirtschaft, damit die Nitratbelastungen des des Grundwassers endlich zurückgehen.“

Hausbrunnenbesitzer sollten regelmäßig kontrollieren

Während öffentliche Wasserversorgungsunternehmen die von der Trinkwasserverordnung vorgegebenen Wasserwerte laufend kontrollieren und einhalten müssen, wissen leider nicht alle Brunnenwasser-Bezieher/-innen über den Zustand ihres Trinkwassers Bescheid. Der AK-Konsumentenschutz empfiehlt daher allen Hausbrunnenbesitzern/-innen Trinkwasseranalysen durch ein Labor durchführen zu lassen.

Trinkwasseruntersuchung

Leider ist unbelastetes Trinkwasser auch in Oberösterreich keine Selbstverständlichkeit

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