Lebensmittel gehören nicht in den Müll!

Die Oberösterreicher/-innen werfen jedes Jahr insgesamt 20.000 Tonnen Lebensmittel in den Restmüll. Die Nahrungsmittel sind rund 163 Millionen Euro wert - 6,4 Prozent der Ausgaben für Essen und Trinken landen im Mistkübel. Besonders verschwenderisch sind die Städter/-innen mit 191 Euro pro Jahr, am Land geht man wesentlich bewusster mit Nahrungsmitteln um (75 Euro im Jahr). Gründe für dieses Verhalten sind Lockangebote des Handels (Nimm 3, zahl 2), zu große Packungen, Einkauf ohne Plan aber auch zu wenig Wissen über Haltbarkeit und Ablaufdatum.

EU will Mindeshaltbarkeitsdatum abschaffen

Diskutiert wird die Abschaffung des Mindeshaltbarkeitsdatums für Reis, Nudeln, Kaffee und Tee. Das sollte ein Beitrag zur Verminderung von Lebensmitteln im Müll sein. Wenn die Lebensmittel auch weit über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus geniessbar sind, so verlieren sie mit zunehmender Lagerdauer an Qualität. Daher müsste bei einer Abschaffung des Mindesthaltbarkeitsdatums das Produktionsdatum dieser Produkte auf der Verpackung angegeben werden.

Mindesthaltbarkeit wenig aussagekräftig

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD, "mindestens haltbar bis...") gibt den Zeitpunkt an, bis zu dem das ungeöffnete Lebensmittel bei richtiger Lagerung seine spezifischen Eigenschaften wie Geschmack, Geruch und Nährstoffgehalt behält.

Abgelaufen bedeutet nicht immer verdorben

Produkte, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist, sind nicht automatisch verdorben und dürfen auch noch verkauft werden.

Nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums büßt das Produkt allmählich seine besonderen Eigenschaften, wie beispielsweise sensorische Qualitäten, ein. Joghurt wird zum Beispiel immer säuerlicher. Damit ist das Produkt aber noch nicht automatisch verdorben. Gerade pures Joghurt kann noch deutlich nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums genießbar sein, wohingegen Joghurt mit Fruchtzubereitung schneller verdirbt.

Verbrauchsdatum unbedingt beachten

Anders verhält es sich mit dem Verbrauchsdatum ("zu verbrauchen bis..."), dieses ist vor allem an leicht verderblichen Waren wie Räucherlachs, Faschiertes oder Geflügelfleisch angebracht.

Achtung

Lebensmittel, deren Verbrauchsdatum abgelaufen ist, dürfen nicht mehr verkauft werden, auch vom Verzehr ist abzuraten.

AK sorgt für Qualität

Die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer untersucht regelmäßig die Qualität unterschiedlicher Lebensmittel. Diese Untersuchungen zeigen unter anderem wie unterschiedlich sensibel das Mindesthaltbarkeitsdatum sein kann. Ob Lebensmittel nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum zu raschem Verderb neigen oder eher nicht, kann aber zumindest grob nach Lebensmittelgruppe unterschieden werden.

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