30.11.2018

Worauf Sie beim Kekse backen achten sollten  

Mit der Adventszeit beginnt auch das Kekse backen. Damit Sie Zimtsterne, Vanillekipferl oder Linzer Augen ohne böse Überraschungen genießen können, hat der Konsumentenschutz ein paar wichtige Tipps und Tricks zusammengestellt.

Zum Abreiben lieber Bio-Zitronen verwenden

Bei vielen der beliebten Keks-Rezepte gehören geriebene Zitronenschalen zu den wichtigsten Zutaten. Wer die Schale aber selbst reiben will, sollte beim Kauf immer auf die Kennzeichnung achten. Pestizide, Wachse oder Konservierungsmittel könnten sonst versehentlich in das Weihnachtsgebäck geraten. Der Großteil der angebotenen Zitronen ist mit Spritzmitteln behandelt, um Schimmel zu vermeiden. Achten Sie daher besonders auf den Hinweis „Schale nicht zum Verzehr geeignet.“ Aufpassen müssen Sie auch bei Zitronen, die als „unbehandelt“ angepriesen werden. Unbehandelt bedeutet in diesem Fall: Die Früchte wurden nach der Ernte zum Beispiel nicht gespritzt; das gilt aber nicht für den Anbau!

Tipp

  • Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte lieber Bio-Zitronen kaufen. Sie dürfen nicht gespritzt, künstlich konserviert oder gewachst werden.
  • Vor dem Abreiben sollten die Früchte mit heißem Wasser gewaschen werden.
  • Beim Reiben der Zitronenschale immer darauf achten, dass man nur die gelbe Schicht der Zitronenschale abreibt. Die darunter liegende weiße Haut ist zwar gesund, schmeckt aber sehr bitter.

 

Ceylon-Zimt ist gesünder

Zimt ist nicht gleich Zimt. Zum einen gibt es Ceylon-Zimt, der aus Sri Lanka oder Madagaskar stammt und ein feines, zurückhaltendes Aroma hat. Zum anderen gibt es im Handel auch Cassia-Zimt. Dieser stammt aus Indonesien oder China und schmeckt aromatisch beziehungsweise würzig bis leicht süß. Beide Gewürze enthalten den natürlichen Aromastoff Cumarin, der in hohen Dosierungen jedoch Leberschäden verursachen kann. Bei Cassia-Zimt ist der Cumarin-Gehalt um einiges höher. Wer viel mit Zimt bäckt oder Kinder hat, sollte daher auf jeden Fall Ceylon-Zimt bevorzugen.

Tipp

Nur wo Ceylon-Zimt draufsteht ist auch Ceylon-Zimt drinnen. Gemahlener Zimt wird zumeist ohne nähere Angaben angeboten. Es kann daher bei vielen Produkten nicht ausgeschlossen werden, dass es sich dabei um den cumarin-reichen Cassia-Zimt handelt.

Bei Zimtstangen lassen sich die beiden Sorten auch optisch unterscheiden: Während bei Cassia-Zimt eine dicke Rindenschicht zu einem Röllchen geformt ist, ähnelt die Ceylon-Zimtstange im Querschnitt mit mehreren feinen Rindenlagen einer angeschnittenen Zigarre.

Nähere Informationen und eine Übersicht der aktuell im Handel erhältlichen cumarin-armen Ceylon-Zimt-Produkte finden Sie hier.

Margarine oder doch lieber Butter?

Wer den Buttergeschmack nicht vermisst, kann grundsätzlich auch Margarine-Würfel zum Backen verwenden. Beide enthalten in etwa gleich viel Fett und damit gleich viel Kalorien. Allerdings gilt es zu bedenken, dass Margarine unter anderem aus dem Klima-Killer Palmöl besteht. Palmöl-Plantagen verbrauchen viel Platz, zerstören den Regenwald und befeuern damit den Klimabruch. Bei der Raffination der in Margarine enthaltenen pflanzlichen Fette können geringe Mengen an Glycidyl-Fettsäureester sowie 3- und 2-Monochlorpropandiol entstehen. Diese stehen im, Verdacht erbgut­schädigend beziehungsweise krebs­erregend zu sein.

Tipp

Wer beim Backen auf Margarine nicht verzichten will, sollte zumindest Bio-Margarine verwenden. In Bio-Margarinewürfeln steckt zwar auch Palmfett, trotzdem sind sie weniger umweltschädlich als industrielles Palmöl. Noch besser ist natürlich palmölfreie Margarine. Allerdings kommen derzeit nur wenige Margarine-Marken wie zum Beispiel „Clever" komplett ohne Palmfett aus.

 

Nüsse besser im Ganzen kaufen

Geriebene Nüsse sind praktisch, aber auch anfällig für Schimmelpilze. Diese können giftige Stoffwechsel­produkte wie Aflatoxine enthalten, welche leberschädigend und bei regelmäßiger Aufnahme auch krebserregend wirken können. Auch das Rösten, Backen oder Einfrieren schafft hier keine Abhilfe!

Tipp

Da man Schimmel­gifte oder "Ranzigkeit" nicht sehen kann, sollte man schlecht schmeckende oder riechende Nüsse immer wegwerfen. Am besten kauft man die Nüsse im Ganzen und mahlt sie selber. In einem luftdicht verschlossenen Gefäß können zerkleinerte Nüsse im Kühlschrank bis zu 4 Wochen, im Gefrierfach gut 1 Jahr lang aufbewahrt werden.

 

Vergolden statt verkohlen

Beim Backen von Weihnachts­keksen kann der Schadstoff Acrylamid entstehen. Dieser steht im Verdacht, Krebs zu erzeugen. Die Bildung von Acrylamid ist abhängig von den Back-Temperaturen: Die Acrylamid-Bildung beginnt bei Temperaturen über 120 Grad und steigt ab 170 bis 180 Grad sprunghaft an.

Tipp

Beim Backen der Kekse sollte man den Backofen maximal auf 180 Grad mit Umluft beziehungsweise 200 Grad ohne Umluft stellen. Behalten Sie die Kekse beim Backen genau im Auge und benutzen Sie am besten Backpapier oder Silikon-Back­unterlagen. So wird ein zu starkes Bräunen verhindert. Es gilt die Faustregel: je dunkler, desto mehr Acrylamid!


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