17.01.2018

Kakao: Achtung Aluminium!

Aluminium ist ein natürlicher Bestandteil von Böden, weshalb auch Pflanzen und Lebensmittel natürlicherweise Aluminium enthalten. Nach Schätzungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nehmen wir über unsere Nahrung wöchentlich zwischen 0,2 bis 1,5 mg pro kg Körpergewicht auf. Bei wöchentlichen Aufnahmemengen von 1 mg pro kg Körpergewicht und darunter schließt die EFSA gesundheitliche Risiken aus.

Kakao und Kakaoprodukte weisen zum Teil sehr hohe Aluminiumgehalte auf. Darum hat der AK-Konsumentenschutz 16 Kakao- und Trinkkakaomischungen untersuchen lassen - und große Unterschiede festgestellt!

Testergebnis: Aluminium in Kakao- und Trinkkakao-Mischungen (0,4 MB)


Spar-Eigenmarken enthalten am meisten Aluminium

Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat insgesamt 5 Kakaos und 11 Trinkkakaomischungen im Labor der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) untersuchen lassen. Das Ergebnis: Alle Produkte enthalten Aluminium, wenn auch in unterschiedlichen Mengen.

So enthält „Spar S-Budget Kakao“ 6 Mal mehr Aluminium als das Trinkschokoladenpulver „EZA Bio-Equita“. Nochmals deutlich höher waren die Gehalte in reinen Kakaopulvern, die - anders als Trinkmischungen - nicht nur zu rund 20 Prozent, sondern zu 100 % aus Kakao bestehen. Hier enthielten 100g „Spar Kakao extrafein“ 24,5 mg Aluminium, 100 g „bella Kakao“ von Hofer wiesen hingegen mit 8,11 mg den geringsten Gehalt auf.

Warum ist Aluminium schädlich?

Aluminium wirkt sich in erster Linie negativ auf unser Nervensystem aus. Zu den Symptomen zählen Störungen der Gedächtnisfunktion, der Motorik sowie der Sprache. Allerdings sind die Mengen, die wir über unsere Nahrung aufnehmen, so gering, dass nach heutigem Wissensstand keine akute Vergiftungsgefahr besteht.

Um auch längerfristige Gesundheitsrisiken auszuschließen, sollte aber die lebenslange Aufnahme von Aluminium so weit wie möglich begrenzt werden. Denn zusätzlich zu Nahrungsmitteln nehmen wir Aluminium auch über Trinkwasser, kosmetische Mittel, wie etwa Deos, Lidschatten, Nagellacke, Haarfarben, Zahnpasten und Sonnencremes, Lebensmittelverpackungen und bestimmte Arzneimittel auf. Zur gesundheitlichen Vorsorge hat die EFSA für die Aufnahme von Aluminium über die Nahrung eine tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge von 1 mg Aluminium je kg Körpergewicht festgelegt.

Trinkkakao hat auch viel Zucker

Ein 30 kg schweres Kind erreicht mit einer täglichen Tasse Kakao (Portionsgröße laut Herstellerangaben) jener Trinkmischung mit dem höchsten Aluminiumgehalt bereits 27 Prozent der tolerierbaren Aufnahmemenge.

Die Trinkkakaomischungen bestanden durchschnittlich zu fast Dreiviertel (72 Prozent) aus Zucker – ein weiterer Grund für maßvollen und bewussten Konsum.

Zusätzlich wurden die 16 Produkte auf den Gehalt des giftigen Schwermetalls Cadmium untersucht, das ähnlich wie Aluminium natürlich im Boden vorkommt. Keine der Proben überschritt den ab nächstem Jahr gültigen EU-Grenzwert von 0,6 mg/kg. Allerdings kamen 2 Produkte (Alnatura Kakao: 0,55 mg/kg; dmBio Kakao: 0,43 mg/kg) nahe an diesen Höchstwert heran.

Tipps: So vermeiden Sie Aluminium

  • Vermeiden Sie aluminiumhaltige Kosmetika, insbesondere die Aluminiumsalze Aluminium Chloride und Aluminium Chlorohydrate. Zertifizierte Natur- und Biokosmetik setzt keine synthetischen Aluminiumverbindungen 
  • Aus Aluminiumfolie kann Aluminium auf säure- und salzhaltige Lebensmittel übergehen. Verzichten Sie daher beim Aufbewahren und Erhitzen sowie Warmhalten von Lebensmitteln und Speisen auf Aluminiumfolie.
  • Beim Grillen mit Aluschalen sollte das Grillgut erst am Ende des Grillvorgangs gesalzen und gewürzt werden, um möglichst den Übergang von Aluminium auf das Grillgut zu unterbinden.


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