21.03.2018

Käfigeier in Backwaren? Bäckereien und Backshops auf dem Prüfstand

Konventionelle Käfighaltung von Legehennen für die Eierproduktion ist in der EU seit 6 Jahren verboten - der Import von Käfigeiern aber nicht. Rund 15 Prozent des heimischen Eierbedarfes wird aus Kostengründen von der Lebensmittelindustrie und Gastronomie importiert. Woher diese Eier genau stammen, ist für Konsumenten/-innen nicht nachvollziehbar. 

Keine Kennzeichnungspflicht

Denn anders als bei frischen Eiern gibt es bei verarbeiteten Produkten wie Nudeln, Mayonnaise und eben Backwaren keine Kennzeichnungspflicht für die Herkunft der Eier. 


Aus diesem Grund hat die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN in Kooperation mit dem Konsumentenschutz der Arbeiterkammer OÖ bei 24 österreichischen Bäckereiketten sowie 6 Supermarktketten mit Backshops nachgefragt, woher die Eier ihrer Produkte stammen. 

Broschüre: Ei, Ei; Ei, ist meine Bäckerei käfigfrei? (1,8 MB)


Eier meist aus Bodenhaltung

19 Bäckereien sowie alle Supermarktketten haben die Herkunft ihrer verarbeiteten Eier offengelegt: Bei verarbeiteten Produkten kommen hauptsächlich Eier aus Bodenhaltung zum Einsatz. Bei Frühstücksangeboten (etwa Frischeier für Eierspeisen und Aufstriche) wird hingegen Wert auf Bio-Freiland- und Freilandhaltung gelegt. Bei den meisten Bäckereien ist ein Bemühen, Eier aus Österreich zu beziehen, erkennbar. 11 von 19 Bäckereien verwenden ausschließlich österreichische Eier, 3 zumindest zum Großteil.

Die Eier in Produkte der Selbstbedienungs-Backshops in Supermärkten stammen vor allem aus Bodenhaltung, teilweise aber auch aus Freilandhaltung, sowohl aus Österreich als auch aus anderen EU-Ländern.

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BackWerk verarbeitet Eier aus Käfighaltung

5 Bäckereien haben nicht oder nur unzureichend geantwortet und lassen damit Konsumenten/-innen über die Herkunft ihrer verarbeiteten Eier in Ungewissheit.

Das BackWerk hat als einziges Unternehmen angegeben, derzeit - neben Boden-, Freiland- und Biofreilandhaltung - noch bis 2019 auch Eier aus Käfighaltung zu verarbeiten.

Im Gegensatz dazu verwendet die Vollwertbäckerei Gradwohl ausschließlich Biofreilandeier aus Österreich.

Kennzeichnungspflicht auch für verarbeitete Eier

Der AK-Konsumentenschutz fordert eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung auch für verarbeitete Eier und Ei-Bestandteile. Nur, wenn die Kennzeichnungslücke geschlossen wird, können Konsumenten/-innen klar erkennen, woher beziehungsweise aus welcher Haltung die Eier in eierhaltigen Lebensmitteln stammen.

Obwohl die konventionelle Käfighaltung innerhalb der EU verboten ist, ist die sogenannte "ausgestaltete Käfighaltung" noch erlaubt. Dabei werden den Tieren geringfügig mehr Platz, Sitzstangen und Nester geboten. In Österreich spielt diese Haltung keine Rolle mehr und wird Ende 2019 gänzlich verboten sein. In Portugal und Ungarn ist sie unter anderem aber noch weit verbreitet. 

AK-Tipps: Verwenden Sie Eier aus Österreich

  • Eine neue Bäckereibroschüre des AK-Konsumentenschutzes und VIER PFOTEN klärt Konsumenten/-innen über die Herkunft der Eier in österreichischen Bäckereien auf.
  • Der Konsumentenschutz empfiehlt nur Produkte mit Eiern zu kaufen, deren Herkunft klar erkennbar ist.
  • Heimischen Legehennen geht es meist besser, da es in Österreich so gut wie keine Käfighaltung mehr gibt.
  • Bei Bioeiern wird zudem auf gentechnikfreie Fütterung verzichtet und die männlichen Küken werden nicht direkt nach dem Schlüpfen getötet.

Kontakt

Konsumentenschutz
TEL: +43 50 6906 2
E-MAIL: konsumentenschutz@akooe.at

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