Was bedeuten die E-Nummern?

E-Nummern sind die Bezeichnungen für Zusatzstoffe, die in Lebensmitteln verarbeitet sind. Diese Zusatzstoffe werden nur zugelassen, wenn sie nicht gesundheitsschädlich sind. Jeder Mensch reagiert aber anders und jeder dritte Konsument hat Allergien gegen irgendwelche Substanzen entwickelt. Deshalb müssen alle Zusatzstoffe genau gekennzeichnet werden. Das geschieht mit den E-Nummern, die aber meist nur für Experten verständlich sind.

Hinweis

Die Broschüre E-Nummern kann kostenlos unter der Nummer +43 50 6906 444 bestellt werden und steht auch zum Download zur Verfügung.

Farbstoffe

Es gibt natürliche und künstlich hergestellte Farbstoffe und werden zum Färben und Verschönern von Lebensmittel und deren Oberfläche verwendet. Sie sollen für ein "appetitanregendes" und "verkaufsförderndes" Aussehen sorgen.

Einsatzgebiete: Zuckerwaren aller Art (damit Süßigkeiten leuchten), Marzipan, Obsterzeugnisse in Konserven, Limonaden (Wasser, damit Limonade nach Frucht aussieht) und Kolagetränke, Puddings, Eis, Liköre, Margarine, Käse und Fischerzeugnisse.

Natürlich sind zum Beispiel Farbextrakte aus roten Rüben, aus Karotten und Spinat. Sie schaden nicht. Es bleibt aber die Frage, ob man "geschminkte" Lebensmittel überhaupt will.

Künstliche (synthetische) Farbstoffe haben von allen Lebensmittel-Zusatzstoffen den schlechtesten Ruf. Azofarbstoffe (in Speisen und Getränken, Textilien, Hautpflegemitteln, Pharmapräparaten, ..) sind die am meisten umstrittenen Chemie-Lebensmittelfarben. Sie gelten als Allergieauslöser und stehen nach amerikanischen Untersuchungen in Verdacht, unter bestimmten Voraussetzungen Krebs auszulösen.

Konservierungsstoffe

Konservierungsstoffe verlängern die Haltbarkeit von Lebensmitteln. Der Hersteller braucht nicht mehr verraten, ob das Produkt behandelt ist. Kommt z.B. ein konservierter Fruchtzusatz in den Topfen, muss der verwendete Stoff nicht auf der Zusatzliste stehen. Ein harmloser Konservierungsstoff ist Sorbinsäure (E 200 bis 203). Diese Säure kommt auch in der Natur vor.

Konservierungsstoffe mit den Nummern E 210 bis E 233 können gerade bei Kindern Allergien auslösen, Kopfschmerzen und Durchfall verschulden.

Besonders Benzoesäure (E 210), die Salate haltbar macht, ist ungesund. In Katzen- und Hundefutter darf sie nicht verwendet werden. Gepökelte Fleisch- und Wurstwaren enthalten Nitrate, die Bakterien hemmen. Nitrat verwandelt sich im Körper zu Nitrit - dieser Stoff verschlechtert die Sauerstoffaufnahme. Kinder sollten deshalb nicht so häufig rohen Schinken und rote Wurstsorten essen.

Antioxidantien

Antioxidantien behindern Reaktionen von Sauerstoff mit Lebensmittelinhaltsstoffen und damit den Verderb.

Einsatzgebiete: Suppen, Brühen, Soßen, (jeweils in getrockneter Form), Kartoffeltrockenerzeugnisse, Knabbererzeugnisse, Kaugummi, Walnusskerne, Marzipan- und Nougatmasse, Eis, Margarine, Öle, Backwaren usw.

Wenn Lebensmittel im Großen hergestellt werden, nimmt man statt des Zitronensaftes Vitamin C. Es heißt Ascorbinsäure und wird im Labor hergestellt. Aber dem Körper ist es egal, ob er Vitamin C aus der Zitrone und aus der Retorte bekommt. Ascorbinsäure als Zusatzstoff ist deshalb harmlos. Damit Fett nicht ranzig wird ("oxidiert"), kommt Vitamin E ins Fertigprodukt.

Es wird im Labor dem natürlichen Stoff nachgebaut und gilt ebenfalls als unbedenklich. Die beiden natürlichen Antioxidationsmittel haben die E-Nummern 300 – 309. Sind beim Schutz vor Luft naturfremde Stoffe im Spiel, lauten die E-Nummern von 310 – 321. Solche Stoffe finden sich z.B. in Kaugummi, Marzipan, Knabbereien aus Getreide. Empfindliche Kinder können allergisch reagieren oder Kopfschmerzen bekommen. Deshalb lieber nur Lebensmittel mit den harmlosen Luftschützern kaufen.

Emulgatoren und Säuerungsmittel 

Emulgatoren und Säuerungsmittel verbinden ursprünglich nicht miteinander mischbare Stoffe, z.B. Fett und Wasser, Säuerungsmittel verhindern die Vermehrung von verderbniserregenden Keimen.

Einsatzgebiete: sind für alle Lebensmittel zugelassen (außer E 338 nur für koffeinhaltige Erfrischungsgetränke, E 339 - 341 nicht für Frischfisch).

Manche Stoffe sind eigentlich nicht miteinander mischbar (Wasser und Öl). Mit Emulgatoren lassen sie sich verbinden. Sie sorgen in Mayonnaise und in Cremespeisen dafür, dass auf den Produkten kein Wasserpfützchen schwimmt. Am häufigsten wird Lezithin als Emulgator verwendet – ein natürlicher Stoff, der im Eigelb vorkommt. Er ist gesundheitlich unbedenklich. Auch Emulgatoren, die aus Fettsäuren "gebaut" werden, schaden nicht. Die E-Nummer zeigt, welcher Verbindungsstoff im Produkt steckt. E 322 = Lezithin, E 470, E 471 heißen die Fettsäuren. Emulgatoren nützen vor allem den Fertigprodukt-Herstellern denn Emulgatoren sorgen dafür, dass sich mehr Luft und Wasser zumischen lassen.

Alleskönner bei der weiteren Verarbeitung von Lebensmitteln sorgen dafür, dass Wurstmasse Wasser binden kann: Phosphate verhindern, dass Pulver klumpt, sie bringen einen säuerlichen Geschmack in koffeinhaltige Getränke, sie lassen Käse gut schmelzen. Gefährlich sind Phosphate (E-Nummer 338 bis E 341) nicht. Es ist aber zu befürchten, dass sie die Calcium-Aufnahme (wichtig für die Knochenentwicklung bei Kindern) verschlechtern.

Verdickungs- und Geliermittel 

Verdickungs- und Geliermittel werden zum Verdicken und Gelieren von Flüssigkeiten verwendet.

Einsatzgebiete: Gelees, Puddings, Konfitüren, Backwaren, Wurst und Fleischzubereitungen, kalorienreduzierte Lebensmittel, Eis.

Außerdem kommen sie als Füllstoffe in kalorienreduzierte Lebensmittel.

Zum Stabilisieren werden natürliche Stoffe genommen: Gelatine, Johannisbrotkernmehl, Agar Agar (aus Rotalgen), Stärke, Pektin (aus Äpfeln). Auf der Zutatenliste steht oft auch der Begriff "modifizierte Stärke". Normale Stärke aus Mais oder Kartoffeln wurde so behandelt, dass sie noch zuverlässiger wirkt als das Grundprodukt.

Der Gesundheit schaden Stabilisatoren nicht. Nur die Stoffe E 400 bis E 405 (aus Braunalgen, die mit Säuren aufbereitet werden) stehen im Verdacht, dass sie es dem Körper schwerer machen, Mineralstoffe aufzunehmen.

Geschmacksverstärker 

Geschmacksverstärker, damit sich die Zunge freut. Ähnlich wie die Prise Salz im Kuchen heben Geschmacksverstärker den Eigengeschmack der Zutaten. Chemisch haben Geschmacksverstärker allerdings nichts mit Salz zu tun. Am häufigsten wird Glutaminsäure (E 620) genommen, wenn ein Fertigprodukt intensiver schmecken soll. Sie kommt zum Beispiel in Wurst, in Brühen, in Saucen, in Tiefkühlmenüs oder Dosenravioli. Geschmacksverstärker tragen die E-Nummern 620 – 637. Sie können Allergien auslösen. Die Glutaminsäure (Glutamat) ist am "China-Restaurant-Syndrom" schuld - Kopfschmerzen, Schwächegefühl.

Aromastoffe

Aromastoffe geben den Lebensmitteln Geruch und Geschmack.
Einsatzgebiete: Erfrischungsgetränke, Puddings, Creme- und Geleespeisen, Eis, Backwaren, Teigmassen und deren Füllungen, Milchprodukte, Süßigkeiten, Kaugummi, Fertiggerichte, Instantprodukte, Tees, Liköre, Schokolade, Fleisch- und Wurstwaren. Um einen bestimmten Geschmack zu erzeugen, z.B. Erdbeeraroma, sind die künstlich hergestellten Stoffe für die Industrie billiger als Naturprodukte. Wenn Sie Wert auf naturbelassene, unverfälschte Lebensmittel legen, verzichten Sie möglichst auf aromatisierte Lebensmittel, insbesondere wenn es sich um künstliche Aromastoffe handelt.

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