07.04.2020

Wunder­mittel gegen Corona? - Gibt es nicht!

Aktuell gibt es keine aner­kannten Medika­mente gegen das Corona­virus, ebenso wenig wie einen Impf­stoff. Dies verstärkt Angebot und Nachfrage an alternativen Heil­mitteln. Sie sollen das Immun­system im Kampf gegen Corona unterstützen oder das Virus abtöten. Diese angeblichen Wunder­mittel sind besten­falls wirkungslos und können sogar gefährlich sein. Lassen Sie sich nicht von unseriösen Anbietern Geld aus der Tasche ziehen!

Kuhdung, Vitamine, Pflanzenstoffe, Globuli und CBD helfen nicht!

Online angepriesene Wunder­methoden (Sonnenbaden, Räucher­stäbchen, Nasenlöcher mit Essig spülen, heißes Wasser trinken) sind wirkungslos bis ekelhaft (Einnahme von Kuhdung oder Kuhurin).

Hochdosiertes Vitamin C (Ascorbinsäure) soll vorbeugend und lindernd auf eine Coronavirus-Infektion wirken. Es gibt keine wissen­schaftlichen Studien, die das belegen. Laut öster­reichischem Ernährungs­bericht sind wir ausreichend mit Vitamin C versorgt. Überschüssige Mengen werden mit Urin ausgeschieden, weshalb Nebenwirkungen selten sind. Zu viel Vitamin C kann Durchfall, Bauch­schmerzen oder Übelkeit verursachen und das Risiko für Nierensteine erhöhen.

Vitamin-D-Mangel soll anfälliger gegen das Virus machen. Auch wenn ausreichend Vitamin D - wie andere Mikro­nährstoffe auch - wichtig für ein funktio­nierendes Immun­system ist, heißt das nicht, dass eine kurzfristige Einnahme etwas bringt. Zuviel Vitamin-D kann gesundheits­schädigend sein. Auch Wechsel­wirkungen mit Arzneimitteln sind möglich.

Naturheilmittel sollen das Immun­system auf Hochtouren bringen: Roter Sonnenhut (Echinacea), Grüntee (Epigallocatechingallat), Pellargonien­wurzel, Kapuziner­kresse, Propolis und so weiter, oder das Eindringen der Viren in unsere Schleimhäute verhindern (Cistrose, Chaga-Pilz). Es gibt für diverse Pflanzenstoffe Hinweise, dass sie das Immun­system beeinflussen können. Studien beziehen sich aber auf andere Viren oder auf Versuche in Zellkultur, mit wenig Aussagekraft.

Zwiebel, Knoblauch oder Ingwer werden als Wunder­waffe gegen Corona angepriesen. Die Knollen enthalten Scharfstoffe und ätherische Öle (antimikrobiell und entzündungshemmend) als Schutz vor Corona, reicht das nicht. Noch weniger helfen aufgeschnittene Zwiebeln um das Virus aus der Luft aufzusaugen.

Homöopathen empfehlen hoch­verdünntes Arsen oder Gelsemium C30. Für die Wirkung von Globuli gibt es keinen Beweis. Die öster­reichische Apotheker­kammer spricht sich ausdrücklich gegen den Einsatz von homöopathischen Mitteln gegen das Coronavirus aus.

Auch Cannabidol (CBD) wird als Corona-Schutz beworben. Wissen­schaftliche Beweise gibt es dafür nicht. Es handelt sich laut Gesundheits­ministerium bei CBD-Produkten vorwiegend um „neuartige Lebens­mittel“, die eine behördliche Zulassung benötigen. Derzeit liegt noch keine Zulassung vor.

Hände weg von „Miracle Mineral Solution“!

Von der Einnahme von "Miracle Mineral Solution" (kurz MMS) ist dringend abzuraten - es ist gesundheitsgefährdend. Dabei handelt es sich um ein Mineralsalz. Durch Aktivierung mit Säure entsteht Chlordioxid - ein industriell eingesetztes Bleichmittel. Dies kann schwere Vergiftungen oder Verätzungen auslösen.

Wichtig ist eine gesunde Lebensweise

Eine ausgewogene, abwechslungs- und ballaststoffreiche Ernährung mit frischem Obst und Gemüse kann das Immun­system langfristig unterstützen. Regelmäßige Bewegung im Freien hält fit und das Sonnenlicht regt die körpereigene Vitamin D Produktion an. Zudem sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (etwa 2 Liter) in Form von Wasser, Tees oder verdünnten Fruchtsäften geachtet werden. Das hält die Schleimhäute feucht, sodass Krankheits­erreger nicht so leicht eindringen können. Von nicht zu unter­schätzender Bedeutung für das Immun­system sind zudem ausreichend Schlaf sowie ein gleichmäßiger Schlafrhythmus. Auch auf eine, der Temperatur entsprechend warme, Bekleidung sollte geachtet werden.

So gehen Sie vermeintlichen Corona-Wundermitteln nicht auf den Leim

  • Es gibt keine Wundermittel oder -methoden, die eine Infektion mit dem Virus verhindern, lindern oder gar heilen können.

  •  Glauben Sie keinen vielver­sprechenden Studien­ergebnissen! Da es sich bei Covid-19 um eine neuartige Coronavirus-Erkrankung handelt, gibt es noch keine zuver­lässigen wissen­schaftlichen Studien. Zitierte Studien beziehen sich in der Regel auf andere Viren.

  • Fallen Sie nicht auf falsche Werbe­versprechen dubioser Anbieter rein: Nahrungs­ergänzungsmittel dienen weder der Vorbeugung noch der Behandlung von Erkrankungen. Daher sind verallge­meinernde gesundheits­bezogene Aussagen wie "schützt vor Viren" oder „heilt die Krankheit XY“ in der Werbung generell verboten.

  • Werbe­aussagen, die das Immun­system betreffen, müssen wissen­schaftlich geprüft und von der EU zugelassen sein. Die Aussage „trägt zur normalen Funktion des Immun­systems bei“ ist laut Health-Claims-Verordnung zum Beispiel für Vitamin A, C, D, B6, B12 oder Folat sowie für die Mineral­stoffe Selen, Zink, Eisen oder Kupfer zugelassen - vorausgesetzt das Produkt enthält eine vorge­schriebene Mindest­menge davon.

Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker

Eine Über­dosierung von Mikro­nährstoffen kann unter Um­ständen sogar gesund­heitsschädlich sein. Besprechen Sie die Einnahme, vor allem von mehreren verschiedenen Nahrungs­ergänzungs­mitteln, daher mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Auch kann die Einnahme von Supplementen zu unerwünschten Wechsel­wirkungen mit Arznei­mitteln führen. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte die Einnahme anderer Präparate daher immer mit dem behandelnden Arzt abklären.

Es gibt keine Wunder­mittel oder -methoden, die eine Infektion mit dem Virus verhindern, lindern oder gar heilen können. 

Kontakt

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TEL: +43 50 6906 2
E-MAIL: konsumentenschutz@akooe.at

Es gibt keine Wunder­mittel oder -methoden, die eine Infektion mit dem Virus verhindern, lindern oder gar heilen können. 

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