Wiedereinführung Fachkräftestipendium ab 2017

Das Fachkräftestipendium wurde mit 01.01.2017 bis 31.12.2018 wiedereingeführt! Österreichweit sollen in diesem Zeitraum bis zu 6.500 Arbeitnehmer/-innen, die sich weiterbilden oder beruflich umsatteln möchten, davon profitieren.

2013 wurde mit dem Fachkräftestipendium eine damals neue Bildungsförderung eingeführt. Damit kam eine langjährige Forderung der Arbeiterkammer zur Umsetzung. Aus budgetären Gründen wurde die Förderung aber bereits 2 Jahre später vom Arbeitsmarktservice vorzeitig gestoppt.

Mit der befristeten Wiedereinführung des Fachkräftestipendiums ab Jänner 2017 werden Höherqualifizierungen, Ausbildungen in Mangelberufen und das Nachholen von Ausbildungsabschlüssen gefördert.

NEU

Arbeitnehmer/-innen mit maximal Pflichtschulabschluss werden besonders unterstützt! Für sie ist künftig die Vorbereitung auf alle Lehrabschussprüfungen förderbar.

Geförderter Personenkreis

  • Arbeitnehmer/-innen, die für Dauer der Ausbildung karenziert sind
  • arbeitslose Personen
  • vormals Selbständige, deren Gewerbe ruht

Ein  Fachkräftestipendium kann nur von Personen beantragt werden, deren höchster Bildungsabschluss unter Fachhochschulniveau liegt. Wurde bereits ein Studium an einer Universität, Fachhochschule oder Pädagogischen Hochschule absolviert, besteht kein Zugang zum Fachkräftestipendium. Wurde hingegen in der Vergangenheit eine Ausbildung an einer Pädagogischen Akademie, an einer Sozialakademie oder an einer MTD-Akademie abgeschlossen, ist das kein Hindernis.

Nicht förderbar durch das Fachkräftestipendium sind:

  • Lehrlinge
  • Bezieher/-innen von Kinderbetreuungsgeld
  • Stiftungsteilnehmer/-innen
  • Ausländer/-innen, die vom AMS nicht vorzumerken sind
  • Beschäftigte in Kurzarbeit, für die um eine Qualifizierungsförderung in Kurzarbeit angesucht wurde
  • Personen in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis
  • arbeitsunfähige Personen 

Voraussetzungen

  • mindestens 4 Jahre arbeitslosenversicherungspflichtige Beschäftigung in den letzten 15 Jahren (Lehrjahre finden dabei Berücksichtigung)
  • Qualifikation der Förderwerberin/des Förderwerbers unter Fachhochschulniveau
  • Erfüllung der Aufnahmevoraussetzungen der jeweiligen Bildungseinrichtung beziehungsweise Eignung für die geplante Ausbildung
  • Absolvierung einer Ausbildung mit einer Dauer von mindestens 3 Monaten und im Umfang von durchschnittlich mindestens 20 Stunden pro Woche
  • Wohnsitz in Österreich

Stipendienhöhe, Anspruchsdauer

Wird Fachkräftestipendium vom Arbeitsmarktservice gewährt, besteht für maximal 3 Jahre Anspruch auf ein monatliches Stipendium von mindestens 864 Euro beziehungsweise 28,80 Euro täglich (FKS-Ausgleichszulagenrichtsatz 2018).

Beachten Sie

Arbeitslose Personen, deren Arbeitslosengeldbezug höher ist als das Fachkräftestipendium, bekommen diesen höheren Betrag während einer FKS-Ausbildung weiter bezahlt.

Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe?Höhe des Fachkräftestipendiums
Anspruch liegt ÜBER dem FKS-Ausgleichszulagenrichtsatz von 28,80 Euro täglichFür die Dauer der Ausbildung wird die höhere Leistung vom AMS weitergewährt.
Anspruch liegt UNTER dem FKS-Ausgleichszulagenrichtsatz von 28,80 Euro täglichEs gebührt parallel zum Arbeitslosengeld oder zur Notstandshilfe ein Fachkräftestipendium in Höhe des Differenzbetrages.
Kein Anspruch Es gebührt das Fachkräftestipendium in Höhe von 28,80 Euro täglich.

Bezieher/-innen eines Fachkräftestipendiums sind kranken-, unfall- und pensionsversichert. Ausbildungsfreie Zeiten (Ferien, Zeiten der Prüfungsvorbereitung) unterbrechen den Bezug des Fachkräftestipendiums nur dann, wenn ihr Ausmaß mehr als 3 Monate pro Kalenderjahr umfasst.

Paralleles Einkommen

Parallel zum Bezug des Fachkräftestipendiums ist ein Zuverdienst bis zur Geringfügigkeitsgrenze von derzeit 438,05 Euro möglich.

Übersteigt das Einkommen – zum Beispiel während der Ferien – die Geringfügigkeitsgrenze, wird für diesen Beschäftigungszeitraum der Bezug des Fachkräftestipendiums unterbrochen. Diese Zeit der Unterbrechung kann im Bedarfsfall hinten „angehängt“ werden.

Sonderregelung für Krankenpflegeschüler
Krankenpflegeschüler/-innen wird das Fachkräftestipendium zunächst auch dann weitergewährt, wenn das Taschengeld während der geförderten Ausbildung die Geringfügigkeitsgrenze übersteigt. Ab einem Taschengeld von mehr als 500 Euro brutto monatlich erlischt allerdings auch für sie der Anspruch auf Fachkräftestipendium.

Förderbare Ausbildungen

Mit dem Fachkräftestipendium werden Ausbildungen in Mangelberufen gefördert. Welche Ausbildungen das konkret sind, sehen Sie in der AMS-Ausbildungsliste ab Juli 2017.

NEU ab 2017

  • Förderbar ist auch der neue Beruf Pflegefachassistenz.
  • Arbeitnehmer/-innen mit maximal Pflichtschulabschluss werden besonders unterstützt. Für sie ist künftig die Vorbereitung auf alle Lehrabschussprüfungen förderbar.

Nicht gefördert werden:

  • Studien an Universitäten und Fachhochschulen
  • Ausbildungen im Ausland
  • Fernlehrgänge
  • Ausbildungen, die länger als 4 Jahre dauern

Beachten Sie

  • Mit dem Fachkräftestipendium werden Ausbildungen gefördert, die frühestens am 01.01.2017 und spätestens am 31.12.2018 begonnen oder wiederaufgenommen werden.
  • Die Ausbildung muss zur Gänze in Österreich absolviert werden.
  • Im Falle der Wiederaufnahme einer abgebrochenen Ausbildung kann erst nach einer bestimmten Zeit der Ausbildungsunterbrechung Fachkräftestipendium bezogen werden.
  • Auch Personen in bereits laufenden Ausbildungen können ein Fachkräftestipendium beantragen; vorausgesetzt die Ausbildung hat nicht vor 01.01.2017 begonnen und befindet sich auf der jeweils gültigen Ausbildungsliste.
  • Die Ausbildungskosten selbst (Kurskosten, Schulgeld) werden nicht vom Arbeitsmarktservice übernommen.
    Ausnahme: Eine Ausnahme gibt es für Arbeitnehmer/-innen mit maximal Pflichtschulabschluss. Sie können zusätzlich zum Fachkräftestipendium vom Arbeitsmarktservice auch eine Beihilfe zu den Kurskosten erhalten.

Antragstellung

Antragstellung und Abwicklung des Fachkräftestipendiums erfolgen über das Arbeitsmarktservice. Die Gewährung des Fachkräftestipendiums ist an ein Beratungsgespräch zwischen Arbeitsmarktservice und Förderwerber/-in gebunden. In weiterer Folge ist ein Nachweis über den Ausbildungsfortschritt und über eine 75%ige Anwesenheit zu erbringen.

Beachten Sie

  • Wiederholungen von Ausbildungsabschnitten sind möglich, sollten aber wie alle anderen Umstände, die den erfolgreichen Abschluss der Ausbildung gefährden, dem Arbeitsmarktservice gemeldet werden.
  • Es gibt auch eine zweite Chance:
    Wurde in der Vergangenheit eine Ausbildung abgebrochen, gibt es für maximal eine neue Ausbildung, die bis spätestens 31.12.2018 beginnt, wieder das Fachkräftestipendium für längstens 3 Jahre.

Kombination: Fachkräftestipendium und Bildungskarenz

Eine Kombination von Bildungskarenz und anschließendem Fachkräftestipendium ist möglich. Wesentlich dabei ist, dass die Ausbildung nach dem 01.01.2017 startet und der Bezug des Fachkräftestipendiums spätestens am 31.12.2018 beginnt.

Das könnte Sie auch interessieren

Portrait Bildungskarenz © drubig-photo, Fotolia.com

Bildungskarenz

Bis zu einem Jahr können sich Arbeitnehmer/-innen von der Arbeit freistellen lassen, um sich weiterzubilden.

Geld © mocker_bat, Fotolia.com

Bildungskonto

Beschäftigte, die sich weiterbilden möchten, können unter bestimmten Voraussetzungen ein Bildungskonto beantragen.

  • © 2018 AK Oberösterreich | Volksgartenstrasse 40 4020 Linz, +43 50 6906 0

  • Datenschutz
  • Impressum