05.05.2020

Weiterbildung, Studium, Lehre in der Corona-Krise 

Die Bildungsexperten/-innen der Arbeiterkammer haben die wichtigsten Fragen rund um Bildung und Corona für Sie zusammengefasst. Die FAQs werden laufend aktualisiert.

Hinweis

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an unsere Bildungsberatung:
TEL:       +43 50 6906 1601
E-Mail:  bildungsinfo@akooe.at
Online: ooe.arbeiterkammer.at/bildungsberatung-online

Erwachsenenbildung und Corona

Wie geht es weiter mit der Bildungskarenz? 
Bekomme ich auch jetzt Weiterbildungsgeld, obwohl meine Kurse nicht stattfinden?

Alle Personen, die schon in Bildungskarenz sind und derzeit keine Kurse besuchen können, erhalten bis auf weiteres das Weiterbildungsgeld.
Bei bereits vereinbarter, aber noch nicht angetretener Bildungskarenz können Sie in Bildungskarenz gehen, wenn Ihr Dienstverhältnis in der derzeitigen Lage weiterhin aufrecht ist. Beantragen Sie die Bildungskarenz elektronisch über das e-AMS-Konto. Erforderlich ist, dass Sie gleich auch die Anmeldebestätigungen der gebuchten (und inzwischen abgesagten) Kurse anfügen.

Ich bin Pflegeassistentin und seit 1. Februar in Bildungskarenz. Im Einvernehmen mit meinem Arbeitgeber habe ich diese Bildungskarenz jetzt vorzeitig abgebrochen und zwar vor Ablauf der Mindestdauer von 2 Monaten. Muss ich das bisher vom AMS erhaltene Weiterbildungsgeld zurückzahlen?

Nein. Das AMS sieht von der Rückforderung ab, wenn die Bildungskarenz auf Grund der Corona-Krise vor Ablauf der Mindestdauer von 2 Monaten beendet wurde.

Kann Bildungsteilzeit und Kurzarbeit kombiniert werden? 

Eine Kombination von Bildungsteilzeitgeld und Kurzarbeit ist nur dann möglich, wenn zu Beginn der Kurzarbeit bereits eine laufende Bildungsteilzeit bestanden hat, da auch in Bildungsteilzeit befindliche Arbeitnehmer/-innen nicht von der Kurzarbeit ausgeschlossen werden sollen. Weiterhin gilt eine Mindestarbeitszeit von 10 Wochenstunden für den Bezug des Bildungsteilzeitgeldes.

Wie geht es mit meinem Fachkräfte­stipendium weiter, da ich zurzeit ja keine Ausbildung besuchen kann?

Auch ein begonnenes Fachkräftestipendium wird weiter bezahlt, obwohl eine Ausbildung corona-bedingt nicht besucht oder unterbrochen wurde.

Bekomme ich meine Kurskosten zurück, weil der Kurs abgebrochen oder abgesagt wurde?

Die Einrichtungen der Erwachsenenbildung arbeiten an einer bundeseinheitlichen Lösung in Hinsicht auf Kulanz und Rückzahlung. 

Bei den großen Bildungseinrichtungen in Oberösterreich sieht die Lage zurzeit so aus:

  • Volkshochschule Oberösterreich (VHS)
    • Entfallene Kurstermine werden nach Möglichkeit nachgeholt. Sobald der Kursbetrieb wieder aufgenommen werden kann, wird sich die VHS OÖ bei Ihnen melden. 
    • Aktuelle Infos finden Sie auch laufend auf der Homepage: www.vhsooe.at oder auf www.facebook.com/vhsooe.at.
    • Die finanzielle Rückabwicklung wird so schnell wie möglich erledigt. Durch Kursausfälle wird den Kunden/-innen kein finanzieller Nachteil entstehen.

  • Berufsförderungsinstitut Oberösterreich (BFI)
    • Bereits einbezahlte Kursgebühren bei Kursen, die wegen Covid-19 nicht zum geplanten Zeitpunkt zur Umsetzung gekommen sind, werden nach rückerstattet. Bei abgebrochenen Kursen erfolgt ein aliquoter Kostenersatz. Zuvor wird der Kundin/dem Kunden ein neuer Kurs mit neuen Terminen zu denselben Konditionen angeboten, um auch die Möglichkeit zur Umbuchung zu geben. 

  • Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI)
    • Kurspreise für abgesagte Kurse werden retourniert.
    • Bezüglich Kursunterbrechungen werden die Kunden vom WIFI informiert, sobald absehbar ist, ob und wann der Kurs weitergeführt wird.

Ab wann können Weiterbildungseinrichtungen wieder besucht werden?

Die COVID-Lockerungsverordnung ist seit 1. Mai in Kraft.
Das Betreten von Ausbildungseinrichtungen ist durch Auszubildende oder Studierende zu folgenden Zwecken und unter Einhaltung der geltenden Sicherheitsbestimmungen zulässig:

  1. für Ausbildungen in Gesundheits-, Pflege- sowie Sozial- und Rechtsberufen

  2. zur Vorbereitung und Durchführung von Reifeprüfungen, Schulabschlussprüfungen, Studienberechtigungsprüfungen, Basisbildungsabschlüssen und beruflichen Qualifikations- beziehungsweise Abschlussprüfungen sowie Zertifikationsprüfungen

  3. zur Vorbereitung und Durchführung von Fahraus- und -weiterbildungen sowie allgemeine Fahrprüfungen

  4. in Ausbildungseinrichtungen nach dem Sicherheitspolizeigesetz einschließlich Vorbereitungstätigkeiten

Werden Zeiten der Kurzarbeit auf die geforderten 4 Jahre arbeitslosen­versicherungs­pflichtige Beschäftigung als Voraussetzung für den Bezug eines Fachkräfte­stipendiums angerechnet?

Ja. Zeiten der Kurzarbeit sind arbeitslosenversicherungspflichtige Zeiten und werden angerechnet.

Lehrlinge und Corona: Das ist zu beachten!

Wie geht es mit der Berufsschule nach Ostern weiter?

Allen Lehrlingen im letzten Berufsschuljahr wird ermöglicht, die Lehre abzuschließen.

Für Lehrlinge, die die letzte Klasse der Berufsschule positiv abgeschlossen haben, entfällt der theoretische Teil der Lehrabschlussprüfung und die positive Leistung wird für die Lehrabschlussprüfung angerechnet. Lehrlinge, die keinen positiven Abschluss der Berufsschule haben, können die Fachtheorie im Rahmen der Lehrabschlussprüfung absolvieren.

Für alle Lehrlinge, die von den Betrieben vor Ostern zur Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur benötigt wurden (zum Beispiel Einzelhandel), werden spezielle Angebote geschaffen, damit sie kein Lehrjahr verlieren.

Generell gilt:
Versäumter Unterricht kann über eigens organisierte Distance-Learning-Angebote nachgeholt werden.

Fachpraktischer Unterricht wird bei Bedarf bis zu den Sommerferien oder auch im nächsten Lehrjahr nachgeholt.

Die Zahl der Berufs­schultage erhöht sich nicht, es kommt nur lediglich zu einer Verschiebung. Die Umsetzung erfolgt in Abstimmung mit der Wirtschaft.

Das Lehrjahr kann jedenfalls abgeschlossen werden. Gegebenenfalls werden Prüfungen online oder Einzelprüfungen an Berufsschulen unter Einhaltung der Hygiene­bestimmungen angeboten.

Für geblockte Lehrgänge, die erst nach Ostern starten, wird eine schulautonome Möglichkeit der individuellen Freistellung von Schülerinnen und Schülern im Ausmaß von 5 Tagen geschaffen. Damit können die Lehrlinge bedarfsgerecht in Betrieben der kritischen Infrastruktur eingesetzt werden. Die entsprechenden Tage müssen von den betroffenen Schülerinnen und Schülern nicht eingebracht werden.

Für die Phase bis zum Normalbetrieb an Berufsschulen wird weiters Folgendes per Verordnung ermöglicht:

  • Das Abhalten digitaler Prüfungen (ausgenommen Schularbeiten)
  • Virtuelle Klassenkonferenzen
  • Weitreichende Blockungen der Unterrichtszeit
  • Im Bedarfsfall die Umwandlung von fachpraktischem Unterricht und Laborunterricht in Verbindliche Übungen.

Zeitplan

ZeitraumMaßnahmenErläuterungen zu den Maßnahmen
04.05. bis 10.07.2020Abschlussklassen - (Jahresschulen) Unterricht vorwiegend in fachpraktischen Fächern an den BerufsschulenLehrlinge sollen unter Beachtung besonderer hygienischer Auflagen (zum Beispiel gestaffelt) für den Abschluss der Berufsschule Unterrichtseinheiten an Berufsschulen in fachpraktischen Fächern absolvieren können.
06.04. bis 24.07.2020Lehrlinge in kritischer Infrastruktur - Möglichkeit zum Nachholen des Unterrichts durch eigene AngeboteLehrlinge, die zur Sicherstellung der kritischen Infrastruktur freigestellt wurden, sollen entfallene Unterrichtszeit nachholen können. Länder- und schulstandortspezifische Gegebenheiten werden bei der Festlegung der Termine für die Einbringung berücksichtigt. 
06.04. bis 24.07.2020Lehrlinge in kritischer Infrastruktur - weitere Möglichkeiten zum Nachholen von entfallener UnterrichtszeitJene Lehrlinge, die im Bereich kritischer Infrastruktur freigestellt wurden und Unterricht nicht nachholen konnten, sollen im Rahmen eigener Angebote die Möglichkeit erhalten, entfallene Unterrichtszeit aufzuholen.

Gibt es Corona-Kurzarbeit auch für Lehrlinge?

Ja, das wurde nun ausdrücklich geregelt. In dieser Zeit bekommst du sogar das volle Lehrlingseinkommen weiterbezahlt. Deine Lehrzeit wird dadurch nicht verlängert. Du kannst also deine Ausbildung zum geplanten Zeitpunkt abschließen. 

Wenn du in einem jetzt wichtigen Betrieb - wie etwa einer Bäckerei oder dem Lebensmittelhandel - arbeitest: Wenn deine Firma sich für Corona-Kurzarbeit entscheidet, gilt diese auch für dich.

Kann mir die Firma wegen der Kurzarbeit einen Urlaub anordnen?

Vor oder während der Kurzarbeit kann dein Arbeitgeber von dir verlangen, dass dein alter Urlaub verbraucht wird.

Kann ich als Lehrling Homeoffice machen?

Nur in Ausnahmefällen: Homeoffice ist in der Ausbildung grundsätzlich nicht vorgesehen. Denn Lehrlinge oder Auszubildende sollen in der Firma ausgebildet werden. Es gibt auch eine Aufsichtspflicht des Arbeitgebers. Wenn es in Ausnahmefällen jedoch mit dem Ausbildungscharakter der Lehre und deinem Ausbildungsstand vereinbar ist, so kann deine Firma mit dir über eine Arbeit im Homeoffice eine Vereinbarung schließen.

Darf der Arbeitgeber mich nach Hause schicken?

Frag' in so einem Fall am besten bei AK und Gewerkschaft nach. Du hast ein Recht auf Ausbildung im Betrieb und es gibt eine Ausbildungspflicht unter 18 Jahren. Es steht aber grundsätzlich dem Arbeitgeber frei, auf die Anwesenheit der Belegschaft zu verzichten. 

Rechtlich handelt es sich üblicherweise um einen Fall der bezahlten Dienstfreistellung. In diesem Fall könntest du als Lehrling wegen „Nichtausbildung“ das Lehrverhältnis auflösen. Aber davon raten wir in der jetzigen Lage ab. Die Corona-Krise ist eine Ausnahmesituation für alle.

Ich mache eine Ausbildung und bin in Quarantäne. Bekomme ich meine Lehrlingsentschädigung?

  • Bei einer Quarantäne ohne Erkrankung muss der Lehrberechtigte das Lehrlingseinkommen weiterbezahlen und erhält dafür einen Kostenersatz.

  • Bei einer Quarantäne mit Corona-Erkrankung muss der Lehrberechtigte ebenfalls das Lehrlingseinkommen weiterbezahlen und bekommt einen Zuschuss für die Entgeltfortzahlung von der AUVA.

  • Im Fall eines Krankenstandes (wegen Corona oder einer anderen Erkrankung) steht dir bis zur Dauer von 8 Wochen das volle Lehrlingseinkommen und bis zur Dauer von weiteren 4 Wochen ein Teilentgelt zu.

Wie geht es bei  Lehrabschlussprüfungen weiter?

Seit 4. Mai werden wieder Prüfungen unter strengen Sicherheits- und Hygienevorgaben durchgeführt. Das jeweilige Prüfungsmanagement wird mit allen bereits angemeldeten Prüfungskandidaten/-innen direkt Kontakt aufnehmen.

Mein Termin für die Lehrabschlussprüfung wurde verschoben, ich daher länger auf mein Gehalt als Fachkraft warten. Bekommen ich einen Ersatz?

Bei Personen, die bereits für einen Prüfungstermin vorgesehen waren und Corona-bedingt die Lehrabschlussprüfung nicht ablegen können, kann es sein, dass sie ein geringeres Gehalt erhalten.

Um das auszugleichen, kann man eine Ausgleichszahlung beantragen. Der Zuschuss orientiert sich am Gehaltsunterschied (Fachkraft - Lehrling oder Fachkraft - Fachkraft noch ohne Lehrabschlussprüfung) und wird in Form von Tagespauschalen in folgender Höhe bezahlt:

  • 25,30 Euro pro Tag für die Differenz zwischen Lehrlingseinkommen und Fachkräftegehalt
  • 6,36 Euro pro Tag für die Differenz zwischen geringerem Lohn und Fachkräftegehalt

  • Voraussetzung:
    Einkommensverlust aufgrund verspäteten Anspruchs auf das kollektivvertragliche Entgelt für Fachkräfte (ein Teil der Kollektivverträge sieht für vor und nach der Lehrabschlussprüfung eine unterschiedliche Entlohnung vor).
  • Beantragung und Auszahlung:
    Die Ausgleichzahlung wird nach bestandener Lehrabschlussprüfung ausbezahlt. Die Förderhöhe wird automatisch berechnet. Die Lehrlingsstelle schickt dazu jedem Lehrabsolventen / jeder Lehrabsolventin nach der Prüfung ein E-Mail mit einem bereits vorausgefüllten Formular. Dieses ist vom Antragsteller selbst sowie vom Arbeitsgeber (der damit das laufende ausbezahlte Gehalt bestätigt) zu unterschreiben und der Lehrlingsstelle (per E-Mail, postalisch oder persönlich) wieder zu übermitteln.

Ich oder mein Lehrbetrieb befinden sich in einem der Sperrgebiete. Muss ich trotzdem zur Arbeit?

Wenn du in einem deklarierten Sperrgebiet wohnst und dieses zum Antritt deiner Arbeit verlassen musst, ist ein Fernbleiben von der Arbeit gerechtfertigt. Denn du darfst ein Sperrgebiet nicht verlassen. 

Auch im umgekehrten Fall, also wenn deine Firma in einem Sperrgebiet liegt, ist das ein berechtigter Dienstverhinderungsgrund. Du musst deiner Firma sofort dein Fernbleiben melden.

Die Berufsschule hat geschlossen - muss ich stattdessen arbeiten gehen?

Nein, außer du lernst einen Beruf, der derzeit fürs Gemeinwesen besonders wichtig ist. Im Zusammenhang mit Schulschließungen wurde vom Bildungsministerium ausdrücklich betont, dass Lehrlinge die ausgefallene Berufsschulzeit nicht im Lehrbetrieb einarbeiten müssen.

Der ausgefallene Unterricht in der Schule wird durch Lernen zu Hause ersetzt. Das bedeutet: Lehrlinge bearbeiten Arbeitsaufträge ihrer Lehrer/-innen und festigen und vertiefen bereits erworbene Lerninhalte zu Hause. Sie müssen für diese Zeit - wie üblicherweise beim Schulbesuch -– freigestellt werden.

Darf mich mein Lehrbetrieb trotz Unterricht zu Hause in den Betrieb beordern?

Die Direktion der Berufsschule darf Schüler vom Home Learning bis zu 5 Tage freistellen - wenn folgende Punkte erfüllt sind:

  • Lehrlinge bestimmter Lehrberufe in Betrieben, die zur Aufrecht­erhaltung der kritischen Infrastruktur beitragen, können auf Ansuchen des Lehrberechtigten (Leiter des Ausbildungs­betriebes) für maximal 5 Tage ohne Einbringung der versäumten Unterrichtszeit vom Unterricht fernblieben, wenn:
    •  deren Leistungs­fähigkeit erwarten lässt, dass durch die entfallene Unterrichts­zeit kein Leistungsabfall zu befürchten ist,
    • die Berufs­schule geeignete Materialen zur Verfügung stellt, um dem Lehrling ein Erarbeiten des versäumten Lehrstoffes zu ermöglichen und
    •  der eigenberechtigte Lehrling oder ein Erziehungs­berech­tigter dem zustimmt.

  • Das Ansuchen ist bei der Schul­leitung einzubringen, die darüber entscheidet. Wenn bereits eine Schulfrei­erklärung gem. § 10 Abs. 10 SchZG erfolgt ist, ist die Zustimmung zu verweigern.

Mein Lehrbetrieb hat keine Arbeit mehr und will meinen Lehrvertrag auflösen. Darf er das?

Nur weil dein Betrieb nun keine Arbeit hat, darf er nicht deinen Lehrvertrag auflösen. Wir empfehlen in diesem Fall auf die bestehende Kurzarbeitsregelung zurückzugreifen, die auch für Lehrlinge gilt.

Achtung

Wenn du noch in der Probezeit bist, kann das Lehrverhältnis auch einseitig vom Lehrberechtigten gelöst werden.

Wenn du unter 18 bist und das Lehrverhältnis von deiner Seite auflösen willst, brauchst du die Zustimmung der Erziehungsberechtigten. 

Wichtig

Wenn dein Lehrbetrieb deinen Lehrvertrag auflösen will, verständige sofort die Arbeiterkammer oder die Gewerkschaft. Wir helfen dir gerne! 

Mein Lehrverhältnis wurde einvernehmlich aufgelöst. Muss ich später wieder mein Lehrverhältnis fortsetzen?

Auch wenn eine Wiedereinstellung zugesagt wurde, bist du nicht verpflichtet, wieder in deinen „alten“ Lehrbetrieb zurückzukehren. Du kannst bei jedem anderen Betrieb unter Anrechnung der Lehrzeit (wenn diese vorgesehen ist) deine Lehre fortsetzen.

Im Lehrbetrieb befindet sich kein Ausbildner mehr. Kann ich weiterhin im Betrieb verbleiben?

Das ist je nach Einzelfall zu beurteilen. Ausschlaggebend sind dein Ausbildungsstand, dein Alter, die Gefahren, die bei Verrichtung der Arbeit ausgehen und ob andere Fachkräfte im Betrieb vorhanden sind. Ein Austrittsrecht ist nur gegeben, wenn der Betrieb dauerhaft geschlossen wird.
In diesem Fall wendest du dich am besten an die Arbeiterkammer oder die Gewerkschaft.

Können Lehrlinge jetzt zu berufsfremden Arbeiten herangezogen werden?

Als Lehrling  bist du auch jetzt nach dem Berufsbild auszubilden. Alle abweichenden Tätigkeiten sind berufsfremd und nicht zulässig.  Natürlich ist jetzt eine Ausnahmesituation, aber dennoch ist auf deine Ausbildung zu achten.

Können Minusstunden anfallen, die später eingearbeitet werden?

Wenn der Lehrbetrieb auf deine Arbeitsleistung verzichtet, so entstehen keine Minusstunden. Bitte achte auch in dieser Zeit auf die Dokumentation deiner Arbeitszeit. 

Ich bin in einer überbetrieblichen Ausbildung. Was gilt für mich?

Die überbetrieblichen Einrichtungen bleiben bis auf Weiteres geschlossen, du erhältst aber weiterhin deine Ausbildungsbeihilfe.

Schulöffnung: Aktuelle Informationen

Wie geht es an den Schulen weiter? 

Die Schulen werden ab Anfang Mai stufenweise geöffnet:

 Rückkehr:
Seit 4. Mai
  • Maturaklassen
  • Abschlussklassen der
    berufsbildenden mittleren Schulen
  • Lehrabschlussklassen
Seit 18. Mai
  • alle schulpflichtigen Schüler/-innen:
    • Volksschule
    • Neue Mittelschule
    • AHS-Unterstufe
    • Sonderschulen
  •  Schüler/-innen in Deutschförderklassen

Seit 3. Juni

  • alle anderen Schüler/-innen der Sekundarstufe II (Oberstufe)
  • alle Schüler/-inner der Polytechnischen Schulen

Wie erfolgt die Beurteilung?

Die Beurteilung des Schuljahres soll mit möglichst viel Gestaltungsspielraum der Pädagogen/-innen unter folgenden Vorzeichen erfolgen: 

  • Halbjahreszeugnis als Basis:
    Das Halbjahreszeugnis sowie die Leistung bis zum 16. März bildet die Basis der Beurteilung. Hier ist es ratsam, Kontakt mit den Lehrern/-innen zu suchen um die konkrete Ausgestaltung dieser Beurteilungsbasis zu erfahren.

  • Keine Schularbeiten:
    Schularbeiten werden in diesem Schuljahr nicht mehr stattfinden. Wenn Schüler/-innen zwischen 2 Noten stehen, kann eine mündliche Prüfung erfolgen. 

  • Kein Sitzenbleiben in der Volksschule:
    Generell werden Schülerinnen und Schüler der Volksschule im Schuljahr 2020/21 Klassen nicht wiederholen müssen, außer Eltern und Erziehungsberechtigte wünschen dies.

  • Aufsteigen mit einem Nicht Genügend:
    In allen anderen Schularten wird ein Aufsteigen mit einem Nicht-Genügend ohne Beschluss der Klassenkonferenz möglich sein. Schülerinnen und Schüler, die mehr als 1 Nicht Genügend aufweisen, können zu einer Wiederholungsprüfung antreten. Bleibt nur 1 Nicht Genügend offen, können auch sie aufsteigen.

  • Distance-Learning:
    Das zuständige Ministerium formuliert die Beurteilung der daheim bearbeiteten Aufgaben positiv: Schüler/-innen, die während des Zeitraums des Heimunterrichts besonders „engagiert“ haben, sollen „honoriert“ werden, sprich, es soll einen positiven Einfluss auf die Note haben. Auch hier empfiehlt sich die Kontaktaufnahme mit den Pädagogen/-innen.
Die Informationen auf der Homepage des Bildungsministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung werden laufend aktualisiert. In jedem Fall empfiehlt es sich, bei Unklarheiten Kontakt mit der Schule beziehungsweise den Pädagogen/-innen ihrer Kinder aufzunehmen.

Darf ich mein Kind auch nach der Schulöffnung zu Hause unterrichten?

Laut zuständigem Ministerium gilt ihr Kind als entschuldigt, falls sie es aus Sorge um dessen Gesundheit derzeit nicht in die Schule gehen lassen möchten. 

Findet die Zentralmatura statt?

Die wichtigsten Eckpunkte:

  • Die mündliche Matura entfällt, es wird nur eine schriftliche Matura geben. Wer möchte, kann einen zusätzlichen mündlichen Matura-Termin fordern.

  • Der Unterricht für Maturanten/-innen beginnt am 4. Mai.

  • Die schriftliche Matura beginnt am 25. Mai. 

  • Bei der schriftlichen Matura muss nur in 3 Fächern angetreten werden, in vielen Fällen heißt das Deutsch, Mathematik und eine Fremdsprache. An den berufsbildenden höheren Schulen kann eine schriftliche Arbeit auch eine fachbezogene Klausurarbeit sein. Jede Prüfung wird 1 Stunde länger dauern.

  • Wer ein Nicht genügend erhält, kann dieses im Juni bei einer Kompensationsprüfung ausbessern. 

Detaillierte Informationen zu Beurteilung der 8. Schulstufe, dem genauen Zeitplan sowie weiteren Fragen finden Sie auf der Homepage des Bildungsministeriums (wird laufend aktualisiert).

Welche Änderungen gibt es bei der Matura für Externisten/-innen?

Die Präsentation und Diskussion der abschließenden Arbeit entfällt im Haupttermin 2019/20 für Externisten/-innen. Die schriftlichen Klausuren können wie bisher stattfinden, wobei maximal 3 Klausurarbeiten im Haupttermin 2019/20 geschrieben werden können. Die gegebenenfalls 4. Klausur kann im Herbst 2020 geschrieben werden.

Wie können Pflicht­praktika absolviert werden?

Pflicht­praktika können auf Grund der COVID-19-Situation wie folgt absolviert werden:

  • in der gesamten gemäß Lehrplan vorgesehenen Dauer,
  • in verkürzter Form (es soll jedoch mindestens die Hälfte der vorgesehenen Dauer absolviert werden),
  • in einer breiter definierten Fach­ein­schlägigkeit in der gesamten Dauer oder eben­falls in verkürzter Form.

Zur „breiter definierten Fach­ein­schlägigkeit“ dürfen in Folge einige Beispiele angeführt werden:

  • Schulen für wirtschaftliche Berufe (ausgenommen Fachrichtungen) - Tätigkeiten
    • im Lebens­mittel­groß­handel wie Kommis­sionieren von Lebens­mitteln
    • in Bäcke­reien wie Her­stellung und Verkauf von Brot und Gebäck
    • in der Lebens­mittel­industrie wie Mitarbeit in Produktions- und Fertigungs­­prozessen.

  • Kauf­männische Schulen - Tätigkeiten im Büro werden um die Bereiche Handel, Verwaltung, Versicherung, Bank, Immobilien­geschäft, Hotellerie, diverse Assistenz­­tätigkeiten erweitert.

  • Technisch-gewerblichen (einschl. kunst­gewerblichen) Schulen - Tätigkeiten in einem zur jeweiligen Fachrichtung anverwandten Bereich.

  • BAfEP/BASOP sowie Fach­schule für pädagogische Assistenz­beruf - Tätig­keiten in nicht-institutionellen und lokal-regionalen Angeboten von Gruppen von Kindern,
    Schüler/-innen, Jugendlichen und Erwachsenen (gemäß dem Ausbildungs­ziel, für Fachschule ausschließlich Kinder bis zum 6. Lebensjahr) von 3 bis 10 Teilnehme­rin­nen und Teilnehmern.

Die Absolvierung eines Praktikums ist nur unter folgenden Auflagen möglich:

  • Wenn Betriebs­stätten oder Dienst­leistungs­betriebe zum Zeitpunkt des Praktikums­antritts aufgrund der Regelungen des BMGSPK betreten werden dürfen (BGBl. II Nr. 96/2020 idgF) und

  • wenn die Einhaltung der seitens des BMGSPK festgelegten Hygiene­bestimmungen zum Zeitpunkt des Praktikums­antritts gewährleistet werden kann.

Was ist, wenn ich nach­weislich keinen Praktikums­platz finde?

Nur wenn nachweislich (der Schulleitung gegenüber) keine Praktikums­plätze zur Verfü­gung stehen oder unvorher­sehbare beziehungs­weise unabwend­bare Gründe der Absol­vierung eines Pflicht­praktikums entgegen­stehen und eine Zurück­legung während der schulfreien Zeit des folgenden Schuljahres nicht möglich ist, so entfällt für Schüler/-innen oder für Studierende in den erwachsenen­bildenden Schulformen die Verpflichtung der Zurücklegung des Pflichtpraktikums (§ 11 Abs. 9 und 10 SchUG bzw. SchUG-BKV).

Als unvorhersehbare bzw. unabwendbare Gründe sind insbesondere anzuführen:

  • in der Person gelegene Gründe (zum Beispiel Risikogruppe, Schwangerschaft, Krankheit, psychische Gründe),

  • Bestimmungen in einschlägigen COVID-19 Maßnahmengesetzen des BMGSPK,

  • Pflege- oder Betreuungsbedarf von im gleichen Haushalt lebenden Personen.

Ein gänzlicher Entfall des Pflicht­praktikums hat keine negativen Auswirkungen für die Zu­lassung zu den abschließen­den Prüfungen.

Gelten diese Bestimmungen für alle Praktika?

Nein, Praktika, die auf Grund anderer Rechts­vorschriften geregelt sind (etwa im Rahmen des GuKG für Ausbildungen an Schulen für Sozial­betreuungs­berufe) sind von dieser Regelung ausgenommen.

Studium und Corona

Was passiert momentan an den Österreichischen Universitäten und Fachhochschulen?

Derzeit sind die Gebäude aller Universitäten für Studierende gesperrt. Informieren Sie sich auf der Homepage Ihrer Universität über die jeweiligen Maßnahmen und Optionen (Digitale Bibliothek, Distance Learning, etc.)

Bekomme ich auch dieses Semester Studienförderung?

Ja! Das Sommersemester wurde laut Erlass vom Bildungsministerium vom 30. März als sogenanntes neutrales Semester definiert. 

Um Bezieherinnen und Bezieher von Studienbeihilfe vor negativen Konsequenzen zu bewahren, „fällt dieses Semester aus der Wertung“ für die Förderungsdauer in der Studienförderung – also nicht nur für die Studienbeihilfe, sondern auch für Mobilitätsstipendien und Studienabschluss-Stipendien.

Neutrales Semester bedeutet: 

  • Auszahlung:
    Natürlich wird auch im Sommersemester 2020 die Beihilfe ausbezahlt. Ein noch im laufenden Semester zu erbringender Prüfungsnachweis für das letzte Wintersemester wird verringert, weil die Nachinskriptionsfrist nur eingeschränkt für Prüfungen zur Verfügung stand.

  • Anspruchsdauer:
    Für alle Studierenden, die im Wintersemester 2019/20 oder im Sommersemester 2020 noch innerhalb der Anspruchsdauer waren, verlängert sich die Anspruchsdauer um 1 Semester. Sie bekommen ein weiteres Semester Beihilfe, wenn sie es brauchen.

  • Studienerfolg:
    Für das Sommersemester 2020 ist ausnahmsweise kein Studienerfolg nachzuweisen. Der im Wintersemester 2020/21 oder im Sommersemester 2021 vorzulegende Nachweis über den Studienerfolg reduziert sich entsprechend.

  • Anspruchsfristen:
    Allfällige andere Fristen zum Beispiel für die Aufnahme des anschließenden Masterstudiums, für die Einhaltung der Altersgrenze oder für den Studienabschluss im Studienabschluss-Stipendium verlängern sich ebenfalls im Wintersemester 2020/21 um 6 Monate.

  • Antragsfristen:
    Diese ändern sich dadurch nicht. 

Sobald alles umgesetzt ist, stehen alle Infos auf www.stipendium.at . Regelmäßig dort vorbeischauen!

Was passiert, wenn ich auf Grund von Verschiebungen von Lehrveranstaltungen die erforderlichen ECTS-Punkte für Stipendien / Zuschüsse nicht erreiche?

  • Studienförderung:
    Wenn nachgewiesen ist, dass der Entfall von Lehrveranstaltungen oder Prüfungen aufgrund von Maßnahmen gegen COVID-19 erfolgte, ist eine Verlängerung der Anspruchsdauer auf Studienbeihilfe durch Bescheid der Studienbeihilfenbehörde möglich.

  • Familienbeihilfe:
    Beim Bezug der Familienbeihilfe werden sowohl die Altersgrenzen als auch die Fristen für die Bezugsdauer verlängert. Familienbeihilfe soll somit auch für jene Zeiten gewährt werden, in denen der Studienbetrieb aufgrund von COVID-19 beeinträchtigt war.
    Beschlossen wurde ein sogenanntes Toleranzsemester:
    eine Verlängerung des Anspruchs auf Familienbeihilfe im Fall einer allgemeinen Berufsausbildung um maximal 6 Monate und im Fall eines Studiums um 1 Semester.

Muss ich das Studierendenheim bezahlen?

Die Benützungsverträge zwischen Studierenden und Studierendenheimträgern sind privatrechtliche Verträge. Kündigungsmöglichkeiten sind im Benützungsvertrag oder im Heimstatut festgelegt. 

Laut Ankündigung der Bundesregierung am 6. April, wird an den Universitäten das gesamte Semester kein Präsenzunterricht mehr stattfinden. Wenden Sie sich zur Beratung an die Ombudsstelle für Studierende im BMBWF (www.hochschulombudsmann.at), diese werden Sie darin unterstützen, eine etwaige Kulanzlösung mit dem Heimträger auszuhandeln. 

Zahlungen empfehlen wir unter Vorbehalt zu leisten. Zum Beispiel: „Benützungsentgelt für April 2020 vorbehaltlich Entgeltfreistellung wegen Coronakrise“. Auch für bereits geleistete Zahlungen sollte darauf hingewiesen werden, dass man sich eine (Teil-)Rückforderung vorbehält. Weitere Informationen werden hier regelmäßig ergänzt, vieles ist zum derzeitigen Zeitpunkt noch unklar. 

Wie werden abgesagte Lehrveranstaltungen nachgeholt / kompensiert?

Lehrveranstaltungen sollen wenn möglich über Fernlehre („distance learning“) ersetzt werden. Auch hier gilt, mit der LVA-Leitung oder der Universität Kontakt zu halten. 

Wie sieht es mit den Aufnahmeprüfungsterminen für das kommende Wintersemester aus? Werden diese verlegt?

Derzeit ist noch nicht abzusehen, ob Termine verschoben werden müssen. 

Wie wirkt sich die Corona-Krise auf das Studienabschluss-Stipendium (SAS) aus? Verlängert sich der Bezugszeitraum und der Zeitraum, innerhalb dessen der Abschluss nachgewiesen werden muss, wenn sich der Abschluss durch Corona verzögert? (Ausschluss der Rückzahlungsverpflichtung)?

Die Förderdauer kann nicht verlängert werden, sehr wohl aber die Frist für den Nachweis des Abschlusses – jedenfalls um 6 Monate als Folge der Corona-Krise.

Kann nach Kurzarbeit ein Studienabschluss-Stipendium (SAS) in Anspruch genommen werden?

Ja. Wenn vor der Kurzarbeit eine Berufstätigkeit im zumindest halben Beschäftigungsausmaß vorliegt, können Zeiten der vorübergehenden Kurzarbeit für die Anwartschaft auf SAS herangezogen werden.

Ist es möglich jetzt Studienbeihilfe zu beziehen, wenn Eltern im Zuge der Corona-Krise arbeitslos geworden sind? 

Anspruch auf Studienbeihilfe besteht, wenn ein guter Studienerfolg vorliegt und das laufende Einkommen der Eltern zu gering ist, um den studierenden Kindern den angemessenen Unterhalt für die Finanzierung des Studiums zu leisten.

Da immer das Jahreseinkommen der Eltern berücksichtigt wird, ist eine vorübergehende Arbeitslosigkeit kein Grund für Studienbeihilfe, wenn bisher keine gewährt wurde. Erst bei längerdauernder Arbeitslosigkeit kann deshalb Studienbeihilfe gewährt werden. Liegt im Herbst 2020 eine ab dem Frühjahr andauernde Arbeitslosigkeit weiter vor, dann ist ein Antrag im Wintersemester 2020 zu empfehlen.

Was passiert, wenn sich die Studienzeit aufgrund der Maßnahmen gegen Corona verlängert und deswegen Studiengebühren für ein weiteres Semester anfallen würden?

Die Universitäten und Hochschulen haben grundsätzlich selbst die Möglichkeit, Studiengebühren zu erlassen. Dies gilt natürlich insbesondere für diesbezügliche Härtefälle.

Wie wirkt sich eine Reduktion des Einkommens der Eltern (etwa aufgrund von Kündigung im Zuge der Corona-Krise) auf die Höhe der Studienbeihilfe aus?

Eine vorübergehende Arbeitslosigkeit erhöht den Anspruch auf Studienbeihilfe nicht. Entscheidend ist immer das Jahreseinkommen der Eltern. Ein Antrag auf Neuberechnung im Herbst 2020 wäre nur dann zu empfehlen, wenn die Arbeitslosigkeit bis dahin andauert.

Ich erhalte ein Stipendium für Selbsterhalter und bin parallel berufstätig. Mein Arbeitsverhältnis wurde jetzt gekündigt; im Mai kann ich dann voraussichtlich wieder zu arbeiten beginnen. Hat der Bezug von Arbeitslosengeld Auswirkungen auf mein Stipendium?

Nein, sofern Sie als Stipendienbezieherin die jährliche Zuverdienstgrenze von 10.000 Euro nicht überschreiten, hat das keine Auswirkung.

Zivildienst und Studium

Was haben ehemalige Zivildiener, die derzeit studieren und einberufen werden, zu beachten?

Die Ableistung eines Zivildienstes berechtigt zu einer Beurlaubung vom Studium. Im Fall der Corona-Krise liegt ein unvorhergesehenes Ereignis vor. Eine Beurlaubung kann noch bis 30. April beantragt werden. Allerdings wirkt die Beurlaubung für das ganze Semester, sodass während der Beurlaubung auch keine Prüfungen abgelegt werden können.

Welche Auswirkungen hat eine freiwillige Meldung zum außerordentlichen Zivildienst auf die Studienbeihilfe? Wie wirkt sich die Entschädigung für den Zivildienst auf die Zuverdienstgrenze aus? Wenn dadurch eine Verlängerung des Studiums entsteht, wie sieht es mit den Studienbeiträgen aus, wenn man beitragspflichtig ist?

Grundsätzlich ruht der Anspruch auf Studienbeihilfe für die Monate, in denen mehr als 2 Wochen Zivildienst geleistet wird. Das bedeutet: Wer ab sofort bis Ostern ao. Zivildienst leistet, verliert nichts, weil es sowohl im März als auch im April weniger als 2 Wochen sind; wenn er im April länger als 2 Wochen außerordentlichen Zivildienst leistet, muss die Studienbeihilfe für den Monat April eingestellt beziehungsweise rückgefordert werden.

Die Anspruchsdauer verlängert sich automatisch um 1 Semester, wenn mindestens 6 Monate Zivildienst geleistet wird (auch außerordentlicher Zivildienst). Kann der erforderliche Studienerfolg aufgrund der Ableistung von Zivildienst nicht erbracht werden, kann dies als wichtiger Grund anerkannt werden. Gegebenenfalls ist auch eine Studienunterstützung möglich. Die Entschädigung für den Zivildienst wird beim Einkommen des Studierenden nicht berücksichtigt.

Die Universitäten und Hochschulen haben grundsätzlich die Möglichkeit, Tatbestände für den Erlass des Studienbeitrags festzulegen. Dies gilt natürlich insbesondere für diesbezügliche Härtefälle.

Kann ich erneut zum Zivildienst verpflichtet werden? 

Bei Elementarereignissen, Unglücksfällen außergewöhnlichen Umfanges und außerordentlichen Notständen, wie derzeit der Corona-Krise, können Sie auch als ehemaliger Zivildiener bis zur Vollendung des 50. Lebensjahres zum gesetzlich vorgesehen „außerordentlichen“ Zivildienst verpflichtet werden. Stehen Sie aktuell in einem aufrechten Arbeitsverhältnis, gilt ein besonderer Kündigungs- und Entlassungsschutz. Für Rückfragen zum außerordentlichen Zivildienst nehmen Sie bitte Kontakt mit der Zivildienstserviceagentur auf!

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