30.03.2020

Schwangere Arbeitnehmer­innen und Corona

Laut Arbeitsinspektorat gibt es derzeit keine Hinweise darauf, dass Corona auf das Kind im Mutterleib übertragbar ist. Eine Übertragung auf das neugeborene Kind ist über den engen Kontakt und eine Tröpfcheninfektion möglich, bisher gibt es aber keine Nachweise des Virus in der Muttermilch. Die Sachlage dazu kann sich allerdings jederzeit ändern. 

Schutz­maßnahmen für schwangere Arbeitnehmer­innen

  • Das Tragen von Atemschutzmasken erschwert die Atmung und ist daher für Schwangere verboten. In Bereichen der unmittelbaren Betreuung, wie im Gesundheitsbereich - dort wo Schutzmasken getragen werden müssen - dürfen Schwangere daher nicht arbeiten. Herkömmliche OP-Masken gelten nicht als Atemschutzmasken.
     
  • Schwangere sollten aus anderen Bereichen mit erhöhten Kundenkontakt (etwa Supermärkten oder Apotheken) möglichst abgezogen und im Betrieb anderweitig eingesetzt werden. 

    Ist das aus organisatorischen Gründen nicht möglich, müssen unbedingt folgende Hygienemaßnahmen eingehalten werden:  

    • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände
    • Halten Sie den Mindestabstand von 1 bis 2 Metern ein
    • Vermeiden Sie es, Ihr eigenes Gesicht zu berühren

  • In Bereichen, in denen der Schutzabstand sicher nicht eingehalten werden kann  - so in in der Pflege oder der Kleinkinderbetreuung - dürfen Schwangere nicht eingesetzt werden.

Hinweis

Der Arbeitgeber muss gewährleisten, dass der Mindestabstand im Arbeitsalltag auch eingehalten werden kann. Eine Schwangerschaft gibt Ihnen leider nicht das Recht, dem Arbeitsplatz fernzubleiben. 

Arbeitgeber haben gemäß § 2a Mutterschutzgesetz ( § 2a )  grundsätzlich eine Mutterschutz­evaluierung zu erstellen. Diese hat auch das Infektionsrisiko zu berücksichtigen. Arbeitgeber müssen Maßnahmen zum Schutz von werdenden Müttern festlegen.

Im Zweifel wenden Sie sich bitte an Ihre Arbeitsmedizin im Betrieb beziehungsweise an das zuständige Arbeitsinspektorat.

Schwangere Arbeitnehmer­innen haben Kündigungs- und Entlassungs­schutz

Das bedeutet, dass sie nur dann gekündigt oder entlassen werden können,  wenn das Arbeits- und Sozialgericht (ASG) vorher zugestimmt hat. Kündigungen/Entlassungen ohne Zustimmung des Gerichts sind „rechtsunwirksam“- gelten also nicht. 

Das ASG stimmt einer Kündigung//Entlassung während des 1. Karenzjahres nur zu, wenn der Betrieb oder einzelne Abteilungen auf Dauer stillgelegt oder eingeschränkt werden, weil der Arbeitgeber sich eine Weiterbeschäftigung keinesfalls leisten kann.

Im Falle einer ungültigen (rechtsunwirksamen) Kündigung/Entlassung haben Sie das Recht auf Weiterbeschäftigung. Weisen Sie den Arbeitgeber darauf hin, dass die Kündigung/Entlassung ungültig ist und erklären Sie sich arbeitsbereit.

Hinweis

Sollte Ihnen der Arbeitgeber eine einvernehmliche Lösung anbieten, unterschreiben Sie nichts! Bitte fragen Sie bei AK oder Ihrer Gewerkschaft nach, bevor Sie so einer Lösung zustimmen. 

Wochen­geld nach Kurz­arbeit

Aufgrund von Kurzarbeit vor dem Beschäftigungsverbot entstehen keine Nachteile beim Wochengeld. Die reduzierte Arbeitszeit im Rahmen der Kurzarbeit wird nicht herangezogen, um das Wochengeld zu berechnen.

Kinderbetreuungs­geld und Mutter-Kind-Pass Untersuchungen 

Viele Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen können derzeit nicht durchgeführt werden, etwa, weil die Arztpraxen überlastet sind.

Was Sie als Eltern wissen sollten: 

  • Im Mutter-Kind-Pass vorgeschriebene Untersuchungen können angesichts der Corona-Krise verschoben werden, ohne dass es zu einer Kürzung des Kinderbetreuungsgeldes kommt. 

  • Sobald die Untersuchungen wieder möglich sind, müssen sie aber umgehend nachgeholt werden.

  • Sie sollten aber in jedem Fall mit Ihrem Arzt beziehungsweise Ihrer Ärztin telefonisch Kontakt aufnehmen, denn trotz Corona kann die Untersuchung für Sie und/oder Ihr Kind sehr wichtig sein.

  • Die Nachweise für die Mutter-Kind-Untersuchungen müssen Sie aber auch in der aktuellen Situation rechtzeitig abgeben. Eine persönliche Abgabe der Nachweise ist nicht erforderlich. Sie können zum Beispiel auch per Post oder als Foto per E-Mail der ÖGK übermittelt werden.   

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