20.09.2021

Sonder­betreuungs­zeit für Eltern

Steter Tropfen höhlt den Stein. AK und ÖGB haben monatelang dafür gekämpft, bis die Regierung endlich eingelenkt hat: Es gibt wieder die Möglichkeit, Sonderbetreuungszeit zu nehmen, falls Kindergarten oder Schule wegen Corona geschlossen werden oder das eigene Kind in Quarantäne muss.

Voraus­setzungen

Eltern haben einen Rechtsanspruch auf Sonderbetreuungszeit, wenn einer der folgenden 3 Punkte zutrifft:

  • Der Kindergarten oder die Schule Ihres Kindes wird gänzlich oder teilweise geschlossen, es wird dort keine Notbetreuung angeboten.
  • Eine Kindergartengruppe oder Schulklasse wird coronabedingt nach Hause geschickt.
  • Das eigene Kind muss in Quarantäne, weil es sich selbst infiziert hat oder als Kontaktperson festgestellt wird.

Das zu betreuende Kind darf höchstens 14 Jahre alt sein. 
Die Betreuung muss zudem „notwendig“ sein: Das heißt, dass keine andere Person die Betreuung übernehmen kann (etwa ein nicht berufstätiger zweiter Elternteil) und keine Notbetreuung an Kindergarten oder Schule angeboten wird.

Liegen diese Voraussetzungen vor, so haben Sie einen Rechtsanspruch auf Sonderbetreuungszeit. Das heißt, Ihr Arbeitgeber muss zwar (unverzüglich!) informiert werden, dass Sie Sonderbetreuungszeit in Anspruch nehmen, er kann das aber nicht ablehnen.

Sondervereinbarungen sind möglich

Aber selbst dann, wenn geschlossene Kindergärten oder Schulen eine Notbetreuung anbieten, besteht die Möglichkeit, mit dem Arbeitgeber eine Sonderbetreuungszeit zu vereinbaren. Dies setzt allerdings dann die Zustimmung des Arbeitgebers voraus. Als Anreiz für den Arbeitgeber, zuzustimmen, bekommt dieser die Kosten vollständig vom Bund finanziert.

Zeit­rahmen und Anspruchs­dauer

ZeitrahmenAnspruchsdauer
pro Elternteil
rückwirkend ab 01.09.2021 
bis 31.12.2021 
bis zu 3 Wochen

TIPP

  • Die Anspruchsdauer gilt pro Elternteil, selbst dann, wenn Mutter/Vater keinen gemeinsamen Wohnsitz mit dem Kind haben.

  • Die Sonderbetreuungszeit kann auch in Teilen – ganztägig/halbtägig – in Anspruch genommen werden.


Entgelt­fort­zahlung für Beschäftigte

Während der Sonderbetreuungszeit bekommen sie weiterhin den vollen Lohn/das volle Gehalt von Ihrem Arbeitgeber bezahlt. Und zwar unabhängig davon, ob Sie die Sonderbetreuungszeit auf Grund des Rechtsanspruchs oder auf Grund einer Vereinbarung mit dem Arbeitgeber in Anspruch nehmen.

Arbeitgeber bekommt Kosten ersetzt

Die öffentliche Hand bezahlt Lohn/Gehalt während der Sonderbetreuungszeit, die Unternehmen bekommen die Kosten vollständig ersetzt.

Kontakt

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AK Rechtsberatung
Volksgartenstraße 40
4020 Linz
TEL: +43 50 6906 1
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