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Adoption und Pflege

Wenn Sie ein Kind adoptieren oder es in unentgeltliche Pflege nehmen, gelten für Sie die Karenzbestimmungen des Mutterschutzgesetzes (MSchG) und des Väterkarenz-Gesetzes (VKG). Eine Adoptionsabsicht ist seit 01.01.2016 bei der unentgeltlichen Pflege nicht mehr Voraussetzung.

Den Arbeitgeber informieren

Wollen Sie als Adoptiv- bzw. Pflegemutter oder Adoptiv- bzw. Pflegevater Karenz oder Teilkarenz beanspruchen, dann teilen Sie dies Ihrem/Ihrer Arbeitgeber/-in unverzüglich nach erfolgter Adoptions- oder Pflegebewilligung mit.

Karenzanspruch

Anspruch auf Karenz haben Pflegeeltern nur dann, wenn sie alleine oder gemeinsam mit ihrem Ehepartner ein Kind an Kindes statt annehmen (Adoption) oder es in unentgeltliche Pflege nehmen.

Karenzdauer

Für die Adoptiv- oder Pflegemutter beginnt die Karenz am Tag der Annahme des Kindes bzw. am Tag der Übernahme des Kindes in unentgeltliche Pflege. Die Karenz dauert höchstens bis zum zweiten Geburtstag des Kindes. Ein Beschäftigungsverbot gibt es für die Adoptiv- oder Pflegemutter nicht.

Für den Adoptiv- oder Pflegevater beginnt die Karenz ebenfalls frühestens mit dem Tag der Annahme an Kindes Statt bzw. der Übernahme des Kindes in unentgeltliche Pflege. Teilen sich die Adoptiv- oder Pflegeeltern die Karenz, so beginnt die Karenz jenes Elternteiles, der den zweiten Teil der Karenz beansprucht, frühestens im Anschluss an das Ende der vom anderen Elternteil konsumierten Karenz.

Karenz und Teilzeitbeschäftigung

Auch Adoptiv- und Pflegeeltern haben gesetzlichen Anspruch auf Karenz bis zum vollendeten zweiten Lebensjahres ihres Kindes. Anstelle des ersten bzw. zweiten Karenzjahres kann Teilzeitbeschäftigung nach dem MSchG bzw. nach dem VKG (Elternteilzeit) mit dem/der Arbeitgeber/-in vereinbart werden.

Sie haben auch die Möglichkeit, die Karenz zweimal zu teilen. Ein Teil muss - wie auch bei leiblichen Eltern - grundsätzlich mindestens 2 Monate betragen.
Wenn Sie ein Kind zwischen 18. und 24. Lebensmonat annehmen, können Sie auf alle Fälle eine Karenz von 6 Monaten konsumieren. Auch bei Adoptionen bzw. Übernahmen zwischen 2. und 7. Geburtstag gebührt eine Karenz von 6 Monaten.

Kündigungs- und Entlassungsschutz

Bei Inanspruchnahme einer Karenz bzw. einer Teilzeitbeschäftigung nach dem MSchG bzw. VKG stehen Adoptiv- und Pflegeeltern unter dem selben besonderen Kündigungs- und Entlassungsschutz wie leibliche Eltern.

Wurde eine Arbeitnehmerin gekündigt, hat sie grundsätzlich noch 5 Arbeitstage nach Ausspruch bzw. Erhalt der schriftlichen Kündigung Zeit, die Adoption bzw. Pflege einzuwenden und eine Karenz zu verlangen. Die bereits ausgesprochene Kündigung wäre dann rechtsunwirksam - das Arbeitsverhältnis bleibt unverändert aufrecht.

Der besondere Kündigungs- und Entlassungsschutz beginnt mit der unverzüglichen Bekanntgabe von der bewilligten Adoption bzw. Pflegeübernahme. Gleichzeitig muss angegeben werden, dass man Karenz bzw. Teilzeitbeschäftigung in Anspruch nehmen möchte. Beim Ende des besonderen Kündigungs- und Entlassungsschutzes gelten die selben Bestimmungen wie für leibliche Eltern.

Elternteilzeit

Die Bestimmungen über die Elternteilzeit sind auch auf Adoptiv-oder Pflegemütter/Väter anzuwenden. Die Teilzeitbeschäftigung kann in diesen Fällen frühestens mit der Annahme oder der Übernahme des Kindes beginnen.

Soll die Elternteilzeit zum frühestmöglichen Zeitpunkt beginnen, müssen die Adoptiv-oder Pflegemütter/Väter, den Teilzeitwunsch einschließlich Beginn, Dauer, Ausmaß und Lage dem/der Arbeitgeber/-in unverzüglich bekanntgeben. Alle übrigen Bestimmungen über die Elternteilzeit gelten auch für Adoptiv-und Pflegemütter/Väter.

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Zuverdienst - Karenz und Kinderbetreuung

Es besteht die Möglichkeit, während einer Karenz eine geringfügige Beschäftigung aufzunehmen.

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