02.11.2020

Was die derzeitige Kurz­arbeit den Arbeit­nehmer/-innen bringt

Die seit 1. Oktober laufende Kurzarbeitsphase 3 bleibt auch mit Beginn des Lockdowns gültig. Allerdings gelten ab 1. November folgende Ergänzungen zum bestehenden Kurzarbeitsmodell.

Arbeitsleistung reduzieren

Die seit 1.10.2020 erforderliche Mindestarbeitszeit von 30 Prozent der bisherigen Normalarbeitszeit (Phase 3 der Kurzarbeit) wird reduziert. In Unternehmen, die unmittelbar vom Lockdown betroffen sind (durch behördliche Schließung), ist es möglich im November 2020 beziehungsweise für die Dauer des Lockdowns die Arbeitsleistung auf 0 Prozent zu reduzieren. Die garantierte Nettoersatzrate erfährt hierdurch aber keine Kürzung!

Es ist ein rückwirkender Beginn mit 1. November 2020 möglich.

Trinkgeldregelung

Beschäftigte in Kurzarbeit von Unternehmen, die unmittelbar vom Lockdown betroffen und die von der Regelung des Trinkgeldpauschales umfasst sind, erhalten für November 2020 beziehungsweise für die Dauer des Lockdowns 100 Euro netto pro Monat. Die Auszahlung erfolgt direkt durch das Unternehmen. Dieses hat einen Rückerstattungsanspruch gegenüber dem Arbeitsmarktservice (AMS).

Lehrlinge in Kurzarbeit

Für die Zeit des Lockdowns besteht keine Ausbildungsverpflichtung.

DAS GILT WEITERHIN


Regelungen zur Kurzarbeit in Phase 3

Die Kurzarbeit in Phase 3 (KUA 3) gilt bereits seit 1. Oktober 2020.

Wie lange gilt KUA 3?

6 Monate. Nach den Semesterferien wird evaluiert und bis Ostern eine Möglichkeit erarbeitet, um die Kurzarbeit erneut zu verlängern.

Welche Regelung zur Arbeitszeit gilt für Oktober 2020?

Im Oktober betrug die Mindestarbeitszeit 30 Prozent Ihrer bisherigen Normalarbeitszeit und kann über sechs Monate durchgerechnet werden. Das bedeutet: In „schwachen Monaten“ kann die Arbeitszeit ruhig weniger sein, es sollen aber in den 6 Monaten die durchschnittlichen Gesamtstunden passen - also mindestens 30 Prozent der bisherigen Normalarbeitszeit betragen.

Die Höchstarbeitszeit liegt bei 80 Prozent der Normalarbeitszeit - auch hier beträgt der Durchechnungszeitraum 6 Monate. Arbeiten Sie im Schnitt mehr als 80 Prozent, wird die Beihilfe, die Ihr Arbeitgeber vom AMS erhält, entsprechend gekürzt.

Wieviel Lohn/Gehalt bekomme ich?

Für tatsächlich geleistete Arbeitszeit (auch Überstunden) bekommen Sie den vollen Lohn - es wird monatlich abgerechnet.

Die garantierten „Nettoersatzraten“ – das ist der Anteil am letzten Nettoeinkommen - ist wie bei der KUA 2: 80/85/90 Netto. Das muss man während der Kurzarbeit monatlich mindestens bekommen.

Lohnerhöhungen, die der Kollektivvertrag vorsieht oder individuelle Gehaltsvorrückungen sollen im neuen Modell berücksichtigt werden. Die technischen Details dazu müssen allerdings erst geklärt werden.

Was bedeutet die „Weiterbildungspflicht“ für mich?

Arbeitnehmer/-innen in Kurzarbeit müssen bereit sein, eine Weiterbildung zu machen. Wenn der Arbeitgeber Ihnen diese Möglichkeit bietet, muss die Weiterbildung absolviert werden. Sie als Arbeitnehmer/-in sollten diese Chance nützen: Machen Sie die Kurzarbeit zu Ihrer langfristigen Zukunftsperspektive und reden Sie mit Ihrem Arbeitgeber über Kurse, die Sie interessieren.

Auch der Arbeitgeber muss ein Interesse an Ihrer Weiterbildung haben: einerseits muss er 40 Prozent der Kurskosten selbst tragen (60 Prozent übernimmt das AMS), andererseits erhöhen berufliche Weiterbildungen die Qualifikationen seiner Beschäftigten.

Was passiert, wenn sich während meiner Weiterbildung die Auftragslage für das Unternehmen verbessert und ich zurück in den Job muss?

In diesem Fall haben Sie einen Rechtsanspruch darauf, Ihre begonnene Weiterbildung innerhalb von 18 Monaten zu Ende zu bringen.

Kann ich gleich nach Ablauf der KUA gekündigt werden?

Nein, es gilt wie bisher eine Behaltefrist von 1 Monat. 

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