30.07.2020

Was die neue Kurzarbeit den ArbeitnehmerInnen bringt

Die Sozial­partner haben das Kurzarbeits­modell verlängert und verbessert. Darin enthalten sind auch neue Regelungen für Weiter­bildung. Hier lesen Sie, was sich für Sie ab 1. Oktober in der 3. Phase der Kurzarbeit (KUA3) ändert. 

Ab wann gilt die Kurz­arbeit Phase 3?

Ab 1. Oktober 2020. Die Kurz­arbeitsphase 2 (ab 1.6. eingestiegen) wird bis 30.9. verlängert. Damit startet die KUA 3 für alle ab dem 1. Oktober.

Wie lange gilt KUA 3?

Sechs Monate. Nach den Semester­ferien wird evaluiert und bis Ostern eine Möglichkeit erarbeitet, um die Kurzarbeit erneut zu verlängern.

Wie viel muss ich in KUA 3 mindestens arbeiten?

Die Mindest­arbeitszeit beträgt 30 Prozent Ihrer bisherigen Normalarbeitszeit und kann über sechs Monate durchgerechnet werden. Das bedeutet: In „schwachen Monaten“ kann die Arbeits­zeit ruhig weniger sein, es sollen aber in den sechs Monaten die durchschnittlichen Gesamtstunden passen – also mindestens 30 Prozent der bisherigen Normalarbeitszeit betragen.

Die Höchstarbeitszeit liegt bei 80 Prozent der Normal­arbeitszeit - auch hier beträgt der Durch­rechnungszeitraum sechs Monate. Arbeiten Sie im Schnitt mehr als 80%, wird die Beihilfe, die Ihr Arbeit­geber vom AMS erhält, entsprechend gekürzt.

Wieviel Lohn/Gehalt bekomme ich?

Für tatsächlich geleistete Arbeits­zeit (auch Überstunden) bekommen Sie den vollen Lohn – es wird monatlich abgerechnet. 

Die garantierten „Nettoersatzraten“ – das ist der Anteil am letzten Nettoeinkommen - ist wie bei der KUA 2: 80/85/90 Netto. Das muss man während der Kurzarbeit monatlich mindestens bekommen. 

Neu ist: Lohnerhöhungen, die der Kollektivvertrag vorsieht oder individuelle Gehaltsvorrückungen sollen im neuen Modell berücksichtigt werden. Die technischen Details dazu müssen allerdings erst geklärt werden. 

Was bedeutet die „Weiter­bildungspflicht“ für mich?

ArbeitnehmerInnen in Kurz­arbeit müssen bereit sein, eine Weiterbildung zu machen. Wenn der Arbeitgeber Ihnen diese Möglichkeit bietet, muss die Weiterbildung absolviert werden. Sie als ArbeitnehmerInnen sollten diese Chance nützen: Machen Sie die Kurzarbeit zu Ihrer langfristigen Zukunftsperspektive und reden Sie mit Ihrem Arbeitgeber über Kurse, die Sie interessieren. 

Auch der Arbeitgeber muss ein Interesse an Ihrer Weiterbildung haben: einerseits muss er 40% der Kurskosten selbst tragen (60% übernimmt das AMS), andererseits erhöhen berufliche Weiterbildungen die Qualifikationen seiner Beschäftigten.

Was passiert, wenn sich während meiner Weiter­bildung die Auftrags­lage für das Unternehmen verbessert und ich zurück in den Job muss?

In diesem Fall haben Sie einen Rechtsanspruch darauf, Ihre begonnene Weiterbildung innerhalb von 18 Monaten zu Ende zu bringen.

Kann ich gleich nach Ablauf der KUA gekündigt werden?

Nein, es gilt wie bisher eine Behaltefrist von einem Monat. 

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