01.07.2021

Kurzarbeit ab Juli in zwei Varianten weitergeführt

Um möglichst viel Arbeitsplätze zu erhalten und Armut zu verhindern, ist die Corona-Kurzarbeit mit 1. Juli 2021 erneut in die Verlängerung gegangen. Darauf haben sich Sozialpartner (AK, ÖGB und WKO) und Bundesregierung geeinigt. Neu ist, dass die Kurzarbeit in 2 Varianten fortgeführt wird:

  • Variante 1 gilt für Unternehmen, die besonders von der Pandemie betroffen sind
  • Variante 2 für alle andere Betriebe.

Hier die wichtigsten Infos im Überblick.

Modell 1 für Unternehmen, die von der Pandemie besonders betroffen sind

Für Unternehmen, die zum Beispiel etwa aufgrund langer Lockdowns hohe Umsatzeinbußen verzeichnen (etwa Nachtgastronomie oder Tagungsbranche), wird die aktuelle Kurzarbeitsregelung bis zumindest Ende 2021 fortgesetzt.

Welche Betriebe können diese Variante in Anspruch nehmen? 

  • Betriebe, die von Lockdowns oder behördlichen Maßnahmen betroffen sind oder
  • Betriebe, die im 3. Quartal 2020 einen Umsatzrückgang von 50 Prozent im Vergleich zum 3. Quartal 2019 verzeichnen.

Wie viel Geld gibt es für die Arbeitnehmer/-innen?

Arbeitnehmer/-innen in diesen Betrieben erhalten weiterhin zwischen 80 und 90 Prozent des bisherigen Nettoeinkommens.

Wie lange wird es dieses Modell geben?

Jedenfalls bis Ende 2021.

Modell 2 für alle anderen Betriebe 

Bei allen anderen Betrieben gilt ab 1. Juli 2021 ein Übergangsmodell, das folgendermaßen geregelt ist:

  • Die Mindestarbeitszeit muss 50 Prozent betragen, in Ausnahmefällen gelten weiter 30 Prozent.

  • Wie gehabt erhalten die Arbeitnehmer/-innen dafür 80 bis 90 Prozent ihres Netto-Einkommens vor Corona.

  • Wer phasenweise 100 Prozent arbeitet, erhält natürlich den vollen Lohn. Wer Überstunden macht, muss diese bezahlt bekommen.

  • Neu an diesem Modell: Unternehmen müssen künftig für 15 Prozent der Fördersumme selbst aufkommen.

Dieses Modell wird bis Sommer 2022 gelten.

URLAUB

Bisher war ein Urlaubsverbrauch während der Kurzarbeit nicht zwingend erforderlich. Neu ist nun, dass Urlaub zu verbrauchen ist.

Das Ausmaß des verpflichtenden Urlaubsverbrauches ist nach der Dauer der Kurzarbeit gestaffelt: ab 1 Monat Kurzarbeit sind 1 bis 3 Wochen zu verbrauchen.

Es kann nur ein Alturlaub oder ein Urlaub aus dem laufenden Urlaubsjahr verbraucht werden, das bedeutet,  es muss genügend Urlaubsguthaben vorliegen. Ein Urlaubsvorgriff ist nicht zulässig!


Wird kein Urlaub verbraucht, wird die Kurzarbeitsbeihilfe für den Arbeitgeber gekürzt

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