Ältere Beschäftigte resignieren

Arbeitsmarkt schwierig für über 45-Jährige

Später in Pension, länger und mehr arbeiten - so lauten immer wieder Forderungen aus der Wirtschaft. Der Arbeitsklima Index zeigt die Realität älterer Beschäftigter.

Ältere Beschäftigte zeigen sich angesichts der angespannten Lage am Arbeitsmarkt zunehmend resigniert. Die Karriereerwartungen sind bei den über 45-Jährigen in den letzten zehn Jahren um vier Index-Punkte zurückgegangen, der Optimismus für die Gesellschaft um fünf Punkte und die allgemeine Lebenszufriedenheit um sechs Punkte. Ältere Beschäftigte halten die Arbeitsplätze in Österreich derzeit für am wenigsten sicher. Rund jede/-r sechste Arbeitnehmer/-in über 45 ist sich auch des eigenen Arbeitsplatzes unsicher.

Ältere sind länger arbeitslos

Ende Oktober waren in Österreich laut AMS rund 80.000 der über 50-Jährigen arbeitslos. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Arbeitslosigkeit damit bei älteren Beschäftigten am stärksten (plus 14,5 Prozent) an. Der Arbeitsklima Index zeigt: Ältere Beschäftigte hängen länger in der Arbeitslosigkeit fest als Jüngere. Im Schnitt dauert die Arbeitssuche älterer Arbeitsloser (ab 45 Jahre) zwei Monate länger als bei Jüngeren (unter 26 Jahre).

Ältere sehen ihre Jobchancen kritisch

Ältere Beschäftigte sind auch deutlich pessimistischer was ihre Jobchancen am Arbeitsmarkt angeht: insgesamt glauben nur 27 Prozent der über 45-Jährigen, sie würden leicht wieder einen neuen Job finden wenn sie ihren jetzigen verlieren, darunter sind nur fünf Prozent, die „sehr leicht“ sagen. Am schlechtesten schätzen ältere Arbeiter/-innen (19 Prozent) und Niedrigqualifizierte über 45 (12 Prozent) ihre Jobchancen ein. Im Vergleich dazu glauben 72 Prozent der unter 26-Jährigen an ihre Jobchancen. Immerhin 16 Prozent der Jüngeren sagen, sie würden sogar „sehr leicht“ wieder einen neuen Job finden.

Angst vor Armut im Alter?

Je jünger desto pessimistischer sind die Arbeitnehmer/-innen wenn es darum geht, ob sie von ihrer Altersversorgung später auch leben werden können: 29 Prozent der unter 26-Jährigen glauben nicht, dass ihre Altersversorgung ausreichen wird, bei den über 45-Jährigen sind bs 21 Prozent. Dass sie sehr gut davon leben können, glauben bei den Jüngeren fünf Prozent, bei den Älteren auch nur vier Prozent. 44 Prozent der Jüngeren und 48 Prozent der Älteren gehen davon aus, dass die Altersversorgung nur knapp ausreichen wird. Besonders dramatisch: Während 15 Prozent der älteren Männer glauben, ihre Altersversorgung werde später nicht ausreichen, sind es bei den älteren Frauen fast doppelt so viele (29 Prozent). Hier hat das jahrelange schlechtmachen des staatlichen Pensionssystems gegriffen.

Ältere sehen am Arbeitsmarkt kaum Chancen © -, AKOÖ

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Später in Pension?

Dr. Johann Kalliauer, Präsident der AK Oberösterreich

AK-Präsident Johann Kalliauer © Kurt Neulinger, AKOÖ

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Wann Arbeitnehmer/-innen in Pension gehen sollen, ist seit Jahren das Dauerthema in der österreichischen Politik. Fast einstimmig ertönt die Forderung, die Menschen müssen länger arbeiten. Tatsächlich ist in kaum einem anderen EU-Land die Beschäftigungsquote älterer Arbeitnehmer/-innen niedriger als in Österreich. Woher aber die benötigten Arbeitsplätze kommen sollen, wird gerne verschwiegen.

Auch werden bessere Arbeitsbedingungen, vor allem auch für ältere Beschäftigte, eher selten umgesetzt. Dabei beantworten 53 Prozent der über 45-Jährigen die Frage „Können Sie unter den jetzigen Bedingungen Ihren Beruf bis zum Pensionsalter 60/65 Jahre ausüben?“ mit „nein“. Ebenso besorgniserregend ist, dass die Hälfte der 36- bis 45-Jährigen diese Frage bereits mit nein beantwortet.

Dazu kommt, dass seit vielen Jahren das staatliche Pensionssystem schlecht geredet wird und deswegen viele Menschen glauben, sie werden mit ihrer Pension nicht auskommen.

Die AK fordert einmal mehr ein Umdenken und Gegensteuern beim Thema Arbeitsbedingungen anstatt schöner Reden. Die Vorschläge liegen schon lange am Tisch: Reduktion von Überstunden und ein Bonus-Malus-System für die Beschäftigung von über 50-Jährigen.

Selbstberechnung 

Online zum eigenen Arbeitsklima Index

Ein paar Fragen in wenigen Minuten beantwortet und schon wird die persönliche Arbeitzufriedenheit berechnet. Die AK hat den Arbeitsklima Index-Selbsttest modernisiert.

Was bedeutet es, wenn der Österreichische Arbeitsklima Index 107 Punkte beträgt? Was sagt dieser Wert über die Arbeitszufriedenheit aus? Liegt der eigene Wert unter oder über diesem österreichischen Gesamtwert? Und wie liegt der persönliche Arbeitsklima Index m Vergleich mit der eigenen sozio-ökonomischen Gruppe? Alle diese Fragen lassen sich mit dem Online-Selbsttest beantworten.

Weniger als zehn Minuten Aufwand

Die Berechnung des eigenen Arbeitsklima Index ist in nur wenigen Minuten mit zehn einfachen Fragen möglich. Diese Fragen lauten zum Beispiel: Wie zufrieden sind Sie mit den Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten in Ihrem Betrieb? Wie zufrieden sind Sie mit Ihren  Weiterbildungsmöglichkeiten?

Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem derzeitigen Einkommen? Die Antworten können uf einer Skala von 1 (sehr zufrieden) bis 5 (gar nicht zufrieden) abgegeben werden.

Auch nach Belastungen wird gefragt

Für die Berechnung des persönlichen Arbeitsklima Index wird nicht nur nach Zufriedenheit, sondern auch nach Belastungen wie z.B. Stressfaktoren gefragt. Die errechnete Zahl zeigt, ob man unter oder über dem Österreichwert liegt. Das Ergebnis ist natürlich völlig anonym, die Daten werden nicht gespeichert und für keinen anderen Zweck als zur Berechnung des persönlichen Arbeitsklima
Index verwendet.

Das persönliche Ergebnis kann nicht nur mit dem Gesamtwert des Arbeitsklima ndex, sondern auch mit der eigenen sozio-ökonomischen Gruppe verglichen werden. Mit dem Selbsttest lässt sich der persönliche Arbeitsklima Index berechnen.

Ihr persönlicher Arbeitsklima Index © -, AKOÖ

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Datenbank für Profis

Arbeitsklima Index mit neuem Internet-Auftritt

Die neugestaltete Online-Datenbank erfüllt alle aktuellen Standards. Aber auch modernes und übersichtlicheres Design nd mehr Auswertungsmöglichkeiten waren Ziele.

Datenbank für Profis © -, AKOÖ

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Vor 15 Jahren ging die Arbeitsklima Index-Homepage online. Seither haben sich sowohl die Software aber auch die Bedürfnisse der an den Arbeitsklima Index-Daten Interessierten weiterentwickelt. Deshalb kam es jetzt zum Relaunch der Arbeitsklima Index Online-Datenbank.

Nützlich für Interessierte und Experten/-innen

Die umfangreichen und vielfältigen Zahlen des Arbeitsklima Index bieten nützliche Informationen für Betriebsräte/-innen, Journalisten/-innen, Wissenschaftler/-innen und Studierende.

Der Zugang zu den Daten ist einfach und schnell möglich. Die Nutzung der Datenbank ist kostenlos, und es ist keine Anmeldung oder Installation notwendig.

Umfangreiche Datensätze

Die AK Oberösterreich bietet somit Zugang zu rund 70.000 Datensätzen, die halbjährlich aktualisiert werden. Mit personenbezogenen Variablen wie Alter, Geschlecht, Bildung usw. können bestimmte Gruppen unter die Lupe genommen werden. Die unterschiedlichen Elemente des Arbeitsklima Index helfen, spezifische Bereiche des Berufslebens zu untersuchen. Über die Definition bestimmter Betrachtungszeiträume bleibt die Übersicht gewahrt. Die Ergebnisse önnen als Tabellen oder Grafiken heruntergeladen und direkt verwendet werden. Den an der Arbeitszufriedenheit interessierten Menschen steht somit eine moderne, leicht nutzbare und komplette Online-Datenbank zur Verfügung, die Analysen und Vergleiche über viele Jahre hinweg ermöglicht.

Der Arbeitsklima Index

Die Sicht der Beschäftigten wird in wirtschafts- und sozialpolitische Diskussionen viel zu wenig berücksichtigt. Auch, weil es vermeintlich zu wenig gesicherte Daten dazu gibt. Der österreichische Arbeitsklima Index liefert seit mehr als 15 Jahren diese Daten und ist so ein Maßstab für den wirtschaftlichen und sozialen Wandel aus Sicht der Arbeitnehmer/-innen. Er untersucht deren Einschätzung hinsichtlich Gesellschaft, Betrieb, Arbeit und Erwartungen. Der Arbeitsklima Index erfasst die subjektive Dimension und erweitert so das Wissen über wirtschaftliche Entwicklungen und ihre Folgen für die Gesellschaft.

Die Berechnung des Arbeitsklima Index beruht auf vierteljährlichen Umfragen unter österreichischen Arbeitnehmern/-innen. Die Stichprobe von rund 4000 Befragten pro Jahr ist repräsentativ ausgewählt, so dass daraus relevante Schlüsse für die Befindlichkeit aller Arbeitnehmer/-innen gezogen werden können. Der Arbeitsklima Index wird seit dem Frühjahr 1997 zweimal jährlich berechnet. Ergänzend gibt es Sonderauswertungen.

Daten online

Aktuelle Ergebnisse und Hintergrundinformationen finden Sie unter www.arbeitsklima.at. Dort steht nicht nur die umfangreiche Arbeitsklima Datenbank für Auswertungen zur Verfügung, sondern es ist auch möglich, innerhalb weniger Minuten online den persönlichen Zufriedenheitsindex am Arbeitsplatz berechnen. Ebenfalls online ist der Führungskräfte Monitor: Er beantwortet die Frage, wie es um die Arbeitszufriedenheit der österreichischen Führungskräfte steht.

Schlechtere Chancen

Nicht nur die Arbeit wird in Teilbereichen als stressiger und belastender empfunden, auch die Zukunftsaussichten der Arbeitnehmer/-innen werden trüber. Die Subdimension „Karriere“ ist seit dem Frühjahr um drei Punkte gefallen, die Subdimension „Arbeitsmarktchancen“ um zwei. Innerhalb der letzten fünf Jahre sind beide Indexwerte sogar noch deutlicher zurückgegangen.

Unzufriedenheit nimmt zu

Sichtbar wird das zum Beispiel, wenn man sich die Zufriedenheit der österreichischen Beschäftigten mit ihren Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten ansieht: Vor fünf Jahren - also selbst mitten in der Krise - waren trotzdem noch 57 Prozent mit ihren Karrieremöglichkeiten zufrieden. Mittlerweile ist es nicht einmal mehr die Hälfte (48 Prozent). Arbeiter/-innern (39 Prozent), Migranten/-innen (35 Prozent) und Niedrigqualifizierte (37 Prozent) sind besonders unzufrieden. Nicht nur das: Rund jede/r fünfte in diesen drei Gruppen schätzt auch seinen/ihren Arbeitsplatz als unsicher ein.

Arbeitsklima

Geamtwert um einen Punkt gesunken

Seit 2010 bewegt sich der Arbeitsklima Index zwischen 107 und 108 Punkten. Aktuell ist er gegenüber dem Frühjahr 2014 um einen Punkt auf 107 gesunken.

Der letzte Höhepunkt des Arbeitsklima Index konnte im Herbst 2007 mit 112 Punkten verzeichnet werden. Dann ging es bedingt durch die Finanz- und Wirtschaftskrise rasant bergab. Vor allem die Teilindizes „Gesellschaft“ und „Erwartungen“ sind krisenbedingt in den letzten Jahren gesunken. Eine echte Erholung des Arbeitsklima Index ist nicht in Sicht: 107 Punkte ist nach wie vor kein berauschender Wert.

Stress nimmt zu

Die Arbeit wird von immer mehr Menschen als fordernder und anstrengender empfunden. Als Folge nimmt die Belastung durch Stress zu. Die Subdimension „Psychischer Stress“ ist im Vergleich zu vor einem Jahr um zwei Punkte gestiegen, ebenso die körperlichen Belastungen. Aktuell geben etwa 46 Prozent der Beschäftigten an, sich durch Zeitdruck sehr bis mittel belastet zu fühlen, vor einem Jahr waren es 43 Prozent. Auch die Belastungen durch schlechte Gesundheitsbedingungen am Arbeitsplatz sind um drei Prozentpunkte auf 27 Prozent gestiegen. Vor allem Männer spüren wieder höhere Belastungen durch Stress: Bei männlichen Beschäftigten liegen die psychischen Belastungen um vier Punkte und die physischen Belastungen um 15 Punkte höher als bei weiblichen.

Der Arbeitsklima Index 2006 bis 2014 © -, AKOÖ

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Arbeitsklima Index November 2014

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