12.9.2013
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AK rüttelt mit neuem Schwarzbuch auf: Arbeitnehmerrechte werden oft verletzt

Zum vierten Mal gibt die AK Oberösterreich jetzt das Schwarzbuch Arbeitswelt heraus. Es zeigt anhand konkreter Fakten, dass viele Unternehmen die Rechte ihrer Beschäftigten ignorieren. „Ohne die AK wären die meisten dieser Beschäftigten der Willkür ausgeliefert. Sie hätten keine Chance, zu bekommen, was ihnen zusteht“, betont AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. „Mit dem Schwarzbuch wollen wir Bewusstsein schaffen und Arbeitsrechtsverletzungen bekämpfen!“

Das neue Schwarzbuch dokumentiert eine Reihe aktueller Arbeitsrechtsfälle. Es beweist: Wer die Rechte von Beschäftigten verletzt, handelt verantwortungslos, weil er wirtschaftlich Abhängigen Schaden zufügt. Schaden, der nicht selten sogar Existenzen gefährdet.

TV-Bericht

Den TV-Bericht von LT1 sehen Sie hier.

Das Schwarzbuch ist wieder in zwei Teile gegliedert: Im ersten sind jene zehn Unternehmen aufgelistet, die von Herbst 2010 bis Frühjahr 2013 die Arbeitsrechtsexpertinnen und -experten der AK Oberösterreich am meisten beschäftigt haben. An der „Spitze“: die Bodenlegerfirma Estriche Ohler, die Firma Aktivbau und die Spedition Stadler.

Unfaire Firmen gehen häufig pleite

Sechs der zehn aufgelisteten Unternehmen existieren übrigens nicht mehr. „Das zeigt, dass nur ein fairer Umgang mit den Beschäftigten längerfristigen wirtschaftlichen Erfolg ermöglicht“, stellt der AK-Präsident fest.

Im zweiten Teil des Schwarzbuchs werden 65 Fälle aus allen Teilen Oberösterreichs geschildert.

Schon die Schwarzbücher, die 2006, 2008 und 2011 erschienen sind, haben mit Hilfe der Medien eine breite Öffentlichkeit auf gravierende Missstände in der Arbeitswelt aufmerksam gemacht. „Die weitaus meisten Reaktionen darauf waren positiv. Einige der genannten Unternehmen haben den Kontakt zur AK gesucht und die arbeitsrechtliche Situation verbessert.“, sagt Kalliauer. Andere Firmen scheinen leider auch in dieser Ausgabe wieder auf.

AK erkämpfte im Vorjahr 85 Millionen Euro

Die Arbeitsrechtsexpertinnen und -experten der AK Oberösterreich haben allein im Jahr 2012 rund 230.000 Beratungen durchgeführt. Im Vordergrund standen dabei Lohn- und Gehaltsfragen sowie die Beendigung von Dienstverhältnissen. Arbeitskräfteüberlassung, Transport, Reinigung und Bauwirtschaft waren die am häufigsten aufscheinenden Branchen.

Kompetente Rechtsberatung reicht aber nicht immer aus. Denn manche Unternehmen verweigern auch die Erfüllung eindeutiger Arbeitnehmeransprüche. Aus diesem Grund hat die AK Oberösterreich ihre Mitglieder allein im Vorjahr in rund 17.000 Fällen kostenlos vertreten. Dabei konnte sie für die Betroffenen eine Summe von mehr als 85 Millionen Euro hereinbringen.

Nachteile auch für korrekte Firmen

Der Arbeiterkammer geht es keineswegs darum, alle Unternehmen pauschal als Rechtsbrecher darzustellen. Angesichts der obigen Zahlen wäre es aber auch falsch, nur von wenigen „schwarzen Schafen“ zu sprechen. Die Wirtschaftskammer sollte das Aufzeigen von Arbeitsrechtsverletzungen eigentlich begrüßen, da solche Verletzungen Wettbewerbsverzerrungen und damit Nachteile für die vielen korrekt handelnden Firmen zur Folge haben. 

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